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Börsevokabeln: Was versteht man unter Rating bzw. Ratingagenturen?
Die Analysten des Smallcap-Investors haben folgenden interessanten Bericht veröffentlicht:
Unter Rating versteht man die Beurteilung der relativen und absoluten Bonität, also die Kreditwürdigkeit von Staaten, Unternehmen, Personen oder anderen Schuldtiteln.
Aber nicht nur Großkonzerne oder Staaten werden geratet. Auch Fonds, Investmentanlagen und fast jedes Unternehmen wird seit der Eigenkapitalvorschrift Basel II „bewertet“, also einem Rating unterzogen.
In der Regel werden bei Staaten und großen Unternehmen diese Ratings in einer Buchstabenkombination ausgedrückt. Diese beginnen bei AAA (beste Bonität) und enden in der Regel bei D (Zahlungsunfähigkeit). In der Finanzbranche unterscheidet man noch zwischen „Investmentgrade“ und „Non-Investmentgrade oder „spekulativem Grade“. Dabei werden alle Ratings zwischen AAA und BBB dem „Investmentgrade“ zugeordnet und alle anderen dem „Non-Investmentgrade“. Eine genaue Beschreibung, welche Buchstabenkombination was bedeutet, finden Sie in der Tabelle weiter unten.
Drei grosse Agenturen
Auf der internationalen Bühne gibt es drei große Ratingagenturen, welche solche „Einstufungen“ vornehmen – Standard & Poor´s und Moody´s aus den USA und Fitch Ratings aus England. Diese drei Agenturen haben einen Marktanteil von über 90 %.
Lange Zeit genossen die Ratingagenturen einen zweifelsfreien Ruf. In der aktuellen Krise sind diese Agenturen allerdings heftig ins „Kreuzfeuer“ der Kritik geraten. So waren sie nicht unwesentlich daran beteiligt, dass die verbrieften „subprime“ US-Wertpapiere so erfolgreich rund um den Globus verkauft werden konnten.
Für die Erstellung eines Ratings erhalten die Unternehmen Geld von dem zu prüfenden Unternehmen. Diese Vorgehensweise stellt somit einen Interessenskonflikt dar, den immer mehr Experten kritisieren. So hat wenige Tage vor der Insolvenz von „Enron“, dem damals (2002) immerhin siebtgrößten Unternehmen der USA, Standard & Poor´s sein Rating noch bestätigt.
Die Ratingcodes und deren Bedeutung
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Moody’s |
Standard & Poor’s |
Bewertung |
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Aaa |
AAA |
Bei diesen Schuldverschreibungen (Triple A) besteht praktisch kein Ausfallrisiko. Die Fähigkeit des Schuldners zur Erfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen ist außergewöhnlich gut. |
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Aa1 |
AA+ |
Schuldverschreibungen mit diesem Rating haben eine nur geringfügig schlechtere Qualität als die Anleihen von Schuldnern höchster Bonität. Insgesamt handelt es sich um sehr sichere Anleihen. |
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A1 |
A+ |
Die Fähigkeit der Schuldner zur Erfüllung ihrer Zahlungsverpflichtungen ist gut. Jedoch könnten unvorhergesehene gesamtwirtschaftliche oder branchenspezifische Umstände sich negativ auf die Zahlungsfähigkeit der Schuldner auswirken. |
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Baa1 |
BBB+ |
Schuldner mit diesen Ratings verfügen nur über eine durchschnittliche Bonität. Bei Verschlechterungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist es eher wahrscheinlich, dass auch die Fähigkeit der Schuldner zur Erfüllung ihrer finanziellen Verpflichtungen leiden wird. Insbesondere fehlt es an ausreichenden Schutzvorkehrungen, um die Zahlungsfähigkeit auch in Krisenzeiten sicherzustellen. |
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Ba1 |
BB+ |
Bei diesem Rating muss eine Anleihe bereits als spekulativ eingestuft werden. Es bestehen größere Unsicherheitsfaktoren oder Risiken bei einer Verschlechterung der geschäftlichen, finanziellen oder wirtschaftlichen Bedingungen. Insbesondere fehlt es an einer wirksamen Vorsorge des Schuldners, in derartigen Fällen die Erfüllung seiner Verbindlichkeiten sicherzustellen. |
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B1 |
B+ |
Der Schuldner verfügt zwar gegenwärtig noch über ausreichende finanzielle Mittel, um seine Verbindlichkeiten erfüllen zu können. Es ist aber wahrscheinlich, dass bei einer nachteiligen Veränderung der geschäftlichen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch die Fähigkeit oder Bereitschaft des Schuldners zur Erfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen beeinträchtigt wird. Es besteht daher eine größere Gefahr des Zahlungsverzugs. |
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Caa |
CCC |
Es besteht unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen wird. Pünktliche Zins- und Tilgungsleistungen können vermutlich nur bei günstigen geschäftlichen, finanziellen und wirtschaftlichen Bedingungen erfolgen. |
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D |
Der Schuldner befindet sich bereits in Zahlungsverzug oder es ist schon ein Insolvenzantrag gestellt worden. |
Quelle: Personal- und Unternehmensberatung Tobias Kafurke – Ratingvorbereitung.de
Kurs auf
Ihr
Joachim Brunner
Achtung: Joachim Brunner ist Berater des First Junior Zertifikates (WKN LS1JEX) und des Fonds PI global one (WKN 0A0636). Es ist daher möglich, dass sich die in diesem Artikel beschriebenen Aktien im Fond/Depot bzw. dem dazugehörigen Index befinden.
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Diese Ausgabe wurde am 02.04.2009 an die Smallcap-Investor Premiumabonnenten versendet.
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