EXPERTEN

11:48 | 08.03.2018
Helaba – Marktkommentar Renten: Trading Range: 156.03-157.41, Tendenz behauptet

Jetzt macht US- Präsident Donald Trump Ernst. Heute will er trotz
massivem Widerstand der eigenen Partei eine Proklamation für Strafzölle
auf Stahl und Aluminium unterzeichnen, die in 15 bis 30 Tagen in Kraft
treten soll. Ausgenommen seien bisher nur Mexiko und Kanada, um über
Zugeständnisse beim Freihandelsabkommen NAFTA nachdenken zu können.
China hat unterdessen angemessene Reaktionen angekündigt.
Vor dem Hintergrund eines sich anbahnenden Handelskrieges zwischen den
Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt geraten die Entscheidungen der
Notenbanken fast schon zur Nebensache.
Die EZB wird auf der heutigen Sitzung nichts an ihrer bisherigen
Wortwahl ändern. Zwar wird seit geraumer Zeit eine Änderung der
Kommunikation diskutiert und das Ende der Anleihekäufe vom
erkennbaren Anstieg der Inflation propagiert, mit einer überarbeiteten
„Forward Guidance“ über den erwarteten künftigen Pfad der Leitzinsen ist
aber dieses Mal noch nicht zu rechnen. Die erwarteten etwas höheren
Projektionen für Inflation und Wachstum sprechen auch nicht für
überhastete Aktionen.
Gemessen an der Tragweite einer Einschränkung des Freihandels zeigten
sich die internationalen Finanzmärkte recht entspannt. Mit wachsender
Zuversicht an den Aktienmärkten gaben Staatsanleihen einen Teil ihrer
anfänglichen Kursgewinne wieder ab. Bundesanleihen notierten am Ende
leicht im Plus. Die abschließenden Roll-Aktivitäten herausgerechnet
blieben Umsätze an der Terminbörse überschaubar. Die Auktion der
5-jährigen Bundesobligation verlief wie erwartet problemlos. Längere
Laufzeiten waren besser gesucht. Der Abstand zwischen 10- und
30-jährigen Bundestiteln ermäßigte sich auf 64 BP. 10-jährige Bonds aus
Frankreich (0.895 %) holten gegen vergleichbare Belgier (0.92%) einen
halben BP auf.
Anleihen der EU- Peripherie blieben auch zur Wochenmitte gut
unterstützt. Portugiesen standen in der Gunst der Anleger ganz oben,
Spanier und Italiener folgten mit einigem Abstand. Der Risikoaufschlag
10-jähriger italienischer (2.04 %), spanischer (1.43 %) und
portugiesischer Bonds (1.835 %) ermäßigte sich gegenüber vergleichbaren
Bundesanleihen um 1.5, 1 bzw. 4 BP.
Am US- Bondmarkt sind die Renditen leicht gestiegen. Der überraschend
starke Beschäftigungsaufbau in der Privatwirtschaft (235K) heizte
Spekulationen über einen robusten Arbeitsmarktbericht an und ließ
anfänglich Kursgewinne abschmelzen. Das „Beige Book“ verwies zudem auf
vielerorts steigende Löhne. und lässt kaum Zweifel an baldigen
Zinserhöhungen. Das Handelsbilanzdefizit weitete sich im Januar auf ein
Neunjahreshoch bei 56.6 Mrd. USD aus, die Lohnstückkosten (2.5 %)
stiegen weiter an. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries
steigt auf 51 BP. In Fernost legen US-Treasuries infolge schwacher
asiatischer Aktienbörsen deutlich zu.
Bund- (156.66) und Bobl- Kontrakt (130.16) legten 16 bzw. 2 Stellen zu,
der Schatz (111.78) ging 2 Ticks niedriger aus dem Markt. Die Rendite
der 10-jährigen Bundesanleihe fiel auf 0.67 %, der Renditeabstand
zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf 121 BP.
10-jährige US- Treasuries rentieren 2 ½ BP höher bei 2.875 %. Der Euro
verbilligt sich leicht auf 1.24 Dollar, der Preis für das Barrel Öl
fällt auf 61.3 Dollar.
Neben der EZB- Sitzung bieten Konjunkturdaten nur geringes
Überraschungspotential. Die Auftragseingänge bei der deutschen Industrie
(-1.5 %) werden im Einklang mit der generellen nachlassenden Schwung im
Januar einen Rückgang verkraften müssen, insgesamt aber den
Aufwärtstrend bestätigen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (220K)
sollten die Einschätzungen für den offiziellen US- Arbeitsmarktbericht
nicht mehr maßgeblich beeinflussen können.
Am Primärmarkt stockt Irland heute Anleihen mit Fälligkeit Oktober 2022
und Mai 2028 um insgesamt 1.2 Mrd. Euro auf. Die Bank of Irland
Mortgage Bank begab einen 7-jährigen irischen Covered Bond im Volumen
von 750 Mio. Euro bei Midswap -6 BP. Die EIB emittierte eine 10-jährige
Anleihe im Volumen von 5 Mrd. Euro bei Midswap -17 BP. Das stockte
eine im August 2022 fällige Schatzanweisung um 400 Mio. Euro bei Midswap
-25 BP auf.
Technik: (Juni-Kontrakt)
Heute wird der März- in den Juni-Kontrakt gerollt. Der Abschlag beträgt
etwa 265 Ticks.
Der Bund-Future konnte nur einen kleinen Teil der Tagesgewinne ins Ziel
retten und schloss (156.66) 16 Stellen über Vortagsniveau. Die
Indikatoren im Tageschart neigen zur Schwäche. Auf Wochensicht
überwiegen noch positive Aspekte, das fehlende Momentum mahnt jedoch zu
Vorsicht.
Widerstände sehen wir bei 156.99 (Hoch v. 07.03.), 157.05 (38.2 %-
Retracement von 160.98 bis 154.62/Hoch v. 06.03.), 157.41 (Hoch v.
01.03.), 157.53 (Hoch v. 02.03.), 157.69 (Hoch v. 05.03.), 157.80 (50 %
, 158 (Hoch v. 25.01.), 158.39 (Hoch v. 23.01.) und 158.55 (61.8 %).
Unterstützungen liegen bei 156.47 (Trend), 156.24 (Tief v. 06.03.),
156.03 (Tief v. 23.02.), 155.55 (Tief v.22.02.), 155.25 (Tief v.20.02.),
155.01 (Tief v. 16.02.), 154.77 (Tief v. 15.02.) und 154.62 (Tief v.
08.02.).
Unterstützungen 156.47 156.03 155.55
Widerstände 156.99 157.41 157.53


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