EXPERTEN

9:52 | 25.09.2008
Forexone-Blog: Abnehmende Volumina beherrschen das allgemeine Marktbild

Zürich/Frankfurt/New York/Tokio

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

zunächst ein Blick auf die gestern gemachten Wirtschaftsmeldungen, bevor wir mit den Entwicklungen auf den internationalen Kapitalmärkten fortfahren:
Für die saisonbereinigte Leistungsbilanz für die Eurozone wurde im Juli ein Defizit in Höhe von 1,7 Mrd. Euro nach 6,1 Mrd. Euro im Vormonat nachgewiesen. (Bitte beachten Sie, dass dieses Ergebnis von zuvor veröffentlichten -8,2 Mrd. Euro wertberichtigt worden ist. Ohne Bereinigung wurde für den Berichtsmonat ein Minus in Höhe von 1,1 Mrd. Euro verzeichnet.
Für die Handelsbilanz wurde ein Defizit in Höhe von 1,6 Mrd. Euro notiert, für die Dienstleistungsbilanz ein Minus in Höhe von 4,4 Mrd. Euro festgestellt, für die Einkommensbilanz ein Überschuss in Höhe von 2,3 Mrd. Euro. Die Transferbilanz ist mit 6,8 Mrd. Euro im Defizit.

Für den ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland wurde für den Monat September ein Ergebnis bei 92,9 registriert. Im Monat zuvor hatte dieser noch bei 94,8 notiert.
Der Index für die Geschäftslage liegt bei 99,8 nach zuvor 103,2. Der Index zur Geschäftserwartung notiert bei 86,5 nach 87,0 im Vormonat.

Für die Zahl der US-amerikanischen Hausverkäufe wurde im August ein weiterer Rückgang auf 4,91 Mio. registriert. Hier wurde im Vorfeld auf ein Rückgang zwischen 4,93 bis und Mio. gesetzt. Zur Ihrer Orientierung: Im Vormonat wurden 5,02 Mio. Häuser verkauft. Bitte beachten Sie, dass damit der Vormonatswert von 5,00 Mio. nach oben wertberichtigt worden ist.

Die Bekanntgabe des wöchentlichen Ölmarktberichts der Energy Information Administration zur US-amerikanischen Lagerhaltung ergab, dass die US-amerikanischen Rohölvorräte, die Crude Oil Inventories in der vorangegangenen Woche um 1,5 Mio. Barrel nach zuvor -5,9 Mio. Barrel gesunken sind.
Die Benzinvorräte, die Gasoline Inventories hätten sich nach offiziellen Angaben in den Vereinigten Staaten im Wochenvergleich um 5,9 Mio. Barrel verringert, nachdem zuletzt ein Minus in Höhe von 3,3 Mio. Barrel verzeichnet worden ist.
Die Vorräte an Destillaten, die Distillate Inventories, die auch das Heizöl beinhalten, sind gegenüber der Vorwoche in den Vereinigten Staaten um 4,2 Mio. Barrel nach zuvor -900.000 Barrel gesunken.

Der US-Notenbankchef Ben Bernanke betonte vor dem Wirtschaftsausschuss des Kongresses, dass die Kreditgeber aufgrund der Verschlechterung der Lage beim Aufstocken von Krediten höhere Vorsicht walten lassen, was sich negativ auf das Wachstum auswirkt. Eine grandiose Feststellung.

Die US-Equity-Märkte haben unentschlossen geschlossen. Die Händler spürten, dass selbst diejenigen, die die Krise geradebiegen wollen, keinen Routenplan zur Hand haben, zumal das Hilfsprogramm zum Spielball in den wahl- und parteitechnischen Begebenheiten werden könnte.
Der Dow Jones Industrial büsste 0,27 Prozent auf 10 825,17 Punkte ein.
Der marktbreite S&P-500-Index verabschiedete sich um 0,20 Prozent schwächer auf 1185,87 Zählern aus dem Handel.
An der Technologiebörse Nasdaq ging es für den Composite-Index um 0,11 Prozent auf 2155,68 Punkte hoch. Der NASDAQ 100 stieg um 0,78 Prozent auf 1661,33 Punkte.
Schlecht steht es momentan um die Citigroup, die Papiere gaben um 5,2 Prozent auf 18,96 Dollar nach und trugen somit die rote Laterne im Dow.
GE verloren 1,4 Prozent auf 24,59 Dollar.
Die US-Anleihen haben sich im späten Geschäft knapp behauptet gezeigt. Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 4,00 Prozent verloren 2/32 auf 101-18/32, ihre Rendite lag bei 3,81 Prozent. Der mit 4,50 Prozent verzinste Longbond sank um 16/32 auf 101-14/32, er rentierte mit 4,41 Prozent.

