EXPERTEN

8:21 | 02.02.2012
Helaba – Marktkommentar Aktien: Wall Street mit leichter Korrektur zum Handelsschluss

Indikation Unterstützungen Widerstände Handelsbreite
DAX 6.632 6.578 / 6.534 6.691 / 6.708 6.540 / 6.720
EuroStoxx 50 2.475 2.458 / 2.432 2.445 / 2.459 2.430 / 2.515

Aktienmärkte: Aufwärtsmomentum hält an
Ölpreis fällt auf 6-Wochen-Tief

Markteilnehmer sind in den vergangenen Wochen von robusten US-Zahlen verwöhnt worden. Konjunkturdaten, die im Rahmen der Erwartung gestiegen sind oder positiv überraschten, haben sich kaum ausgewirkt. Demgegenüber reagiert der Markt sensibel auf Zahlen, die nicht so robust ausfallen wie erwartet. Der Grund für dieses Verhalten ist die Kommunikationspolitik der US-Notenbank. Trotz des verbesserten Konjunkturumfelds haben die Notenbanker stets die Abwärtsgefahren hervorgehoben und die Möglichkeit weiterer quantitativer Maßnahmen (QE3) ins Spiel gebracht. Auch heute dürften der Fed-Präsident von Chicago, Charles Evans, und Fed-Chef Ben Bernanke ein eher konjunkturkritisches Bild zeichnen. Beide sind „Tauben“ und damit Befürworter einer laxen Geldpolitik. Dies dürfte in ihren Vorträgen – wobei Bernanke vor dem Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses Rede und Antwort steht – zum Ausdruck kommen. Die Tür für weitere Stimulierungsmaßnahmen wird wohl offen gehalten. Zudem könnte nochmals darauf hingewiesen werden, dass die Mehrheit der FOMC-Mitglieder eine erste Leitzinserhöhung erst im späteren Verlauf des Jahres 2014 für angemessen hält. Damit bleibt das Renditeniveau in den USA weiter gedämpft. Von konjunktureller Seite bleibt es heute vergleichsweise ruhig. Erst morgen wird es mit dem offiziellen Arbeitsmarktbericht und dem ISM-Serviceindex nochmal richtig spannend. Eine letzte Indikation für die Beschäftigung gibt es von den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Der wieder gesunkene Vierwochendurchschnitt auf unter 380 Tsd. spricht für einen robusten Aufbau neuer Stellen.

Aktienmärkte: Nach einem etwas zögerlichen Beginn startete der Dax im weiteren Verlauf nach oben durch. In der Folge erreichte der deutsche Leitindex ein neues Impuls- und Jahreshoch. Dies ist sehr bemerkenswert, da damit das 61.8%-Fiboancci-Retracement bei 6.593 Zählern (hergeleitet über den Tageschart und den markanten Punkten von 7.600 und 4.965 Zählern) auf Tageschlusskursbasis überwunden werden konnte. In den kommenden Tagen wird sich zeigen müssen, ob die Kraft ausreicht, diese sehr bedeutende Marke zu überwinden. Nachdem zuletzt ein Ausbruch über die 55-Wochen-Linie bestätigt wurde, sollten die Chancen für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung recht gut stehen. Das nächste Projektions-Kursziel lautet dann 6.708 Punkte. Kurstreibende Faktoren waren gestern bessere Daten aus China, nachgebende Renditen bei den 10-jährigen Italien-Bonds und nicht zuletzt die Hoffnung auf eine baldige Einigung zwischen Griechenland und den privaten Gläubigern. Gleich mehrere Einzeltitel standen im Fokus. Nach Zahlenvorlage kletterte die Infineon-Aktie um 5,63 %. Auch der Aktie der Deutschen Börse wurde viel Aufmerksamkeit zu Teil, nachdem die EU-Kommission den geplanten Merger mit der NYSE untersagte. Die heute zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten werden kaum Markteinfluss haben. Vielmehr werden sich die Marktteilnehmer auf die Unternehmensergebnisse konzentrieren. Das Zahlenwerk von der Deutschen Bank liegt bereits vor. Demnach hat die Bank in Q4 einen Verlust in Höhe von 351 Mio. Euro vor Steuern verbucht. Ursächlich für den überraschenden Verlust war vor allem die Euro-Schuldenkrise, insbesondere die Flaute am Anleihemarkt. Im Gesamtjahr verdiente das Institut vor Steuern 5,4 Mrd. Euro. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 0,75 Euro erhalten. Die Vorgaben für den heutigen Handelsstart deuten auf eine leicht freundliche Eröffnung hin.
In den USA setzt sich die Quartalsberichtssaison heute, u.a. mit den Zahlen von Gilead Sciences (im Konsensus wird mit einem EPS in Höhe von 1,05 $ gerechnet, während die Flüsterschätzungen von 1,02 $ ausgehen), Mastercard (3,92 vs. 3,97), Kellogg (0,63 vs. 0,65), CME Group (3,71 vs. 3,56) und Dow Chemical (0,30 vs. 0.34).


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