Bremer Landesbank – Euro weiter freundlich – Datenfront bleibt überwiegend aufgehellt!
Der Euro eröffnet heute (07.35 Uhr) bei 1.4315, nachdem in im US-Handel Höchstkurse bei
1.4331 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 95.70. In der Folge notiert
EUR-JPY bei 137.00, während EUR-CHF bei 1.5190 oszilliert.
Der Euro marschiert gegenüber dem USD weiter. Je besser die Lage, desto mehr Boden gewinnt
der Euro. Dabei ist es vollkommen egal, ob die bessere Datenlage in den USA, Japan, China oder
Europa greift.
Für einige Marktteilnehmer verschließt sich die innere Logik, daß bessere US-Daten dem Euro
nutzen.
Ein bedeutender Erklärungsansatz ist darin zu sehen, daß europäische Banken dank der
Investmentbankersorte „Light“, die wesentlich für die Einkäufe toxischer Strukturen in der
Vergangenheit verantwortlich zeichneten, mit zunehmender Krise erhöhtem Abschreibungsbedarf
ausgesetzt waren. Die eingekauften USD-Aktiva waren zu größten Teilen währungskongruent im
USD refinanziert. Mit zunehmenden Abschreibungen mußten auch die USD-Kredite zurückgeführt
werden. Daraus ergab sich aus Sichtweise der auf Basis des Euro bilanzierenden europäischen
Banken USD-Nachfrage.
Die Gesamtabschreibungen der europäischen Banken liegen aktuell bei knapp 465 Mrd. USD.
Diese aus den Abschreibungen resultierenden USD-Käufe waren wesentlichster Katalysator der
Befestigungen des USD und der aktuellen relativen Stabilität (im Verhältnis zu den USDTiefstkursen
jenseits der 1.60).
Mit abnehmender konjunktureller Schwäche und/oder zunehmender Zuversicht im Rahmen der
Finanzkrise sinkt der Abschreibungsdruck auf die europäischen Finanzinstitute.
Im Gegenteil kann es sogar sein, daß die Bewertungen der toxischen Aktiva ansatzweise zu
niedrig ausgefallen waren.
Ergo erfährt der USD keine weitere Subvention aus dieser Nische, die qualitätstechnisch den
Begriff technische Ineffizienz verdient.
Die Arbeitslosenrate der Eurozone legte per April stärker als erwartet von zuvor 8,9% auf 9,2% zu.
Wesentliche Marktwirkung ging von dieser Veröffentlichung nicht aus.
Die anhängigen US-Hausverkäufe verzeichneten eine fulminante und absolut nicht erwartete
Zunahme im Monatsvergleich um 6,7%. Die Prognose war bei lediglich +0,5% angesiedelt. Damit
kommt es den dritten Monat in Folge hier zu Anstiegen.
Im Jahresvergleich ergab sich nach einer Zunahme um 1,1% per März im April der ein weiterer
Anstieg in Höhe von 3,2% und damit der zweite Anstieg in Folge (siehe Chart).
Anzeichen einer Bodenbildung der Nachfrage am US-Wohnimmobilienmarkt verstärken sich
zunehmend.
Der „ABC News Money Magazine Consumer Comfort Index“ sank in der Berichtswoche von zuvor
-47 auf aktuell -49 Punkte.
Hier bleibt es bei einem diffusen Bild, das ein Stück weit im Widerspruch zu den deutlich
verbesserten Ergebnissen der Pendants der Uni Michigan oder des „Conference Boards“ steht.
Wir nehmen diese Diskrepanz zur Kenntnis und verweisen auf unsere Präferenz für den „ABC
News Money Magazine Consumer Comfort Index“.
Losgelöst von dieser ansatzweise „kritischen“ Sichtweise impliziert aber auch der „ABC News
Money Magazine Consumer Comfort Index“ eine Bodenbildung auf historisch niedrigem
Indexniveau.
Der Kfz-Absatz legte in den USA per Mai auf annualisierter Basis von zuvor 9,26 auf nun 9,83 Mio.
Einheiten zu. Die Konsensusprognose der Analysten lag bei „nur“ 9,31 Mio. Kfz. Damit wurde im
laufenden Jahr der höchste monatliche Absatz erreicht. Mithin gilt auch hier der Ansatz, daß eine
Bodenbildung auf äußerst mäßigem Niveau Raum greift. Der beigefügte Chart verdeutlicht diesen
Umstand nur allzu deutlich. Die Optimisten fokussieren sich auf die Bodenformation, den
Pessimisten bleibt das Argument des unverändert schwachen Niveaus im historischen Kontext.
Bezüglich der anstehenden Daten verweisen wir heute auf die unten angeführte Datenbox. Die
Phalanx der Veröffentlichungen ist umfassend. Wir erwarten, daß der Unterton positiv ausgeprägt
bleiben wird. Besondere Bedeutung kommt den Einkaufsmanagerindices aus der Eurozone und
den USA und dem US-Auftrageingang zu.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro favorisiert. Erst ein nachhaltiges
Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.4070 -00 neutralisiert den positiven Bias.