EXPERTEN

11:03 | 29.07.2010
Helaba – Marktkommentar Aktien: Aktienmärkte zeigten sich lustlos

Indikation Unterstützungen Widerstände Handelsbreite
DAX 6.177 6.166 / 6.084 6.250 / 6.272 6.084 / 6.250
EuroStoxx 50 2.767 2.650 / 2.623 2.788 / 2.820 2.710 / 2.810

Dax mit „3-Fach-Top“
US-Auftagseingänge für langlebige Güter im Juni – 1,0 % vs. + 1,0 % im Konsens

Die Vorgaben für den US-Handelsstart fielen auf Grund der Kursverluste an den europäischen Märkten negativ aus. Belastend wirkten zudem die schwächer als erwartet ausgefallenen US-Auftragseingänge für langlebige Güter aus. Diese künden von einer verringerten Erholungsdynamik der US-Industrie. Über 150 Unternehmen haben zwischen Börsenschluss am Dienstag und dem Handelsstart gestern Zahlen präsentiert. Weitestgehend fielen die Berichte besser als erwartet aus, dennoch zeigten sich die Marktteilnehmer relativ unbeeindruckt. Laut dem US-Beige Book ist die Wirtschaftsaktivität in den meisten Regionen gestiegen. Die Kreditvergabe wird weiterhin als zurückhaltend beschrieben. Die Verbraucherpreise sind in den meisten Bezirken stabil während sich die Industrieproduktion teilweise verlangsamt oder abgeschwächt hat. Von konjunktureller Seite stehen heute in den USA lediglich die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf der Agenda. Im Konsens wird mit 460.000 Anträgen gerechnet, was einem leichten Rückgang im Vergleich mit der Vorperiode entspricht. Unternehmensseitig stehen einige beachtenswerte Veröffentlichungen an. Zu nennen sind insbesondere Eastman Chemical (im Konsens wird mit einem EPS von 1,65 USD vs. 1,67 USD in den Flüsterschätzungen gerechnet), Exxon Mobil (1,47 vs. 1,50), Amgen (1,30 vs. 1,42), Motorola (0,08 vs. 0,10) und Potash Corp. (1,19 vs. 1,32). Das charttechnische Bild des Dow hat sich leicht eingetrübt. Insbesondere bemerkenswert ist die Tatsache, dass es dem Index nicht gelungen ist, die Widerstandsmarke bei 10.588 Zählern herauszunehmen. Auf das am Dienstieg ausgebildete Doji folgte gestern eine Abwärtskerze, was die Wahrscheinlichkeit für eine obere Wendeformation größer werden lässt. Ein erstes Kursziel stellt die 200-Tage-Linie im Bereich von 10.405 Zählern dar.

Der Handelsstart des Dax fiel noch recht ermutigend aus. Im weiteren Verlauf machten sich aber mehr und mehr Ermüdungserscheinungen breit, so dass der deutsche Leitindex in die Verlustzone drehte. Zum Xetraschluss war ein Abschlag von 0,46 % auf 6.178,94 Punkte zu verbuchen. Die Aktie der Deutschen Börsen kletterte um 3,98 % und führte damit die Daxgewinnerliste an. Infineon (+2,63 %) und Lufthansa (+1,59 %) folgten. Letztgenannte haben gestern nach Börsenschluss Zahlen präsentiert. Demnach erzielte die Airline im 2. Quartal einen Umsatz von 6,9 Mrd. Euro und ein operatives Ergebnis von 159 Mio. Euro was in etwa im Rahmen der Erwartungen lag. Für das 2. Halbjahr ist man nun zuversichtlicher gestimmt. Heute Morgen werden bzw. wurden weitere Geschäftsberichte veröffentlicht. Die Software AG steigerte das Ergebnis im zweiten Quartal um 33 %, der Umsatz legte um 52 % zu. Siemens steigerte den operativen Gewinn in Q3 in den drei Kernsektoren Industrie, Energie und Medizintechnik im Vergleich mit dem Vorjahr um 40 % auf 2,33 Mrd. €. Angesichts eines Rekordauftragsbestands wird man das Vorjahresergebnis (der operative Gewinn hatte bei 7,5 Mrd. Euro gelegen) übertreffen. BASF hat im zweiten Quartal von der Konjunkturerholung profitiert und einen Gewinnsprung erzielt. Das Ebit vor Sondereinflüssen ist im Vergleich mit dem Vorjahr um 94 % auf 2,2 Mrd. Euro gesteigert worden. Damit wurden die Schätzungen übertroffen. Bayer hat mit seinem Q2-Ergebnis die Schätzungen verfehlt, dennoch wurde der Ausblick bestätigt. Das charttechnische Bild des Dax hat einen leichten Dämpfer erhalten, nachdem der Dax nun insgesamt das dritte Mal an der Widerstandsmarke von 6.250 Zählern gescheitert ist. Hinzu kommt, dass im Index auf eine dem „Gravestone Doji“ ähnliche Candle eine negative Kerze folgte. Wichtig ist es entsprechend, die Unterstützungsmarke (Gann Angle) im Bereich von 6.170 Zähler im Auge zu behalten. Ein Unterschreiten, idealerweise auf Schlusskursbasis, würde zu einer deutlichen Beschleunigung auf der Abwärtsbewegung sorgen.


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