EXPERTEN

9:53 | 03.09.2010
Deka Bank – Was ist mit dem Konjunkturzyklus der US-Wirtschaft los?

Die Investitionsdynamik der US-Unternehmen ist im bisherigen
Konjunkturaufschwung weit überdurchschnittlich gewesen. Der Arbeitsmarkt
hat hiervon aber nicht wie gewohnt profitiert. Die Folge ist, dass der
Aufschwung nach vier Quartalen weiterhin fragil ist.

Der Unterschied der Wachstumsgeschwindigkeiten von
Unternehmensinvestitionen und Arbeitsmarkt ist historisch hoch. Die
Gründe hierfür sind vielfältig und betreffen sowohl das Arbeitsangebot
als auch die Arbeitsnachfrage.

Von Seiten des Arbeitsangebots sind wohl die Nachwehen der
Immobilienkrise und die Alterung der Gesellschaft im Zusammenhang mit
regionalen Wachstumsdivergenzen die größte Belastung. Der Verlust an
Humankapital kommt erschwerend hinzu.

Dagegen scheint bei der Arbeitsnachfrage die Unternehmensgröße im
Zusammenwirken mit der Investitionstätigkeit eine entscheidende Rolle zu
spielen. In der Vergangenheit sorgten in erster Linie kleine und
mittlere Unternehmen für den Beschäftigungsaufbau. Die kleinen
Unternehmen investieren derzeit, aufgrund der noch violetten
Bankenkrise, nicht ausreichend und schaffen damit keine zusätzlichen
Arbeitsplätze. Die großen Unternehmen haben andere
Finanzierungsmöglichkeiten und können daher investieren. Diese
Investitionen führen aber bislang zu keinem spürbaren
Beschäftigungsaufbau.

Die allgemeinen Finanzierungsbedingungen verbessern sich, und auch die
Gewinnentwicklung der kleinen Unternehmen ist aufwärtsgerichtet. Der
Konjunkturaufschwung ist somit zwar noch fragil. Die strukturellen
Verbesserungen dürften sich aber zukünftig in einer höheren
wirtschaftlichen Aktivität niederschlagen.


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