ENERGIE

14:25 | 11.02.2012
Kaltreserve: Deutschland exportierte die ganze Zeit Strom ins Ausland

Kaltreserve: Deutschland exportierte die ganze Zeit Strom ins Ausland

Münster (iwr-pressedienst) – Trotz der eisigen Kälte und der

vermeintlichen Stromknappheit wegen der angezapften Kaltreserve hat

Deutschland in den vergangenen Tagen zu jeder Stunde Strom ins Ausland

exportiert. Das ergab eine Auswertung von Daten der europäischen

Stromnetzbetreiber, teilte das Internationale Wirtschaftsforum

Regenerative Energien (IWR) in Münster mit. „In der Zeit zwischen dem 07.

und dem 10.02.2012 war Deutschland jederzeit Netto-Stromexporteur“, sagte

IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster. Frankreich war dagegen in dem

untersuchten Zeitraum die gesamte Zeit über auf Stromhilfe und Importe aus

seinen Nachbarländern angewiesen, so Allnoch.

Deutschland exportiert permanent Strom

Deutschland hat in dem Untersuchungszeitraum 07.-10.02.2012 zu jeder

Stunde mehr Strom exportiert als importiert. Die Stromnachfrage erreichte

in diesem Zeitraum in Deutschland im Mittel 49.400 Megawatt (MW). In

dieser Zeit wird die Kaltreserve aktiviert, was in den Medien etliche

Diskussionen über eine vermeintliche Stromknappheit in Deutschland

ausgelöst hat. Der Höchstbedarf an Strom wird in Deutschland am 08.02.2012

zwischen 18 und 19 Uhr mit 57.023 MW erreicht. Selbst zu dieser Zeit mit

hoher Nachfrage konnte Deutschland an seine Nachbarstaaten noch erhebliche

Mengen an Strom exportieren, u.a. in die Schweiz (1.603 MW), Frankreich

(761 MW), Polen (1.034 MW) und Österreich (614 MW). Insgesamt erreicht der

Stromexport in dieser Höchstlaststunde per saldo rd. 2.900 MW. Das

entspricht der Leistung von fast drei Kernkraftwerken. Die Gesamtleistung

aller Stromerzeugungs-Kapazitäten in Deutschland beträgt auch nach der

bisherigen Abschaltung von Atomkraftwerken noch rd. 160.000 MW. Wind- und

Solaranlagen zusammengenommen haben in dem genannten Zeitraum jederzeit

zur Stromerzeugung in Deutschland beigetragen, in der Spitze wurde Strom

aus Wind und Sonne mit einer Leistung von über 11.000 MW geliefert.

Frankreich in Not: Strombedarf steigt auf über 100.000 MW

Wegen der kalten Witterung ist die Nachfrage nach Strom in Frankreich auf

ein neues Rekordniveau gestiegen. In Frankreich wird vielfach mit Strom

geheizt, die Häuser sind zudem oft schlecht isoliert. Der Leistungsbedarf

ist in dem Untersuchungszeitraum fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Im Zeitraum zwischen dem 07. und dem 10.02.2012 ist Frankreich auf die

Stromhilfe aller seiner Nachbarländer angewiesen und muss trotz der hohen

Zahl an Atomkraftwerken in jeder Stunde Strom importieren. Auch in

Frankreich wurde die Höchstleistung wie in Deutschland am 08.02.2012

zwischen 18 und 19 Uhr erreicht, allerdings stieg der Leistungsbedarf in

Frankreich auf über 100.000 MW. Großbritannien (1.978 MW) Belgien (2.011

MW), Deutschland (761 MW), Italien (722 MW), Schweiz (1.625 MW) mussten

aushelfen und lieferten allein in dieser Stunde nach Frankreich Strom mit

einer Leistung von über 7.000 MW.

Münster, den 11.02.2012

Veröffentlichung und Nachdruck honorarfrei; ein Belegexemplar an das

Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) wird

freundlichst erbeten.

Achtung Redaktionen: Für Fragen steht Ihnen Herr Dr. Norbert Allnoch,

Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR), gerne zur

Verfügung.

Soester Str. 13

48155 Münster

Tel: (02 51) 23 946 – 0

Fax: (02 51) 23 946 – 10

E-Mail: mailto:info@iwr-institut.de

Internet: http://www.iwr-institut.de

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Hinweis: Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Emittent / Herausgeber der Meldung Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) verantwortlich.


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