EXPERTEN |
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12:18 | 16.03.2009
Börsevokabeln: Was versteht man unter der Geldmenge?
Die Analysten des Smallcap-Investors haben folgenden interessanten Bericht veröffentlicht:
Unter der Geldmenge versteht man den gesamten Bestand an Geld, welcher der Wirtschaft zur Verfügung steht. Dabei kann man die Geldmenge auch als Gradmesser für eine Lagebestimmung der Wirtschaft heranziehen. Ist zu wenig Geld (Liquidität) im Markt vorhanden, besteht das Risiko, dass das Wirtschaftswachstum leidet. Ist aber zu viel Geld im Markt, besteht die Gefahr von Inflation. Die Geldmenge ist daher ein wichtiges Steuerinstrument der Notenbanken.
Inflationsindikator?
Die Geldmenge ist aber auch ein wichtiger Indikator für die Inflationsberechnung. Früher wurde die Geldmenge sogar direkt für die Inflationsberechnung (Österreichische Schule) verwendet. Man ist davon ausgegangen, dass das umlaufende Geld im direkten Verhältnis zu den produzierten Gütern steht. Vereinfacht gesagt, Inflation ist Geldmengenwachstum minus dem Wirtschaftswachstum.
Dazu ein Beispiel (Zahlen sind angenommen): Die M3 in Europa stieg im Mai 2008 um 10,5 % zum Vorjahr – das BIP stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 % (ohne Inflation) – dann wäre nach der Inflationsberechnung der österreichischen Schule die Inflation bei 5 % gelegen. Diese Inflationsberechnung lässt kaum einen Spielraum für Modifikationen.
3 Kennzahlen – M1, M2, M3
M1 = Bargeldumlauf und täglich fällige Einlagen M2 = M1 + kurzfristige Spar- und Termineinlagen M3 = M2 + marktfähige Finanzinstrumente, insbesondere Repogeschäfte, Geldmarktfondanteile und von MFIs (Finanzinstitute) begebene Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren. „M3 spielt in der geldpolitischen Strategie des Eurosystems eine wichtige Rolle. Der Referenzwert für die Wachstumsrate von M3 – jener Wert, der auf mittlere Frist mit der Gewährleistung von Preisstabilität vereinbar ist, wurde für den Euroraum mit 4,5 % festgelegt.“* Quelle Österreichische Nationalbank www.oenb.at
Seit der Finanzkrise wächst die Geldmenge überproportional stark. Ausgelöst wurde dies durch die Banken, welche dringende Liquidität benötigen und somit in der Kreditvergabe sehr restriktiv sind. Dies belastet massiv die Wirtschaft; was wiederum Unternehmen in Schwierigkeiten bringt, das lässt die Banken zu einer noch restriktiveren Kreditvergabe greifen.
Damit entsteht ein Teufelskreislauf, den die Notenbanken durch die massive Aufblähung der Geldmenge zu verhindern versuchen. Sehr gut kann man dies in der Bilanz der Notenbanken EZB und FED sehen. Die EZB hat ihre Bilanz in den letzten 12 Monaten um 43 % auf 1.906 Mrd. erweitert und die FED um 111 % auf 1.945 Mrd. US$.
Sobald sich dieser Teufelskreislauf auflöst, müssen die Notenbanken sofort zu einer sehr restriktiven Geldmengenpolitik zurückkehren, denn sonst blüht uns eine massive Inflationswelle.
Unter folgendem Link finden Sie die Statistiken dazu: http://www.smallcapinvestor.de/downloads/StatistikenBoersevokabeln.pdf
Kurs auf
Ihr Joachim Brunner
Achtung: Joachim Brunner ist Berater des First Junior Zertifikates (WKN LS1JEX) und des Fonds PI global one (WKN 0A0636). Es ist daher möglich, dass sich die in diesem Artikel beschriebenen Aktien im Fond/Depot bzw. dem dazugehörigen Index befinden.
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Diese Ausgabe wurde am 12.03.2009 an die Smallcap-Investor Premiumabonnenten versendet.
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