Angesichts des Stimmungseinbruchs in der US- Wirtschaft, erneut belegt durch den starken Rückgang des Richmond- Fed- Herstellerindexes von –3 auf –12 Punkte, und des extrem gesunkenen US- Verbrauchervertrauens von 58.1 auf 50.4 Punkte dürfte es der Fed schwer fallen, heute nur mit Blick auf Inflationsgefahren die Zinsen zu erhöhen. Auch der freie Fall der Hauspreise in den Staaten zeigt die Misere, in der sich die Notenbank derzeit befindet. Während die Aktienmärkte mit schwächeren Notierungen reagierten, flüchteten Anleger in den sicheren Hafen der Staatsanleihen. Kursgewinne und Umsätze hielten sich jedoch im Vorfeld der FOMC- Sitzung in Grenzen und konzentrierten sich hauptsächlich auf kurze und mittlere Fälligkeiten. Der Bund- Future schloss (110.51) 22 Stellen höher, Schatz (102.435) und Bobl (105.93) gingen 10 bzw. 27 ½ Stellen fester aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 4.60 %, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen weitete sich auf 6.3 BP aus . Die Rendite 10-jähriger US- Treasuries fiel auf 4.10 %, der JGB- Future (134.44) legt 25 Stellen zu. Der Euro steigt auf 1.557, der Preis für das Barrel Öl auf 137 Dollar.
Während hierzulande heute mit den Einzelhandelsumsätzen aus Italien (0.3 %/0.2 %) und den Industrieaufträgen der Eurozone (-0.5 %/2.7 %) nur Daten aus der 2. Reihe auf der Agenda stehen, müssen sich die Anleger in USA vor dem Zinsentscheid der Fed (20.15 Uhr) noch mit den Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter (0 %; ohne Transport –1 %) und den Neubaubeginnen (512K) auseinandersetzen. Die Zahlen dürften nur mäßigen Einfluss auf das Marktgeschehen haben, an dem Szenario einer sich deutlich abschwächenden Konjunktur jedoch kaum etwas ändern.
Am Primärmarkt stockt Italien in der zweiten Wochenhälfte 3- und 10-jährige BTPs um 2-2.5 Mrd. bzw. 2-3 Mrd. Euro, inflationsindizierte BTPei mit Fälligkeit 09/2012 und 09/2023 um eine bzw. 0.75 Mrd. Euro, sowie CCTs (12/2014) um 1-2 Mrd. Euro auf. Die angekündigte 15-jährige syndizierte Spanienanleihe könnte ebenfalls noch in dieser Woche kommen. Kuponzahlungen und Tilgungen über insgesamt 10.3 Mrd. Euro dürften den Markt jedoch entlasten. Das US-Schatzamt versteigert heute 20 Mrd. USD 5-jährige Notes.
Technik:
Nahezu unverändert gilt:
Der Bund-Futurebefindet sich weiter in einem intakten Abwärtstrend, zeigt jedoch Stabilisierungsansätze. Zwar scheiterte der Kontrakt erneut am Widerstand bei 110.74 (Tageshoch 110.76), konnte aber erneut ein Plus von 22 Stellen ins Ziel (110.51) retten. Die Indikatoren im Tageschart haben, wenngleich noch unentschlossen, nach oben gedreht. Auf Wochenbasis müssen wir auf klare Kaufsignale noch warten. Der Bund wir weiterhin zwischen 109.66 (Tief vom Juni 2007) und 110.74 konsolidieren, erst mit einem Ausbruch wird die weitere Richtung festgelegt. Unterstützungen sehen wir bei 110.34, 110.21 (38.2 % bzw. 50 % von 109.65 bis 110.76) und 110.11 (Tief v. 24.6.). Darunter schützt nur das Tief vom 20.6 bei 109.85 noch vor einem erneuten Test der Tiefstände. Widerstände sehen wir bei 110.54,im Bereich zwischen 110.70/76 und bei 110.85 (Hoch v. 12.6.).