Analysten Bremer Landesbank – Warten auf die Griechenlandlösung und den US-Arbeitsmarktbericht
Der Euro eröffnet heute (08.00. Uhr) bei 1.3135, nachdem im Verlauf der letzten 24
Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1.3087 markiert wurden. Der USD stellt
sich gegenüber dem JPY auf 76.20. In der Folge notiert EUR-JPY bei 100.05, während EUR-CHF
bei 1.2055 oszilliert.
Der Finanzmarkt befindet sich in der Warteschleife. Das ungelöste Problem hinsichtlich des
freiwilligen Schuldenschnitts bei Griechenland steht im Fokus. Die Lösung ist jedoch greifbar.
Zusätzliche Forderungen seitens der europäischen Politik scheinen derzeit die Verzögerung zu
forcieren. Unterschwellig ist ein leicht optimistischer Grundton erkennbar. Die stabilen und
tendenziell freundlichen Aktienmärkte als auch eine stabile Verfassung des Euros gegenüber dem
USD sind Ausdruck dieser Grundhaltung.
Weiterer Fokus liegt auf dem US-Arbeitsmarktbericht. Dieser Bericht stellt ein Schwergewicht an
der internationalen Datenfront dar.
Analysten unterstellen eine Zunahme der Beschäftigung um 150.000 Jobs. Die Erholung am USArbeitsmarkt
setzt sich sukzessive fort. Das erfreut fraglos. Für Euphorie ist jedoch kein Raum.
Bezüglich der Interventionen, die zur Stabilisierung der US-Wirtschaft erforderlich waren und sind,
ist die Traktion am US-Arbeitsmarkt dennoch historisch niedrig. Der Unterschied zu Deutschland
könnte nicht dramatischer sein. Der Vergleich mit Reformländern der Eurozone ist nicht zulässig,
da die USA sich trotz bitterer Notwendigkeit noch gar keinen Reformen unterworfen haben.
Die Erzeugerpreise der Eurozone sanken im Monatsvergleich um -0,2%. Im Jahresvergleich ergab
sich ein Anstieg um 4,3% nach zuvor 5,4. Das Ergebnis entsprach den Erwartungen und hatte
keine Marktwirkung.
Der US-Challenger Report per Januar wartete mit 53.486 durch angekündigte
Massenentlassungen betroffenen Jobs auf. Im Vormonat stellte sich dieser Wert auf 41.785. Der
Blick auf den Chart verdeutlicht, dass sich aus den aktuellen Daten keine neuen
Trends ablesen lassen.
Die US-Arbeitslosenerstanträge lieferten in der Berichtswoche per 28. Januar einen Rückgang von
zuvor 379.000 (revidiert von 377.000) auf 367.000. Die positive Grundtendenz bleibt damit am USArbeitsmarkt
bestätigt.
Im Gegensatz zu dem Verbrauchervertrauen nach Lesart des „Conference Board“ zeichnet sich
im Pendant „Bloomberg Consumer Comfort Index“ in den vergangenen Wochen eine stabile bis
freundliche Tendenz ab. In der aktuellen Berichtswoche per 29. Januar ergab sich ein Anstieg von
-46,4 auf -44,8 Punkte.
Die US-Arbeitsproduktivität legte per 4. Quartal 2011 um 0,7% zu. Erwartet waren 0,8% Zuwachs.
Diese Daten werden aus dem BIP abgeleitet. Unsere kritische Haltung zu der Datenqualität setzen
wir als bekannt voraus. Entsprechend ist bei der Interpretation Vorsicht geboten. Deutsche
Unternehmen, die auf das US-Produktivitätswunder ab 1998 im rahmen von Direktinvestitionen
gesetzt hatten/haben, wissen wovon hier die Rede ist.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiert. Ein
Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.2900 – 1.2930 neutralisiert den positiven Bias
des Euros.
Viel Erfolg!