EXPERTEN

10:54 | 30.07.2010
Helaba – Marktkommentar Aktien: Aktienmärkte trotz guter Quartalsberichte uninspiriert

Indikation Unterstützungen Widerstände Handelsbreite
DAX 6.123 6.084 / 6.037 6.160 / 6.250 6.037 / 6.180
EuroStoxx 50 2.733 2.650 / 2.623 2.788 / 2.820 2.670 / 2.780

US-Börsen scheitern an wichtigen Widerständen
Öl- und Euro mit Zugewinnen

Nach Kursgewinnen zum Handelsstart drehten die US-Indizes in den roten Bereich und notierten bis zu ein Prozent schwächer, bevor ein rebound die Kursabschläge reduzierte. Schlussendlich verlor der Dow 0,29 % während die Technologiebörse Nasdaq 0,57 % nachgab. Zunächst hatten bessere Unternehmensergebnisse, vor allem aber der festere Euro (dieser erreichte ein neues 2-Monatshoch) für Rückenwind gesorgt. Für die anschließenden Kursabschläge gab es keine direkt erkennbare Begründung. Damit liegt die Vermutung nahe, dass insbesondere charttechnische Aspekte eine Rolle spielten. Wie in der Grafik zu erkennen ist, prallte der Dow nahezu idealtypisch an seiner zuletzt mehrfach getesteten Widerstandsmarke von 10.584 Zählern ab. Der „Abprall“ war so deutlich, dass der Index kurzzeitig unter die wichtige 200-Tage-Linie abrutschte. „Schnäppchenjäger“ sorgten aber schließlich dafür dass eine Gegenbewegung vollzogen und die Verluste eingegrenzt wurden. Die beschriebene Konstellation gilt es auch in den kommenden Tagen genau zu beobachten, da hier die Weiche für die weitere Bewegungsrichtung gestellt wird. In den USA stehen heute wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda. Im Mittelpunkt des Interesses wird die Veröffentlichung des US-Wachstums für das zweiten Quartals stehen. Eine fortgesetzte Abschwächung der konjunkturellen Dynamik ist wahrscheinlich. Wir erwarten eine annualisierte BIP-Wachstumsrate von 2,4 % und positionieren uns damit leicht unterhalb der Konsensschätzung (2,5 %). Dass die Konjunktur an Kraft verliert, zeigen auch die jüngst veröffentlichten Stimmungsindikatoren. Der heute anstehende Chicago-PMI wird sich wohl in den Reigen nachgebender Frühindikatoren einreihen und auf einen deutlich an Dynamik verlierenden nationalen Einkaufsmanagerindex (ISM) hinweisen (Veröffentlichung nächste Woche Montag). Im Vergleich mit den Vortagen ist der Unternehmensdatenkalender zwar immer noch gut gefüllt, die „großen, marktbeeinflussenden Namen“ sind allerdings nicht mehr häufig vertreten. Beachtenswert sind Chevron (im Konsens wird mit einem EPS von 2,44 USD vs. 2,50 USD in den Flüsterschätzungen gerechnet) und Alcatel Lucent (-0,06).

Angesichts besser als erwartet ausgefallener Unternehmensdaten, startete der Dax mit einer positiven Note in den Handel. Die freundliche Grundstimmung hatte sich im weiteren Verlauf, bis zum Nachmittag, fortgesetzt bevor die Stimmung in Folge der nachgebenden Wall Street kippte. Wirklich überraschend kam „Änderung der Wetterlage“ nicht – Anzeichen dafür, wie z.B. über die zuletzt schwachen Handelsumsätze während der Aufwärtsbewegung, aber auch die sich verschärfende, charttechnische Situation, nach dem Abprall an der 6.250er Marke, sind zu nennen. Bemerkenswert ist, dass die zuletzt veröffentlichten, überwiegend besser als erwartet ausgefallenen Quartalsberichte, kaum einen nennenswerten Markteinfluss hatten. Traditionell sind die Quartale eins und zwei die stärksten, hinzu kommt, dass schon sehr viel positive Erwartung eingepreist war. Auch heute liegen bereits Quartalsberichte vor, wenngleich die Anzahl im Vergleich mit dem Vortag deutlich geringer ist. HeidelbergCement konnte im zweiten Quartal sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis steigern. Der Nettogewinn fiel mit 120 (333) Mio. Euro jedoch geringer aus. Eine Prognose für das Jahr 2010 wurde nicht abgegeben. Wacker Chemie steigerte seinen Quartalsgewinn (Q2) im Vergleich mit dem Vorjahr um 30 % auf 1,20 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen wurde auf 309 Mio. Euro gesteigert. Angesichts der schwächeren Tendenz, sowohl an der Wall Street, als auch in Japan, wird der Dax heute schwächer in den Handel starten. Damit wird die wichtige Unterstützung bei 6.160 Punkten unterschritten, was zunächst weiteres Abwärtspotenzial auf 6.084 Zähler eröffnet. Weitere Supports finden sich bei 6.037 (50-Tage-Linie) und 6.005 (Gann Angle) Zählern.


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