EXPERTEN

11:28 | 27.10.2010
Helaba – Marktkommentar Aktien: USA: ABC-Verbrauchervertrauen sinkt auf -47 von -46 Punkten.

Indikation Unterstützungen Widerstände Handelsbreite
DAX 6.610 6.586 / 6.544 6.668 / 6.706 6.544 / 6.668
EuroStoxx 50 2.848 2.819 / 2.780 2.891 / 2.915 2.819 / 2.891

Dudley (Fed) wiederholt Forderung nach weiteren Stimulierungsmaßnahmen der Fed.
Bundesbankpräsident Weber: Deutscher Aufschwung trägt sich noch nicht selbst.

Der Dax hat eine kleine Verschnaufpause eingelegt, nachdem er seit Monatsbeginn etwa neun Prozent gewonnen hat. Mit 6613 Punkten schloss er knapp 0,4 % im Minus. „Outperformer“ waren die Anteilsscheine von K+S, die angesichts der Preisrally bei Agrarrohstoffen als zu niedrig bewertet wurden. Sie schlossen 2,9 % im Plus. Auf der anderen Seite gaben die Aktien von ThyssenKrupp etwa 2,6 % ab. Belastet wurden die Papiere vom skeptischen Ausblick des weltgrößten Stahlkonzerns ArcelorMittal. Das technische Umfeld des Dax bleibt konstruktiv – trotz der gestrigen Konsolidierung und der im Tageschart zu erkennenden überkauften Marktlage. Daher bleibt die Chance erhalten, dass sich der deutsche Leitindex im Anschluss an eine vorübergehende Korrektur erneut festigt.

Rückenwind könnte es von den heute anstehenden US-Zahlen geben, denn sie werden unserer Einschätzung nach nicht zu einer Verschärfung der Rezessionsängste beitragen. Allerdings gilt zu berücksichtigen, dass sich in jüngster Vergangenheit besser als erwartet ausgefallene Konjunkturzahlen kaum positiv auf die Aktienentwicklung ausgewirkt haben. Heute werden sowohl die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter als auch die Neubauverkäufe steigend erwartet. Bei den Auftragseingängen spricht vor allem die hohe Zahl der Boeing-Bestellungen für ein ordentliches Plus. Ein Anstieg oberhalb der Konsensschätzung ist möglich. Aber auch ohne den schwankungsanfälligen Transportsektor dürfte es zu einer Auftragssteigerung gekommen sein. Bei den Neubauverkäufen zeichnet sich ebenfalls eine Verbesserung ab – wie schon bei den Verkäufen bestehender Eigenheime. Von einer Erholung des Sektors kann allerdings noch nicht gesprochen werden, denn die Verkaufszahlen liegen weiterhin auf historisch niedrigem Niveau. Ungeachtet der Zahlen bleiben Erwartungen auf eine zusätzliche Lockerung der US-amerikanischen Geldpolitik erhalten. Auf die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen dürfte der Präsident der New Yorker Notenbank, William Dudley, heute hinweisen. Er ist einer der vehementesten Vertreter einer lockeren Geldpolitik. Zuletzt hatte er seine Forderungen nach zusätzlichen Liquiditätsmaßnahmen bekräftigt – ungeachtet der bisherigen konjunkturellen Besserung. Hierzulande stehen die vorläufigen Verbraucherpreise im Mittelpunkt. Die Phase extrem niedriger Preissteigerungen scheint beendet. Im Oktober dürften vor allem höhere Benzinpreise zu Buche schlagen und für ein kleines Vormonatsplus sorgen. Das Preisumfeld bleibt per saldo aber moderat – und eine Jahresrate von 1,3 % wäre vergleichsweise gering.

Alles in allem ist das Umfeld für Aktien günstig. Erst bei einem Kursrücksetzer unter 6472 Punkte muss eine weiterreichende Korrektur des Dax ins Kalkül gezogen werden. Danach sieht es derzeit aber nicht aus. Der nächste Widerstand zeigt sich am Hoch vom Freitag bei 6668 Zählern. Darüber kommen die nächsten Hürden um 6750 Punkte zum Vorschein. Demgegenüber ist die technische Verfassung des Dow Jones Index etwas kritischer zu beurteilen. Da der Index daran scheiterte, das zyklische Kurshoch von Ende April dieses Jahres nachhaltig zu überwinden, hat sich das Korrekturrisiko erhöht. Auch die Indikatorenlage im Tageschart lässt einen skeptischen Ausblick zu. Sollte die Unterstützung bei 11066 Punkten unterschritten werden, entsteht Abwärtsrisiko bis 10917 Zähler.


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