EXPERTEN

9:24 | 18.12.2008
Helaba – Marktkommentar Aktien: Die amerikanischen Aktienmärkte zeigten sich nach dem kräftigen Kursplus vom Dienstag in schwächerer Verfassung
Indikation Unterstützungen Unterstützungen Widerstände Handelsbreite
DAX 4.730 4.627 / 4.520 4.850 / 4.9804 4.630 / 4.850
Euro Stoxx 50 2.459 2.340 / 2.300 2.512 / 2.656 2.400 / 2.550

Der Dow Jones Industrials sinkt um 1,12 % auf 8.824,34 Punkte. Auch S&P 500 (+0,96 % auf 904,42) und Nasdaq (-0,67 % auf 1.579,31) gingen niedriger aus dem Handel.

In den USA stehen zunächst die wöchentlichen Erstanträge zur Arbeitslosenversicherung zur Veröffentlichung an. In der Vorwoche lag der Wert mit 573 Tsd. auf dem höchsten Niveau seit 1982. Eine Entspannung am Arbeitsmarkt ist unseres Erachtens nicht in Sicht. Darüber hinaus steht der Index der Frühindikatoren auf dm Programm, bei dem wir gegenüber dem Konsens Enttäuschungspotenzial ausmachen, nachdem die Zahl der Baugenehmigungen im November eingebrochen war. Der Philly-Fed-Index wird ebenfalls nicht in der Lage sein die Stimmung zu verbessern. Der Empire-State-index deutet einen nochmaligen leichten Rückgang an.

Der Dax konnte sich bis zum Handelsende nicht in positives Territorium vorarbeiten. Mit einem leichten Abschlag von 0,46 % schloss der deutsche Standardindex bei 4.708,38 Punkten. Die größten Verlustbringer waren Aktien der Deutschen Bank, von SAP, Allianz und Münchener Rück. Positiv hoben sich Siemens, Daimler, RWE und E.ON ab.

In Deutschland steht heute der ifo-Geschäftsklimaindex für den Monat Dezember auf der Agenda. Die Schwächesignale für die deutsche Wirtschaftsentwicklung werden dabei überwiegen. Negative Indikationen liefern nicht nur die Mittelwerte der Sentix- und ZEW-Umfragen, sondern auch die industriellen Indikatoren wie der Einkaufsmanagerindex in Deutschland oder auch das Geschäftsklima in Frankreich. Vor allem sehen wir die aktuelle Lagebeurteilung der deutschen Wirtschaft zum Jahresschluss deutlich schwächer als im Vormonat. Die Konsensschätzung von 84 Punkten nach 85,8 halten wir für realistisch. Die nebenstehende Grafik verdeutlicht, dass der EZB auch mit diesen Zahlen weiterer Spielraum für Zinssenkungen gegeben wird. Die zurückhaltenden Äußerungen vonseiten Trichets und Webers sind vor diesem Hintergrund nur schwer nachzuvollziehen. Unserer Einschätzung nach wird das Leitzinsniveau im ersten Quartal bis auf 1,5 % sinken.

Vonseiten der fundamentalen Veröffentlichungen gehen heute keine positiven Impulse aus. Allerdings sind die Vorgaben aus Asien ein Unterstützungsfaktor. Zudem stehen die Pläne der Bundesregierung zur Ankurbelung der Konjunktur im Blickfeld, die insgesamt einen positiven Einfluss auf das Marktgeschehen entwickeln können. Darüber hinaus ist das technische Umfeld per saldo freundlich zu werten. Der MACD richtet sich weiterhin gen Norden und auch RSI und Momentum sind aufwärts gerichtet. Einen Wehmutstropfen stellt jedoch der Stochastic dar, der im überkauften Bereich nach unten gedreht hat. Insofern dürfte es dem Dax schwer fallen, deutlichere Dynamik nach oben zu entwickeln. Widerstände sind bei 4.850 und 4.940 zu finden. Erst ein Überwinden der Marke von 5.302 Punkten,, das Hoch vom 4. November, würde dem Dax aus der Chartanalyse heraus mehr Potenzial eröffnen, denn dann wäre die Doppelbodenformation (4.014/4.034) abgeschlossen.


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