Die Versteigerungen französischer und spanischer Staatsanleihen gingen problemlos über die Bühne und
spülten 8 bzw. 4.6 Mrd. Euro in die Kassen. Während die Anleger auf hohe Nachfrage und die im
Vergleich zu den letzten Auktionen niedrigeren Renditen in Frankreich recht positiv reagierten, wurden die
Kursabschläge spanischer Primärware zu ausstehenden Anleihen und die im Vergleich zu den letzten
Versteigerungen niedrigeren Gebote skeptisch gesehen. Positiv ist jedoch die Tatsache zu werten, dass
Spanien jetzt schon 25 % des für 2012 geplanten Anleihevolumens begeben hat. Die Bondmärkte der
EU- Peripherie präsentierten sich danach in uneinheitlicher Verfassung. 10-jährige spanische Zinstitel
(4.88 %/+13 BP) verloren gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen an Boden, italienische Bonds (5.56
%/-5 BP) waren dagegen besser gesucht. 5-jährige Portugiesen (17.79 %/-15 BP) profitierten von Käufen
der Notenbanken, lange Laufzeiten (13.75 %) holten 35 BP auf. In den Kernländern erfreuten sich
Franzosen (2.88 %/-11 BP) und Österreicher (2.91 %/-7 BP) lebhafter Nachfrage. Langlaufende
Bundesanleihen gingen nach einer wahren Achterbahnfahrt etwas freundlicher aus dem Markt, kurze und
mittlere Titel litten weiter unter Gewinnmitnahmen.
Auch die Kurse amerikanischer Staatsanleihen bewegten sich vor dem heute anstehenden
Arbeitsmarktbericht kaum von der Stelle. Notenbankchef Bernanke betonte bei der Anhörung vor dem
Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses, das die Erholung der US- Wirtschaft und der Rückgang
der Arbeitslosigkeit nicht schnell genug ginge. Die Notenbank werde mit allen Mitteln eine Belastung
durch die europäische Schuldenkrise verhindern.
Der Bund- Kontrakt (139.39) schloss 22 Stellen fester, Schatz (130.345) und Bobl (125.38) gingen
dagegen 4 ½ bzw. 2 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf
1.82 %, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf 162 BP.
10-jährige US- Treasuries rentieren einen BP niedriger bei 1.83 %, der JGB- Future (142.84) legt
angesichts nachgebender Aktiennotierungen 18 Ticks zu. Der Euro verbilligt sich auf 1.315 Dollar, der
Preis für das Barrel Öl fällt auf 96.6 Dollar.
Mit dem US- Arbeitsmarktbericht steht heute ein Datenhighlight auf dem Fahrplan. Die Zahl der offenen
Stellen außerhalb der Landwirtschaft dürfte um 145.000 gestiegen sein, die Arbeitslosenquote wird
mit 8.5 % unverändert zum Vormonat erwartet. Der ISM- Index des Servicesektors (53.2 nach 52.6) und
die Auftragseingänge in der Industrie (+1.5 %) runden den Datenkranz ab.
Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor (50.5) und Einzelhandelsumsätze (+0.3
%/-1.3 %) im Euroraum sollten wie die Verbraucherpreise Italiens (-1.7 %/3.6 %) vor diesem
Hintergrund nur wenig Beachtung finden. In China ist der PMI- Index für den Dienstleistungssektor von
56 auf 52.9 Punkte gefallen.
Am Wochenende soll es eine Entscheidung um die Beteiligung privater Gläubiger am Schuldenschnitt
Griechenlands geben. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!
Am Primärmarkt stehen heute keine Emissionen staatlicher europäischer Schuldner auf der Agenda. In
der kommenden Woche eröffnen die Niederlande am Dienstag den Reigen mit der Versteigerung einer
neuen 10-jährigen DSL im Volumen von 5-6 Mrd. Euro. Die Finanzagentur des Bundes stockt am
Mittwoch 5- jährige Bundesobligationen um 4 Mrd. Euro auf. Das amerikanische Schatzamt versteigert
ab Dienstag 3-, 10- und 30- jährige Treasuries im Volumen von insgesamt 72 Mrd. USD. Großbritannien
stockt 5- jährige Gilts auf.
Die Bayerische Landesbodenkreditanstalt begab eine 10-jährige Anleihe unter Garantie des
Freistaates im Volumen von 500 Mio. Euro bei Midswap +29 BP. Technik :
Der Bund- Future rettete nach einer wahren Achterbahnfahrt ein kleines Plus ins Ziel und schloss
(139.39) 22 Stellen über Vortagsniveau. Die Indikatoren mahnen mit dem Verkaufssignal beim Stochastic
und nachlassender Schwungkraft des RSI zur Vorsicht. Der MACD hat jedoch noch nicht gedreht.
Unterstützung sehen wir bei 138.99 (Tief v. 01.02.), 138.88/85 (Tief v. 02.02./38.2 %- Fibonacci von
137.18 bis 139.89), 138.52 (Tief v.27.01.), 138.41 (Hoch v. 25.01.) und 138.22 (61.8 %). Widerstände
liegen bei 139.50 (61.8 %- Fibonacci von 139.89 bis 138.88), 139.77/79 (Hoch v. 01./02.02.), 139.89
(Hoch v. 31.01.), 140.01 (Hoch v. 18.01.), 140.23 (Hoch v. 13.01.) und 140.42 (Wochentrend).
Unterstützungen: 138.99 138.88/85 138.52
Widerstand: 139.55 139.77/79 139.89