Die deutschen Aktienmärkte haben sich uneinheitlich gezeigt.
Der deutsche Leitindex gab um 0,26 Prozent auf 6.052,87 Zähler nach. In Dax-Titeln auf Xetra wurden 121,9 Mio. Aktien im Wert von rund 5,11 Mrd. Euro gehandelt, man beobachtet also ein abnehmendes Volumen, was die gegenwärtige Unsicherheit gut spiegelt.
Der MDAX verlor 0,40 Prozent auf 7.395,74 Punkte.
Der technologielastige TecDAX konnte leichte 0,75 Prozent auf 740,58 Zähler zulegen.
Hier wurde von den Finanzwerten die unsichere Indikation bestätigt. Für die Titel der Deutschen Bank ging es um 3,11 Prozent auf 55,50 Euro nach oben, während Commerzbank um 0,98 Prozent auf 15,10 Euro nachgaben.
Die deutschen Renten-Futures haben sich fester präsentiert.
Der Dezember-Kontrakt des Bund-Futures kletterte um 62 Ticks auf 114.02 Prozent. In einer Tageshandelsspanne zwischen 113,23 Prozent und 114,08 Prozent wechselten rund 771.464 Kontrakte die Hände. Auch hier wieder die Beobachtung: Das Volumen wird deutlich dünner
Der BOBL-Futures kletterte um 33,5 Ticks auf 108,935 Prozent.

Nippons Börsen haben sich gestern etwas fester präsentiert.
Nikkei-225 konnte 0,2 Prozent bzw. 24 Punkte auf 12.115 Stellen gewinnen.
Der marktbreite Topix gab 0,1 Prozent bzw. einen Punkt auf 1.168 Punkte nach.
Honda Motor gaben um 3,6 Prozent auf 3.520 Yen nach.
Nikkei-225 notiert heute morgen zum Beobachtungszeitraum bei 12.029,00 Punkten im Minus.

Der November-Kontrakt im Crude Oil hat gestern leichte 88 Cent auf $105.73 eingebüsst.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, der Wirtschaftstag wird heute durch folgende Bekanntgaben geprägt:

10:00 Uhr MEZ: Die Publikmachung der Zahlen zum Geldvolumen in der Eurozone für August 2008 durch die Europäische Zentralbank (EZB) findet um 10:00 Uhr statt.

14:30 Uhr: Die Offenlegungen:

- der Zahlen zu den US-amerikanischen Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter (Durable Goods Orders) für August 2008 (Die Marktteilnehmer erwarten im Vorfeld ein Rückgang der US-amerikanischen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter im Bereich von 1,3 bis 1,5 Prozent nach +1,3 Prozent im Vormonat)

- der Zahlen zu den US-amerikanischen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (Initial Jobless Claims) für die Vorwoche (Bitte beachten Sie, dass 445.000 neue Erstanträge erwartet werden.)

sind auf 14:30 Uhr angesetzt.

16:00 Uhr: Die Veröffentlichung der Zahlen zu den US-amerikanischen Verkäufen neuer Häuser (New Home Sales) für August 2008 erfolgt um 16:00 Uhr. Die Marktteilnehmer gehen im Vorfeld von 515.000 bis 518.000 Hausverkäufen nach 515.000 im Vormonat.

16:35 Uhr: Die Bekanntmachung des wöchentlichen Ölmarktberichts der Energy Information Administration (EIA) zur US-amerikanischen Lagerhaltung ist auf 16:35 Uhr terminiert.

18:00 Uhr: Die Anhörung des Vorsitzenden der US Federal Reserve Bank Ben Bernanke vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des US-amerikanischen Repräsentantenhauses anlässlich der jüngsten staatlichen Förderungen von Unternehmen rundet den Wirtschaftstag ab.

Das Trademonster-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erfolgreichen Handelstag. Es folgen nun die Devisenhandelsstrategien für den heutigen Tag, die wir mit bestem Fachwissen und Expertise für Sie erstellen.

EUR/USD

Aktueller Kurs: 1,4749
Tageshandelsspanne: 1,4698-1,4831
Empfehlung: Long
Ziel: 1,4815

Auch hier spiegelt sich die große Unsicherheit wieder.

Der Gedanke, davon auszugehen, dass der US-amerikanische Staat soweit angeschlagen ist, dass die europäische Zentralwährung weiterhin gegen den US-Dollar aufwerten wird, ist momentan einfach zu real um ihn nicht in bares Geld umzuwandeln. Ganz ehrlich, unter Brüdern: So richtig kommt das Hilfspaket nicht in die Gänge, die Problematik wurde und wird ausführlich behandelt.

