EXPERTEN

13:13 | 23.04.2008
DekaBank: Euroland: Einkaufsmanagerindizes im April – Industrie geht die Puste aus, Dienstleister nur vermeintlich entspannt

Der vorläufige Gesamtindex der Einkaufsmanager zeigte sich im April überraschend robust. Er legte leicht von 51,8 auf 51,9 Punkte zu – eine Fassade, hinter der es merklich bröckelt.

Das verarbeitende Gewerbe präsentierte sich in schwacher Verfassung. Sein Einkaufsmanagerindex ging von 52,0 auf 50,8 Punkte zurück und notiert damit nur noch knapp über der Expansionsschwelle. Die Dienstleister konnten sich dagegen leicht erholen: Ihr Index stieg von 51,6 auf 51,8 Punkte.

Ein Blick in die Details ernüchtert allerdings: Die Neuaufträge im verarbeitenden Gewerbe sanken um über zwei Punkte auf 48,6. Das ist der schlechteste Wert seit Mai 2005. Auch der Beschäftigungsindex für die Gesamtwirtschaft gab weiter nach.

Die Finanzkrise mit all ihren Verwerfungen nagt weiterhin am Wirtschaftswachstum. Gleichzeitig führt sie nicht zu einem abrupten Wegbrechen der Konjunktur. Auch deshalb signalisieren die Preisindizes der Einkaufsmanager weiterhin Inflationsdruck. Das Dilemma der Europäischen Zentralbank spitzt sich somit zu.

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