Analysten Bremer Landesbank – Italien refinanziert sich immer teurer – viel Bewegung in EUR/USD – Merkel erteilt Euro-Bonds erneut eine Absage
Der Euro notiert aktuell bei 1.3265 – im Bereich der tiefsten über Nacht gehandelten Kurse. Auch
EUR/JPY ist weiterhin unter Druck (103,40). USD/JPY notiert aktuell bei 77,95.
Im Euroraum hat sich die Wirtschaftsstimmung im November etwas stärker als erwartet eingetrübt.
Der Economic Sentiment Index ist von 94,8 Punkten auf 93,7 Punkte gesunken. Unter den großen
Euro-Ländern trübte sich die Stimmung am stärksten in Frankreich ein (-3,7). Dahinter folgen die
Niederlande (-1,8). In den großen Krisenstaaten Italien (+0,8) und Spanien (+0,2) verbesserte sich
die Stimmung dagegen. Für Deutschland blieb die Lageeinschätzung nahezu unverändert (-0,1).
Der Indikator befindet sich nur noch in Deutschland über seinem langfristigen Durchschnitt.
Frau Merkel hat im Vorfeld des in der kommenden Woche stattfindenden EU-Gipfels den allseits
geforderten Euro-Bonds erneut eine Absage erteilt. Genau hat sie gesagt:“ wir sind weit von Euro-
Bonds entfernt; es paßt nicht zusammen, auf der einen Seite Sünder zu bestrafen und auf der
anderen Seite gemeinsame Zinssätze festzusetzen. Auch die EZB soll ihrer Ansicht nach nicht
Liquidität in unbegrenzter Höhe zur Verfügung stellen. Die Meinungen scheinen an dieser Stelle
weiterhin –vorsichtig gesagt- etwas auseinander zu gehen.
Das Verbrauchervertrauen in den USA hat sich im November deutlich erhöht. Der Index stieg auf
56,0 Punkte von 40,9 (revidiert) im Oktober. Sowohl die derzeitige Situation als auch die
Aussichten wurden deutlich positiver als im Vormonat gesehen. Allerdings waren die vergangenen
drei Monate auch sehr schlecht. Dies verdeutlicht der Chart. Euphorie ist also auch
Heute erwarten wir Zahlen in Hülle und Fülle. Italien steht derzeit im Fokus der Finanzmärkte – ich
habe daher alle heute Wirtschaftsdaten mit aufgenommen. Zudem erhalten wir Aufschlüsse über
den deutschen, den europäischen und –nachmittags- über den amerikanischen Arbeitsmarkt.
Wichtig ist ebenfalls der Chicago Einkaufsmanagerindex.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das zunächst den USD gegenüber dem Euro
favorisiert. Ein Überwinden der Widerstandszone bei 1.3420 – 50 neutralisiert den negativen Bias
des Euros. Die gestrige Bewegung führte uns direkt in diesen Bereich. Das High lag knapp über
1,3440. Nach kurzer Zeit haben die Marktteilnehmer dann aber gemerkt, daß die italienischen
Renditen mitlerweile ein unakzeptables Niveau erreicht haben. Dementsprechend wurden bei
EUR/USD auch schnell wieder Gewinne mitgenommen.
Viel Erfolg!