Der Euro eröffnet heute (07.30 Uhr) bei 1.3995, nachdem in Fernost während der letzten 24
Handelsstunden Tiefstkurse bei 1.3953 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY
auf 95.50. In der Folge notiert EUR-JPY bei 133.65, während EUR-CHF bei 1.5195 oszilliert.
Wir verweisen darauf, daß nachfolgender Absatz mit Stilmitteln der deutschen Sprache (Ironie,
Satire, Sarkasmus) garniert ist. Der verstärkte Einsatz dieser Stilmittel dient der Hervorhebung!
Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte liefert uns überwiegend die Erkenntnis, daß die
Sommerpausen an den Finanzmärkten von Seitwärtsbewegungen gekennzeichnet sind.
Im Jahr 2009 entspricht genau das fraglos den Interessen auf G-10 Ebene nach den Erfahrungen
einer circa 2 Jahre andauernden Finanzkrise und einer massiven Rezession:
• Per Sommer 2009 sind die Aktienmärkte stabiler und korrigieren den nachhaltigen
Anstieg der letzten Monate.
• Die Rohstoffmärkte haben die Tiefpunkte hinter sich gelassen, das stabilisiert viele
wichtige Schwellenländer.
• Die Rentenmärkte sind nach dem Ausverkauf gleichfalls auf tolerierbares Niveau
zurückgekommen. Niedrige Kapitalmarktzinsen brauchen die „Blasenländer“ oder das
Zentrum des Finanzsystems (USA und UK – London).
• Der USD liefert zumindest relative Stabilität.
• Edelmetalle sind (temporär) „domestiziert“.
• Die Weltkonjunktur befindet sich in einer Bodenbildung und vor einer Trendwende dank
massivster Stimulierung.
Die Vertreter der Politik und der Zentralbanken reden die Stabilisierungserfolge zu Teilen klein.
Eine derartige Verhaltensweise ist neu. In den letzten Jahren war genau die andere Seite
angesagt. Sie erinnern sich sicherlich noch an den Ausspruch „The crisis is contained!“ (Trichet,
Paulson, Bernanke und andere Teilnehmer der so genannten „Finanz- und Politelite“).
So eine Neuausrichtung, zumal wenn sie in der Breite angelegt ist, ist niemals Folge eines
stochastischen Prozesses, sondern grundsätzlich Folge einer Verabredung! Hier stellt sich die
Frage nach der Motivation dieser Protagonisten.
Ein Hintergrund könnte sein, daß die Finanzmärkte im 2. Quartal zu schnell die Stabilisierung diskontierten und damit über die Neubewertung Teile der Stabilisierungsmaßnahmen
unterminierten. Mit anderen Worten gäbe es ein politisches Interesse, losgelöst von den realen
Stabilisierungserfolgen zu große Spielfreude an den Finanz- und Rohstoffmärkten zu unterbinden.
Diese Annahme wäre natürlich pure Spekulation unsererseits.
Eine andere Interpretationsvariante könnte fraglos sein, daß die „Finanz- und Politelite“ zwar die
Reflationierung der realen Wirtschaft als auch die Stabilisierung der Finanzarchitektur mit den
größten Interventionen in der Geschichte forcierte, aber nun den selbst verursachten Resultaten
nicht traute.
Nichts ist unmöglich!
Sie sehen, es gibt immer mehrere Ansätze, Entwicklungen zu analysieren und zu interpretieren.
Die beiden dargestellten Varianten sind selbstredend nicht die einzigen Möglichkeiten…
• Vielleicht ist alles auch nur ein zufälliger Prozeß, weswegen es ja auch internationale
Kooperation in bisher unbekannter Intensität gibt …
• Vielleicht gibt es auch tatsächlich freie Märkte in den Ländern USA und England, die
gestern diese Spielart noch jedem anderen Land aufoktroyieren wollten …
Fakt ist, daß die Wahrscheinlichkeit ausgeprägter Seitwärtsbewegung für die Sommerpause als
hoch einzustufen ist. Dabei kann es durchaus zu „False Breaks“ kommen.
Die Einzelhandelsumsätze der Eurozone sanken per Mai unerwartet um -0,4%. Die
Konsensusprognose war bei -0,1% angesiedelt. Der Vormonatswert wurde von +0,2% auf +0,1%
angepaßt.
Im Jahresvergleich ergab sich in der Folge ein Rückgang von -2,5% (zuvor -2,3%) auf -3,3%
(Prognose -2,7%). Mithin kommt von dieser Seite per Berichtsmonat Mai keine Entspannung für
die Konjunktur der Eurozone.
Heute steht der US-ISM-Dienstleistungsindex per Juni auf der Agenda. Analysten unterstellen
einen Anstieg des „Composite Index“ von zuvor 44,0 auf 46,0 Punkte. Damit würde sich der dritte
Anstieg in Folge ergeben. Der Blick auf den Chart verdeutlicht, daß sich hier ausgehend von dem
Tiefstpunkt per November 2008 eine Stabilisierung ergibt. Mit dem heute erwarteten Anstieg
ergäbe sich der höchste Wert seit der verstärkten Ausprägung der Krise nach Lehmann.
Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das zunächst eine neutrale Haltung in der Parität
EUR-USD favorisiert.
Viel Erfolg!