10:27 | 06.02.2012
Helaba – Marktkommentar Aktien: Warten auf US-Arbeitsmarktbericht
Indikation Unterstützungen Widerstände Handelsbreite
DAX 6.758 6.680 / 6.593 6.795 / 6.860 6.650 / 6.870
EuroStoxx 50 2.520 2.485 / 2.458 2.532 / 2.580 2.470 / 2.570
Aktienmärkte weiter mit Rückenwind
Dax klettert auf sechs-Monats-Hoch
US-Arbeitsmarktdaten deutlich besser als erwartet
Geduld der EU-Partner mit Griechenland geht zu Ende – Ultimatum bis zum Mittag (Quelle: „Spiegel“)
Die Marktteilnehmer konzentrieren sich in dieser Woche auf die Zentralbankentscheidungen in der Eurozone und Großbritannien. Mit Blick auf die EZB-Ratssitzung wird mehrheitlich nicht mit einer Veränderung des Hauptrefinanzierungssatzes von 1,0 % gerechnet. Wohl aber könnten die Notenbanker den Einlagensatz reduzieren, um das überbordende „Parken“ der Liquidität auf den EZB-Konten unattraktiver zu machen. Zuletzt schoben die europäischen Geldinstitute einen Berg von rund 480 Mrd. Euro an Liquidität vor sich her. Eine Zirkulation dieser gewaltigen Menge im Interbankenhandel wäre zweifellos wünschenswert, die hohe Verunsicherung der Marktteilnehmer behindert dies aktuell aber. Bezüglich der Anleihekäufe durch das EZB-System und des noch ausstehenden, zweiten Dreijahrestenders der EZB dürfte es keine neuen Informationen geben. Die EZB-Ratssitzung im März dürfte spannender werden, denn dann sind die ersten Marktentwicklungen nach der zweiten Zuteilung von Dreijahresliquidität einzuschätzen und der EZB-Chef hätte die Möglichkeit, weitere Maßnahmen vorzubereiten, falls dies nötig sein sollte.
Die Bank von England steht derweil unter dem Druck, eine nochmalige Ausweitung des Anleihekaufprogramms zu beschließen. Die Markterwartungen liegen bei einer Erhöhung des Volumens um 50 Mrd. auf 325 Mrd. Pfund. MPC-Mitglied Posen hatte erst in der letzten Woche seine Bereitschaft erklärt, einer Ausweitung um 75 Mrd. Pfund zuzustimmen.
Neben diesen Highlights finden sich in der neuen Woche wenige Kalendereinträge von Bedeutung. Erwähnenswert sind die deutschen Auftrags- und Produktionszahlen des Monats Dezember.
In den USA richtet sich das Augenmerk am Freitag auf das vorläufige Michigan Sentiment, das etwas schwächer ausfallen dürfte als im Januar, sowie die Handelsbilanzdaten. Diese sind wichtig, um etwaigen Revisionsbedarf bei den Q4-BIP-Zahlen zu ermitteln.
Aktienmärkte: Der deutsche Aktienmarkt pendelte am Freitag zunächst in einer engen Handelsrange. Dies geschah jedoch mit einem positiven Unterton. Offensichtlich wollten sich die Marktteilnehmer im Vorfeld der am Nachmittag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Die Anzahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft lag bei 243.000 und damit deutlich über den Schätzungen von 140.000. Die Erholung des Arbeitsmarktes schreitet voran. Insbesondere der Rückgang der Arbeitslosenquote ist sehr positiv zu beurteilen.
Schlussendlich ging der Dax mit einem Plus von 1,67 % bei 6.766 Zählern aus dem Handel. Prozyklische neue Jahres- bzw. Mehrjahreshochs erreichten am Freitag die Aktien von der Dt. Postbank, Adidas, Beiersdorf, Bilfinger Berger, SAP, EADS, Hotel.de und Gerry Weber. In dieser Woche stehen einige Events auf der Agenda. Neben den oben bereits erwähnten Konjunkturdaten werden auch die anstehenden Unternehmenszahlen in den Fokus rücken, allem voran das Zahlenwerk von Daimler am Donnerstag. Darüber hinaus werden Gea, Heidelberger Druck, Douglas, Gerresheimer und Hugo Boss berichten. Ihre Verkehrszahlen legen die Lufthansa, Air Berlin und Fraport vor. Natürlich werden auch Griechenland (mögliche Einigung im Schuldenstreit) und verstärkt auch Portugal für Reaktionen an den Märkten sorgen.
Die Vorgaben für den heutigen Handelstag deuten auf einen nahezu unveränderten Start hin. Spannend wird es gegen Mittag, wenn das Ultimatum für Griechenland auslaufen wird. Die EU-Partner wollen nun endgültig nicht mehr länger warten und erhöhen den Druck auf das hochverschuldete Land. Die bisherigen Bemühungen Athens haben nicht das Ausmaß erreicht, wie man sich das gewünscht bzw. gefordert hatte. Nur Absichtserklärungen abzugeben reicht nicht mehr, so dass nun selbst Euro-Gruppen-Chef Juncker eine Pleite Griechenlands nicht mehr ausschließt.
Charttechnik: Das wichtige 61.8%-Retracement-Level (6.593) des Dax wurde am Freitag überwunden. Diesen Ausbruch gilt es mit weiteren Schlusskursen über dem genannten Niveau zu bestätigen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine Vorsetzung der Anstiegsbewegung. Das nächste Projektions-Kursziel lautet dann 6.994 Punkte für den Dax.
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