Wir würden heute schauen, ob sich Bewegungen bis zu der 1,4698-Marke etwas abkühlen um dort leichte Positionen in die Richtung der 1,4815-Linie zu etablieren. Zuvor ist ein Überwinden der 1,4789-Marke von großer Bedeutung, hier könnte es etwas stocken.

USD/CHF

Aktueller Kurs: 1,0814
Tageshandelsspanne: 1,0688-1,0881
Empfehlung: Short
Ziel: 1,0789

Was auch passiert, aus vielen Gründen wird man die allgemeine Unsicherheit nutzen um das Marktverhältnis in diesem Devisenpaar weiterhin zugunsten der Bären und der Dollargegner auszubauen.

US-Dollar-Aufwertungen bis in die Nähe der 1,0881-Marke müsste man einfach shorten. Wir werden sehen, ob nach oben die 1,0858 noch einmal genommen werden kann.

Das Ziel würde bei 1,0815, optimistisch könnten 1,0789 angetestet werden.

Bitte agieren Sie vorsichtig und setzen Sie bei Ihrem Vorgehen enge Stops. Auf der Oberseite sollte heute die 1,0900-Marke nicht ernsthaft gefährdet werden.

EUR/JPY

Aktueller Kurs: 155,83
Tageshandelsspanne: 155,36-157,51
Empfehlung: Long
Ziel: 156,55

- Wir würden heute einen Bruch des 155,32-155,46-Bereiches mit einer Position zunächst gegen die 154,88-Linie handeln. Optimistisch sind 153,92. Wir werden wie immer sehen. – 154,88 wurden dann pipgenau angelaufen.

Solche Handelstage sind tricky, aber wenn Sie wissen wo die wichtigen Handelsaktivitäten stattfinden und wie Sie das für sich ausnutzen können, ist es keine Kunst.

Das war für den gestrigen Handelstag ein hervorragendes Ergebnis.

Heute ist hier eher mit Käuferaktivität zu rechnen, nachdem gestern die Fallgruben für die Bären aufgestellt worden sind, u.a. das schnelle Ziehen von der 154,88-Linie. Das ist nur ein Symptom unter vielen, wenn Sie das Marktbild kennen.

Wir handeln einen Bruch der 156,22-Marke mit einer Position in die Richtung der 156,55-Linie.

GBP/USD

Aktueller Kurs: 1,8631
Tageshandelsspanne: 1,8588-1,8665
Empfehlung: Flat
Ziel: k. A.

Das dürfte sich heute zwischen 1,8588 und 1,8665 beschränken, aber: diese beiden Volkswirtschaften sind so desolat und es werden vor allen Dingen so viele Informationen zurückgehalten, dass man als vernünftiger Mensch vieles tun wird, doch bestimmt nicht hier weiterhandeln.

Wir lassen den beiden noch ein wenig Zeit, ansonsten schmeißen wir dieses Devisenpaar heraus und ersetzen es durch ein anderes. Wir werden sehen, für gute Entscheidungen muss man sich Zeit lassen, dann geht die Umsetzung sehr schnell.


EUR/GBP

Aktueller Kurs: 0,7913
Tageshandelsspanne: 0,7888-0,7958
Empfehlung: Flat
Ziel: k. A.

Auch hier gilt: Abwarten ist gesünder.

Dafür, dass die Indikation von Seiten der Equities und der Anleihen so nichtssagend ist und man jederzeit mit dem Platzen einer neuen Bombe wartet, ist hier das Stehen an der Seitenlinie dem Handel zum gegenwärtigen Zeitpunkt vorzuziehen.

Zitat des Tages

Das Leben ist ein dorniger Rosenstock und das Glück die Blüte. (Konfuzius)

Wichtiger Hinweis

Dieser Marktkommentar stellt keine Aufforderung zur Teilnahme an Devisengeschäften dar. Die hier dargestellten Marktanalysen werden von der forexone AG (www.forexone.ch) erstellt. Diese Analysen stellen keine Handlungsempfehlungen von TRADE MONSTER dar. Für die Richtigkeit der Daten und Analysen kann TRADE MONSTER keine Gewährleistung übernehmen. Sie soll Ihnen lediglich Informationen und Hilfen geben, kann und will aber eine gründliche Ausbildung bzw. Einweisung in den Handel mit Devisenkontrakten nicht ersetzen. Wir übernehmen keine Haftung für Verluste, die aus Nutzung der hier dargestellten Inhalte und Informationen entstehen.

Anlageformen wie der Forex-Handel bieten Gewinnchancen unter Inkaufnahme großer Risiken. Hierbei handelt es sich um hochspekulative Anlagengeschäfte, bei denen Sie als Anleger Ihren gesamten Einsatz verlieren können. Bitte beachten Sie auch unseren Disclaimer.


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