EXPERTEN |
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9:23 | 09.07.2008
HSBC T&B: Deutsche Handelsbilanz mit kleinem Rücksetzer im Mai
Ein starker Anstieg der deutschen Exporte im April führte in Kombination mit nachlassenden Importen zu einem Ausweiten der Handelsbilanz im April auf einen Überschuss von 17,8 Mrd. Euro – dieser Zuwachs ist gleichbedeutend mit einem neuen Jahreshoch. Im Mai rechnen wir zwar mit einer kleinen Rückbildung auf 16,5 Mrd. Euro. Per Saldo gehen wir jedoch davon aus, dass der Außenbeitrag im 2. Quartal einen leichten positiven Impuls auf das Gesamtwachstum haben wird, nachdem er sich im 1. Quartal bremsend auswirkte. Signifikante positive Effekte im Verlauf des weiteren Jahres erwarten wir aber nicht. Insbesondere die Dynamik bei den Exporten sollte nachlassen. Zum einen bremst der hohe Außenwert des Euro, zum anderen dürfte aber auch die Nachfrage nach deutschen Gütern aus den anderen Ländern der Währungsunion nachlassen. Gerade die konjunkturelle Abkühlung in Südeuropa sollte sich hier zunehmend bemerkbar machen. Die konjunkturelle Situation in der gesamten Währungsunion dürfte zentraler Bestandteil der jährlichen Rede des EZBPräsidenten Trichet vor dem Europäischen Parlament sein. Trotz der sich abzeichnenden Abkühlung der Wirtschaft in der Eurozone hatte sich die EZB Anfang Juli zu einer Zinserhöhung durchgerungen und dürfte in unseren Augen den Repo-Satz im 4. Quartal 2008 ein weiteres Mal von 4,25 % auf 4,5 % anheben. Aus einzelnen Ländern der Währungsunion waren durchaus kritische Stimmen bezüglich dieser Entscheidung zu vernehmen. Insofern dürfte der EZB-Präsident in seiner Rede vermitteln, dass die EZB durch ihr Engagement zur Wahrung der Preisstabilität letztendlich die Basis für ein langfristig gesundes Wachstum schafft. Durch die Verschärfung der Geldpolitik will die EZB verhindern, dass die Teuerung in der Eurozone aus dem Ruder läuft. Um dieses Ziel zu erreichen, waren Notenbanken in der Vergangenheit durchaus gewillt, kurzfristig eine leichte Verschlechterung des Wachstums zu akzeptieren. Im Regelfall ist es einfacher, Preisgefahren schnell entgegenzuwirken, da eine lang anhaltende Verfehlung der Preisstabilität zu Glaubwürdigkeitsverlusten der Notenbank führen kann. Ist dieser Punkt erst einmal erreicht, sind wesentlich aggressivere Schritte zur Inflationsbekämpfung notwendig als im Fall einer Notenbank, die das Vertrauen der Wirtschaftssubjekte hat. |
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