EXPERTEN

10:51 | 29.07.2010
Bremer Landesbank – Euro stabil um die 1.30 – US-Daten und „Beige Book“ wenig ermunternd

Der Euro eröffnet heute bei 1.3015 (07.35 Uhr), nachdem gestern im europäischen Handel
Höchstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.3045 markiert wurden. Der USD stellt sich
gegenüber dem JPY auf 87.15. In der Folge notiert EUR-JPY bei 113.45 während EUR-CHF bei
1.3745 oszilliert.
Das „Beige Book“ war wenig ermunternd. Trotz Budgetdefiziten von 10% und real negativen
Zinsen um die -2% (Leitzins 0 abzüglich CPI oder PPI oder Importpreise …), also einem „Input“
von circa 12% des BIP kommt die Wirtschaft nicht nachhaltig in die Gänge.
Bill Gross von PIMCO sagte diesbezüglich, daß Regierungen, die mit Budgetdefiziten versuchen,
ein künstlich hohes Niveau des Konsums zu gewährleisten, vergleichbar sind mit Personen, die
Finanzmittel eine ökonomische Toilette herabspülen. Wir stimmen Bill Gross zu!
Wir haben mehrfach darauf verwiesen, daß strukturelle Defizite und nicht zyklische Probleme
Hintergrund dieser Tatsache sind. Wir hoffen, daß dieses Bewußtsein sich auch in Washington
durchsetzt und zu stringenten Reformen führt. Man könnte sich ja ein Beispiel an Griechenland,
Spanien, Portugal oder Irland nehmen. Dann dürfen die Tanklastfahrer in den USA auch mal
streiken (aktuell in GR) …. Sie können ja ein wenig Spaß frühmorgens verstehen, oder?
Kommen wir zu den Fakten:
Das „Beige Book“, das Auskunft über die Wirtschaftslage in den einzelnen Fed-Bezirken liefert,
bestätigt die abnehmende Konjunkturdynamik in den USA. Der O-Ton lautete, daß sich die
Erholung in einigen Bereichen verlangsamte. Der produzierende Sektor expandiere weiter, auch
wenn sich die Aufwärtsdynamik in einigen Distrikten der Fed abschwäche. Insgesamt käme es
aber zu einer Erhöhung der Wirtschaftsaktivität. Die Arbeitsmarktsituation verbessere sich
moderat.
Der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter sank per Juni unerwartet um 1,0%. Erwartet
war eine Zunahme um 1,0%. Der Vormonatswert wurde von -0,6% auf -0,8% revidiert. Diese
Veröffentlichung paßt in das Bild des US-Konjunkturblues.
Der Chart belegt auch, daß die bisherige Erholung in diesem Sektor ohnehin unterproportional
ausgefallen ist. auch das hat mit strukturellen US-Defiziten in der Komposition der Volkswirtschaft
zu tun.
Der Gouverneur Kaliforniens Schwarzenegger hat den Notstand bezüglich des Staatshaushalts
ausgerufen. Um Kosten zu sparen ist der Staat gezwungen öffentliche Mitarbeiter in den
Zwangsurlaub zu schicken.
Dagegen ist die Situation in Griechenland doch ungleich besser, auch wenn derzeit die Mobilität in
Griechenland dank Streiks eingeschränkt ist. Zwangsurlaub gab es dort noch nicht als Sparmodell.
Seien wir gespannt, ob die Spekulationsherde, die Südeuropa angegriffen hat nun den Angriff auf
die USA anbläst? Oder bleiben die Damen und Herren still und brav? Sind sie auf einem Auge
blind? Sie dürfen jetzt mit ihrem Nachbarn den Begriff „political correctness“ diskutieren ….
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein
Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.2500-1.2550 neutralisiert den positiven Bias.
Viel Erfolg!


Weitere Meldungen
08.06.2011 Bremer Landesbank – Euro freundlich bis stabil – Daten aus Europa einfach „erfrischend“!
17.11.2009 Bremer Landesbank – EUR/USD stabil – US-Daten enttäuschen die Erwartungshaltung – IWF – Fed – USD!
27.05.2009 Bremer Landesbank – Euro stabil – US-Daten zum größten Teil überraschend gut!

 

NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt unseren
aktuellen Newsletter

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

22:44 Uhr | 09.02.2012
Möllenberg warnt vor ...


21:43 Uhr | 09.02.2012
Siemens sammelt drei Milliarden ...


20:28 Uhr | 09.02.2012
Rehn bestätigt griechisches ...


20:27 Uhr | 09.02.2012
EZB hat für Griechenland keinen ...


20:24 Uhr | 09.02.2012
Etappensieg für Samsung