EXPERTEN

12:58 | 06.04.2016
Helaba – Marktkommentar Aktien: Zins- und Konjunktursorgen machen die Runde

Aktienmärkte: Risikoaversion nimmt deutlich zu
Die Verunsicherung der Marktteilnehmer hält an, denn noch immer ist die Datenlage gemischt und die jüngsten Rücksetzer beim Ölpreis sorgen ebenfalls für Skepsis. Erst gestern enttäuschte der Auftragseingang der deutschen Industrie im Februar mit einem Minus von 1,2 % gegenüber dem Vormonat. Zwar wurde die Veränderungsrate im Januar von -0,1 % VM auf +0,5 % VM nach oben revidiert, letztlich ergibt sich aber eine negative Indikation für die heutigen deutschen Produktionszahlen. Nach dem starken Zuwachs von 3,3 % VM zum Jahresbeginn ist ohnehin mit einem deutlichen Rücksetzer zu rechnen.
Aktienmarkt: Der deutsche Aktienmarkt musste gestern ordentlich Federn lassen. Unter dem Strich ging es für den DAX um 2,63 % auf 9.563,36 Punkte nach unten. Diese Schwächephase kam keineswegs überraschend. Bereits in letzter Zeit hatte sich angedeutet, dass die Kraft des Marktes nicht ausreichen würde, um die teils sehr massiven Widerstände im Bereich von 10.075 Zählern zu durchbrechen. Das mehrfache Scheitern an dieser Marke sowie die Fakten, dass sich zuletzt die Konjunkturnachrichtenlage verschlechterte und zudem die Spekulationen im Hinblick auf die US-Zinspolitik neues Futter bekamen. Ein Übriges trugen ein hoher Euro und die insgesamt schwache Entwicklung bei den Ölpreisen bei. Insofern zeigt sich, dass die Risikoaversion an den Aktienmärkten deutlich zugenommen hat. Von dieser Entwicklung profitierten auf der anderen Seite das Gold und der als sicherer Hafen geltende Yen. Heute wird der DAX leicht verbessert in den Handel starten. Die auf der Agenda stehenden Daten haben kaum das Potenzial für Impulse zu sorgen, vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass sich viele Marktteilnehmer vor der Veröffentlichung des FED-Sitzungsprotokolls bedeckt halten werden.
Charttechnik: An dieser Stelle haben wir häufig darauf verwiesen, dass mit einer Beschleunigung der Abwärtsbewegung zu rechnen sei, sofern der DAX unter die enorm wichtige Gann-Linie (heute verläuft diese bei 9.640 Zählern) abrutschen sollte. Wie zutreffend diese Erwartung war, konnte gestern gut beobachtet werden. Darüber hinaus wurde eine Fibonacci-Marke (9.621) sowie die untere Begrenzung unseres Price-Range-Channels (9.609) auf Schlusskursbasis unterboten. Verkaufssignale bei weiteren Indikatoren runden das sich weiter eintrübende Chartbild ebenso wie die strukturelle Situation bei den DAX-Komponenten (70 % der Titel notieren unter der 200-Tage-Linie, immerhin 60 % weisen einen negativen Mittelfristtrend auf) ab. Entsprechend müssen die Blicke weiter nach unten gerichtet werden. Die erste Haltemarke findet sich bei 9.523 Zählern. Wird diese durchbrochen, ist das Swing Level bei 9.314 Punkten das nächste Zwischenkursziel. Steht noch die Frage im Raum, wie lange sich die zeitliche Ausdehnung der laufenden Abwärtsbewegung darstellen wird. Zuletzt hat die 61,8%-Fibonacci-Zeitprojektion exakt das Impulshoch gematched. Die nächsten Zeitprojektionen entfallen auf den 21.04. sowie den 10.05. Die Strukturbegrenzung entfällt auf den 29.04. so dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass in dem genannten Zeitrahmen bedeutende Marktpunkte ausgebildet werden.


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