EXPERTEN

11:49 | 17.03.2010
Bremer Landesbank – EUR-USD freundlicher – FOMC erfüllt Erwartungshaltung!

Höchstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.3795 markiert wurden. Der USD stellt sich
gegenüber dem JPY auf 90.55. In der Folge notiert EUR/JPY bei 124.90, während EUR/CHF bei
1.4525 oszilliert.
Die US-Zentralbank hat den Erwartungen entsprechend den Leitzins in der Bandbreite zwischen
0,00% – 0,25% belassen. Herr Hoenig stimmt als einziger gegen eine Fortsetzung der aktuellen
Niedrigstzinspolitik. So viel zu Stabilitätspolitik (CPI 2,7%, PPI 4,6%).
Der Offenmarktausschuß wird die Zinsen für einen längeren Zeitraum außergewöhnlich niedrig
halten. Das Thema, daß die USA zuerst die Zinspolitik verändern, dürfte damit abgeschlossen
sein.
Nach Einschätzung der Fed wird die Erholung der US-Wirtschaft moderat verlaufen. Dem
stimmen wir zu. Unsere favorisierte Metapher bleibt das Bild eines soliden 3,2 Liter
Sechszylinders, der nur auf 2 Zylindern läuft. Das sind die „Zylinder“, die direkt mit der
Weltwirtschaft verlinkt sind. Binnenwirtschaftlich läßt sich die Belebung nicht in ansprechender Art
und Weise belegen.
Man werde die Instrumente der Zentralbank gemäß der Notwendigkeiten der Erholung und
stabiler Preise einsetzen. Nun denn, wir hoffen, daß die Vergangenheit (Trackrecord
Greenspan/Bernanke) nicht Prolog ist. Es ist immer problematisch, wenn die „Täter“ von gestern
die „Wohltäter“ von heute und morgen sein wollen!
Der deutsche ZEW-Index sank per März von zuvor 45,1 auf 44,5 Punkte weniger stark als von
Analysten im Vorwege unterstellt. Die Prognose lag bei 43,7 Zählern.
Damit sank der Index auf den niedrigsten Stand seit Juli 2009. Der Blick auf den Chart
verdeutlicht, daß diese Abschwächung in den letzten Monaten nicht als dramatisch einzustufen ist.
Auch das aktuelle Niveau dieses Index impliziert mindestens Stabilität, eher jedoch solides
Wachstum.
Die Verbraucherpreise der Eurozone lieferten per Februar laut finaler Berechnung einen Anstieg
im Jahresvergleich um 0,9% nach zuvor 1,0%. Das entsprach exakt den Erwartungen. Die
Kernrate (Verbraucherpreise ohne Spaß, exklusive Tabak, Alkohol, Energie und Lebensmittel)
stellte sich auf 0,8% nach zuvor 0,9%.
Der Blick auf den Chart verdeutlicht, daß losgelöst von der Kernrate ein Trendwechsel eingesetzt
hat.
Aus den USA standen gestern die Neubaubeginne per Februar um Fokus. Auf annualisierter Basis
kam es zu einem Rückgang von 611.000 (revidiert von 591.000) auf 575.000 Objekte. Die
aktuellen Schwankungen fallen stochastisch aus. Der Blick auf den langfristigen Chart impliziert
eine Bodenbildung ohne eine tragende Aufwärtsdynamik anzudeuten.
Zwecks Arrondierung des Bildes am US-Wohnimmobilienmarkt macht es Sinn, sich auf den
„NAHB-Housing Market Index“ zu kaprizieren, der am Montag abend veröffentlicht wurde. Dieser
Index, der als Frühindikator interpretiert wird, sank unerwartet von zuvor 17 auf 15 Punkte. Erst ein
Indexwert bei 50 Punkten wird als neutral eingestuft. Der Blick auf den Chart mach
unmißverständlich klar, daß dieser Sektor der US-Wirtschaft unverändert den tiefsten „Blues“ von
sich gibt.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das nach wie vor den Euro gegenüber dem USD
favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1.3430-1.3450 neutralisiert den positiven Bias
des Euros.
Viel Erfolg!


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