EXPERTEN

12:29 | 01.04.2016
Analysten Bremer Landesbank – US-Arbeitsmarktdaten und restliche Datenphalanx im Fokus!

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1380 (07.15 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1311 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 112.20. In der Folge notiert EUR-JPY bei 127.65. EUR-CHF oszilliert bei 1.0930.
Die Vorlage für den 1. April, die aus Japan geliefert wurde, konnte nicht in zartesten Ansätzen überzeugen.
Die Tankan-Indices waren nahezu durchgehend herb enttäuschend (siehe Rubrik „Letzte Nachrichten“). Der im Fokus stehende Index der großen Produzenten markierte den tiefsten Stand seit dem 2. Quartal 2013.
An dieser Stelle ist es vor dem Hintergrund der maladen Entwicklung in Japan, aber auch der schwächeren Verfassung der US-Wirtschaft (BIP-Prognose der Fed Atlanta 0,6% annualisiert) angebracht, auf das Manko der Reformpolitik in beiden Ländern zu verweisen.
Sowohl der aktuelle Konjunkturzyklus in Japan, als auch der der USA haben einen strukturellen Hintergrund (für Teilnehmer von Veranstaltungen der BLB und anderen Auftritten Stichwort „Aristoteles“ …).
Bezüglich der USA lässt sich das malade Bild auch an der Entwicklung der öffentlichen Neuverschuldung festmachen. Bei diesem Aspekt geht es um die Qualität der Expansion der US-Wirtschaft.
Nach 90 Tagen (31.12.2015 – 30.03.2016) im Jahr 2016 stellt sich laut US-Treasury die Neuverschuldung auf 311 Mrd. USD. Auf das BIP bezogen entspricht das in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung (annualisiert) einer Quote in Höhe von circa 6,5%. Hintergrund sind wegbrechende Steuereinnahmen, unter anderem wegen der Gewinnrezession der US-Unternehmen.
Die Eurozone wird nach unseren Berechnungen mit einer Quote von voraussichtlich unter 1,5% des BIP aufwarten.
Für beide Wirtschaftsräume USA und Eurozone erwarten wir per 2016 ein BIP-Wachstum im Dunstkreis von 1,5% bei anfechtbarer Datenqualität aus den USA.
Der Input über die öffentlichen Defizite mahnt, dass ein solitärer Blick auf die Quantität nicht Ziel führend ist und mehr noch, nicht Ziel führend sein darf (Lernkurve aus 2008/09)!
Fakt ist, dass die selbsttragenden Elemente der US-Wirtschaft insbesondere im Vergleich zu der Eurozone unausgeprägt sind.
Wo stünde das Wachstum der Eurozone bei einer öffentlichen Ausgabenbonanza in dieser Höhe der USA?
Die überraschendsten Wirtschaftsdaten wurden in den letzten 24 Stunden jedoch von China geliefert. Sie sind auch die bedeutendsten Daten, weil Japans Wirtschaft nur einen Anteil von 5% an der Weltwirtschaft hat, während Chinas Anteil bei mehr als 16% liegt.
Offensichtlich ist das einigen Marktteilnehmern und Marktstrategen nicht voll bewusst! China macht übrigens aktive Reform- und Strukturpolitik …
Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Sektor Produktion ist im März unerwartet stark von zuvor 49,0 auf 50,2 Punkte gestiegen und hat damit die Wachstumsschwelle bei 50 Punkten erstmalig seit neun Monaten durchbrochen. Die Prognose lag bei 49,3 Zählern.
Der Index von Caixin/Markit verzeichnete eine Zunahme von zuvor 48,0 auf 49,7 Zähler und markierte den höchsten Stand seit 13 Monaten.
Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor legte unerwartet von zuvor 52,7 auf 53,8 Punkte zu.
Unter fundamentalen Gesichtspunkten sind wir insbesondere ob der Entwicklung in China, die sehr wohl auch als Ausdruck der anstehenden Umsetzung der Projekte „Seidenstraße“ und „One Road-One Belt“ verstanden werden dürfen (siehe Jahresausblick), definitiv entspannter als der Markt!
Zu den Daten der USA:
Die Arbeitslosenerstanträge legten in der letzten Berichtswoche von zuvor 265.000 auf 276.000 zu.
Die angekündigten Entlassungen stellten sich per März laut Challenger Report auf 48.200 nach zuvor 61.600. Im Jahresvergleich kam es zu einem Anstieg um 31,7% nach zuvor 21,8%. Im ersten Quartal 2016 lag die Anzahl der betroffenen Jobs um 32% höher als 2015.
Positiv stach der Einkaufsmanagerindex aus Chicago hervor. Hier kam es per März zu einem Anstieg von 47,6 auf 53,6. Die Prognose lag bei 50 Zählern. Das Sägezahnmuster um die 50 Punkte ist ausgeprägt. Wir sind auf den kommenden Monat gespannt …
Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.0800 neutralisiert den positiven Bias.
Viel Erfolg!


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