EXPERTEN

12:39 | 09.12.2009
Gold durchbricht die 1.200 US$ Marke – Jahresziel erreicht, wie geht es jetzt weiter?

Die Analysten des Smallcap-Investors haben folgenden interessanten Bericht veröffentlicht:

 

Gestern durchbrach der Goldpreis erstmals die 1.200 US$ Marke. Auch heute setzt sich der Kursanstieg weiter fort. Somit konnte der Goldpreis in den letzten Wochen/Monaten eine fulminante Rallye hinlegen. Auch wenn viele Journalisten und Beobachter die Goldstärke vor allem auf den schwachen US$ zurückführen, so übersehen doch viele von Ihnen, dass in den letzten Monaten ein fundamentaler Schwenk vollzogen wurde. Begonnen hat dies mit der Ankündigung, dass der IWF sein Gold verkaufen will und es zu keiner signifikanten Kursschwäche gekommen ist.

 

Eine weitere Überraschung war, dass nicht China diese Goldbestände des IWF´s aufkaufte, sondern verschiedene andere Länder, wie z. B. Indien und Mauritius. Der stärkste Impuls geht aber wahrscheinlich trotzdem von China aus. Durch das aktive bewerben, dass Privatpersonen Gold und Silber kaufen sollen, versucht die chinesische Regierung seine Bürger auf die nahenden Probleme vorzubereiten. Die chinesische Führung hat erkannt, dass Gold und Silber gleichbedeutend wie Geld ist und da die chinesische Währung wahrscheinlich durch einen Kollaps des US$ oder des Euro genauso in Mitleidenschaft geraten würde, haben Sie eben beschlossen, dass sich ihre Bürger selbstständig vorsorgen sollten und der einfachste und effizienteste Weg ist dafür das man Gold und Silber kauft.

 

Diese Maßnahme sorgt für eine enorme Nachfrage an den Goldmärkten und trotz des starken Goldanstieges ist der Goldmarkt an sich sehr klein. Die gesamte jährliche Förderung hat mit aktuellen Kursen einen Wert von rund 100 Mrd. US$. Dieses Volumen entspricht ein wenig mehr der Marktkapitalisierung von Siemens. Mit diesem Vergleich sehen Sie wie klein der Goldmarkt an sich ist und somit ist es auch verständlich, dass wenn solche Maßnahmen, wie die von der Regierung in Peking gesetzt werden, enorme Einflüsse auf den Goldpreis haben.

 

In den letzten Monaten ist also sehr vieles passiert, das sehr positiv für den Goldpreis war. Neben den Maßnahmen der chinesischen Regierung und des Verkaufes des IWF-Goldes hat auch Barrick Gold, der größte Goldproduzent der Welt, beschlossen seine Vorwärtsverkäufe zurückzudecken. Barrick besaß Anfang September noch Vorwärtsverkäufe von rund 3 Mio. Unzen Gold. Diese wurden in den letzten Wochen zurückgedeckt. All diese Maßnahmen führten dazu, dass der Goldpreis massiv gestiegen ist, dies dürften sich auch die „Commercials“ (Produzenten, Marktinsider, usw.) gedacht haben, denn in den letzten Wochen und Monaten haben die eine Rekord-Shortposition aufgebaut. Sie wetten also auf fallende Goldpreise. So hohe Shortpositionen waren immer ein Anzeichen dafür, dass der Markt kurz vor der Korrektur steht, trotzdem ist der ist der Goldpreis weiter angestiegen.

 

Unter folgendem Link finden Sie den Chart:

http://www.smallcap-investor.de/downloads/Goldchart.pdf

 

Wie geht es jetzt aber weiter? Denn gestern hat Barrick Gold veröffentlicht, dass Sie Ihre Vorwärtsverkäufe zurückgedeckt hat, d.h. Sie haben in den letzten 2 Monaten rund 3 Mio. Unzen Gold am Markt gekauft. Ich persönlich habe damit gerechnet, dass auf diese Meldung der Markt mit Kursabschlägen reagiert, denn immerhin fällt jetzt ein wichtiger Nachfrager vom Gold weg. Jedoch ist genau das Gegenteil passiert, der Goldpreis hat auch heute wieder gut 1,5 % zugelegt, ich fürchte das nun die „Commercials“, die rund 400.000 Kontrakte Short im Gold sind, langsam nervös werden, denn die Nachfrage nach Gold ist weiterhin sehr stark.

 

All diese Faktoren lassen mich zu dem Schluss kommen, dass wir wirklich jetzt bei einer fundamentalen Neubewertung des Goldes stehen. Viele Länder haben erkannt, dass Gold ein wichtiger Bestandteil der Währungsreserven ist und beginnen nun Ihre Goldpositionen aufzubauen, bzw. kaufen die Produktion der Minen auf, sodass dieses Gold gar nicht mehr auf den Markt kommt. Dazu besteht auch noch eine Riesenshortposition, die in der Vergangenheit immer ein Zeichen für eine Marktkorrektur war, jedoch liegen diese Marktteilnehmer schon seit Wochen falsch und haben damit bereits eine Riesenverlustposition im Portfolio stehen. Wielange Sie diese Position noch halten können ist fraglich. Gefährlich könnte es um die Weihnachts- und Neujahrzeit sein, denn hier ist normalerweise der Handel sehr dünn und verschiedene Marktteilnehmer hätten hier die Möglichkeit den Goldpreis massiv zu beeinflussen. Das heißt, dass es gerade um die Weihnachtszeit passieren könnte, dass die Shorthändler versuchen werden den Goldpreis zu drücken. Trotzdem führt langfristig kein Weg daran vorbei, dass man Gold und Silber in seinem Portfolio haben muss. Dies trifft sowohl auf physisches Gold und Silber zu, als auch in Form von Gold- und Silberminen. Gerade im Hinblick auf die aufkommende Diskussion, das Gold der Mehrwertsteuer unterlegt werden soll, sollten Sie überlegen, ob sich nicht gerade heuer Gold zu Weihnachten als Geschenk anbieten würde.

 

 

Kurs auf

 

Ihr

Joachim Brunner

 

Achtung: Joachim Brunner ist Berater des First Junior Zertifikates (WKN LS1JEX) und des Fonds PI global one (WKN 0A0636). Es ist daher möglich, dass sich die in diesem Artikel beschriebenen Aktien im Fonds/Depot bzw. dem dazugehörigen Index befinden.

 

 

Der Artikel unterliegt dem geistigen Eigentum des Autors bzw. des Verlages. Die Weitergabe bzw. die Veröffentlichung an Dritte (auch auszugsweise) ist ohne unsere Zustimmung nicht gestattet.

 

Bitte beachten Sie immer die Risikohinweise auf unserer Webseite www.smallcap-investor.de.

 

Diese Ausgabe wurde am 02.12.2009 an die Smallcap-Investor Premiumabonnenten versendet

 


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