Schlechte US- Konjunkturdaten und die in diesem Zusammenhang schwächeren Aktienmärkte hievten
die Kurse qualitativ hochwertigen Staatsanleihen nach anfänglichem Zögern ins Plus. Während das
Verbrauchervertrauen des Conference Board von 64.8 auf 61.1 Punkte zurückfiel, sank auch der
Konjunkturindex der Einkaufsmanager in Chicago überraschend von 62.2 auf 60.2 Zähler. Interessant für
den am Freitag anstehenden US- Arbeitsmarktbericht war auch der Rückgang der
Beschäftigungskomponente von 59.2 auf 54.7 Punkte.
Bundesanleihen waren trotz freundlicher Peripheriemärkt angeführt von mittleren Fälligkeiten weiter gut
gesucht. 10-jährige italienische (5.91 %/-15 BP) und spanische (4.91 %/ -9 BP) Zinstitel machten Boden
gegenüber Bundesanleihen gut. Die Notenbanken stützten mit Käufen portugiesische Staatsanleihen, die
im langen Laufzeitsegment (14.93 %/-100 BP) einen Teil der gestrigen Verluste wieder aufholen konnten
Franzosen (3.04 %/+2 BP) und Österreicher (3.04 %/+6 BP) taten sich dagegen schwer. Gute Nachfrage
sahen wir nach der erfolgreichen Versteigerung einer 15-jährigen Anleihe in finnischen Staatsanleihen.
Insgesamt hat sich die Lage an den Bondmärkten nach dem EU- Gipfel etwas beruhigt und die Hoffnung
auf eine baldige Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland überwog. Augenfällig war der starke
Kursanstieg am Geldmarkt. Hier rückt der zweite 3- Jahres- Tender der EZB bereits ins Blickfeld, der
nach Analysen vieler Experten doppelt bis dreifach so hohe Gebote wie die Transaktion im Dezember
bringen könnte. Zudem wird im Markt heftig über die Zusammenlegung von EFSF und ESM spekuliert.
Mit der erwarteten Aufstockung der IWF- Mittel summierten sich dann die zur Verfügung stehenden
Hilfsgelder auf ca. 1.5 Mrd. Euro.
Die Kurse amerikanischer Staatsanleihen legten angesichts schwacher Konjunkturdaten deutlich zu und
können ihre Gewinne in Fernost trotz einer etwas freundlicheren Stimmung an den Aktienbörsen halten.
Bund- (139.79) und Bobl- Kontrakt (125.65) schlossen 24 bzw. 18 Stellen fester, der Schatz (130.44)
ging 3 Ticks höher aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 1.78 %, der
Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen verharrte bei 163 BP. 10-jährige USTreasuries
rentieren 6 BP niedriger bei 1.80 %, der JGB- Future (142.60) verliert 10 Ticks. Der Euro
verbilligt sich auf 1.307 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 98.7 Dollar.
In den Vereinigten Staaten liefert der ADP- Beschäftigungsreport (+180K) heute eine wichtige
Indikation für den US- Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag. Daneben richtet sich die
Aufmerksamkeit auf den ISM- Index für das verarbeitende Gewerbe (54.6 nach 53.9).
In der Eurozone dürften die vorläufigen Verbraucherpreisdaten für Januar (2.7 %) weiter
nachlassenden Preisdruck signalisieren. Endgültige Daten der Einkaufsmanager des verarbeitenden
Gewerbes (48.7) im Januar, Hauspreise in Großbritannien (-0.2 %/1.2 %) und die Kfz- Absatzzahlen
in den USA (13.5 Mio.) runden den Datenkranz ab. In China ist der PMI- Index für das verarbeitende
Gewerbe von 50.3 auf 50.5 Punkte gestiegen und hält sich damit entgegen den Erwartungen über der
Expansionsschwelle von 50 Punkten.
Am Primärmarkt stockt die Finanzagentur des Bundes heute die 10-jährige Bundesanleihe um 5 Mrd.
Euro auf, Frankreich ist am Tag darauf mit OATs im Volumen von 7-9 Mrd. Euro an der Reihe.
Großbritannien offeriert Gilts mit einer Laufzeit bis 2025 im Volumen von 2.5 Mrd. GBP.
Die Republik Finnland kam mit einer 15-jährigen Benchmarkanleihe im Volumen von 3 Mrd. Euro bei
Midswap +28 BP. Der Freistaat Bayern begab eine 7- jährige Landesschatzanweisung im Volumen von
500 Mio. Euro bei Midswap flat. Technik :
Der Bund- Future setzte seine Aufwärtsbewegung nach anfänglicher Schwächeneigung fort und schloss
(139.79) 24 Stellen über Vortagsniveau. Die Indikatoren sind positiv zu werten, der MACD generiert ein
Kaufsignal. Auf Wochenbasis sind dagegen keine einheitlichen Vorgaben auszumachen. Widerstände
liegen bei 139.89 (Hoch v. 31.01.), 140.01 (Hoch v. 18.01.), 140.23 (Hoch v. 13.01.) und 140.42
(Wochentrend). Unterstützung sehen wir bei 139.56 (Trend), 139.39 (Fibonacci), 139.26 (Hoch v. 27.01.),
139.08 (Tief v. 31.01.), 138.92 (Hoch v. 26.01.), 138.52 (Tief v.27.01.) und 138.41 (Hoch v. 25.01.).
Unterstützungen: 139.56 139.26 139.09
Widerstand: 139.89 140.23 140.42