HSBC T&B: Preisdruck in Deutschland kein Thema mehr
Für den Verlauf des heutigen Tages sind die deutschen Konsumentenpreise für den Monat April ange-kündigt. Wir rechnen mit einem im Vergleich zum Vormonat unveränderten Preisniveau. Aufgrund von Basiseffekten dürfte die Jahresrate aber von 0,5 % auf 0,7 % anziehen. Der übergeordnete Abwärts-trend ist hier jedoch weiter intakt. So lag die Veränderungsrate im Juli des letzten Jahres noch bei 3,3 %.
Zur Jahresmitte muss damit gerechnet werden, dass zumindest temporär die 0 %-Marke unterschrit-ten wird. Dies sehen wir allerdings nicht als den Startpunkt einer Deflation. Der auslaufende Ölpreis-schock, die schwache Nachfrage und die geringe Auslastung der Kapazitäten führen zwar derzeit zu disinflationären Tendenzen. Eine klassische Deflationsspirale – die Erwartung fallender Preise führt zu rückläufiger Nachfrage, was wiederum auf weiter fallende Preise schließen lässt – lässt sich in unse-ren Augen derzeit nicht ausmachen.
Der rückläufige Preisdruck hat auch seine positiven Seiten. So wird das reale Einkommen der Verbrau-cher gestützt. Dies dürfte auch einer der zentralen Gründe dafür sein, dass sich das Konsumenten-vertrauen in Deutschland weiter relativ solide zeigt. So notierte das deutsche GfK-Konsumklima für den Monat Mai unverändert bei 2,5 Punkten. D. h. die sich eintrübende Lage am Arbeitsmarkt kann noch durch den zuvor angeführten Effekt ausgeglichen werden.
Auch in Frankreich dürfte der auslaufende Ölpreisschock dazu beitragen, dass sich die Stimmung unter den Verbrauchern im April mit -43 Punkten auf niedrigem Niveau stabilisiert.
In den USA sollte das Konsumentenvertrauen des Conference Board sogar von 26,0 auf 31,0 Punkte im April zulegen. Dabei ist zu beachten, dass im Februar mit 25,3 Punkten noch ein Rekordtief ver-zeichnet wurde. Die Aufhellung in den USA dürfte zu Teilen durch die Erholung der Aktienmärkte zu erklären sein, die ihrerseits die Hoffnung anheizt, dass auch die Konjunktur ihr Tief durchschritten hat.
Während die Aktienmärkte zuletzt zulegten, lässt sich dies nicht bei den Hauspreisen (S&P/Case Shiller) feststellen. Nach einem Rekordminus von 2,8 % gg. Vm. im Januar gehen wir im Februar von einem Monatsrückgang um 2,0 % aus.