HSBC T&B – Noch lange kein Sonnenschein am US-Arbeitsmarkt
Beim heutigen US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Mai erwarten wir ein Plus an
neugeschaffenen Arbeitsstellen von 210.000. Von Februar bis April wurden im Durchschnitt
233.000 Stellen pro Monat geschaffen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
zogen jüngst wieder an, und eine Vielzahl der US-Sentimentindikatoren weist aktuell
deutliche Schwächetendenzen auf. Vor diesem Hintergrund spricht nicht viel dafür,
dass das Plus bei den Arbeitsstellen im Verarbeitenden Gewerbe im Mai dem Durchschnittswert
der letzten drei Monate (30.000) entspricht. Andererseits erwarten wir,
dass sich der Abbau von Arbeitsstellen im öffentlichen Sektor (je Monat derzeit rund
20.000 Stellen) weiter fortgesetzt hat. Die Erwerbsquote in den USA, d.h. der Anteil an
Erwerbstätigen und Arbeitslosen bezogen auf die Bevölkerung, betrug im Jahr 2008
noch rund 66 %. Der Spitzenwert lag bei mehr als 67 % zur Jahrtausendwende. Seit
Januar 2011 liegt er bei 64,1 %; dies ist der niedrigste Wert seit Anfang 1984. Allein
dies unterstreicht, dass über dem US-Arbeitsmarkt derzeit keineswegs die Sonne
scheint. Die Arbeitslosenquote erwarten wir im Mai bei 8,9 %. Perspektivisch erscheint
uns bis zum 4. Quartal 2011 nur ein Rückgang auf 8,5 % möglich. Demgegenüber
liegt laut den längerfristigen Projektionen der FOMC-Mitglieder die Zielmarke für die
Arbeitslosenquote bei 5,2 % – 5,6 %. Beim ISM-Wert für den Dienstleistungssektor in
den USA im Mai sollte nach dem massiven Rückgang um 4,4 Punkte im Vormonat nur
ein mageres Plus von 1,2 auf 54,0 Punkte eintreten.