EXPERTEN

14:34 | 10.11.2017
HSBC T&B – Und sonst?

– Brasilien: Bei der heute zur Veröffentlichung anstehenden Inflation IPCA für Oktober zeichnet sich nach 2,5 % im Vormonat mit von uns erwarteten 2,6 % eine zunehmende Bodenbildung ab. Das Unterschreiten des 4,5 %-Ziels der Zentralbank und stabile Inflationserwartungen geben der Notenbank den Spielraum, ihre lockere Geldpolitik fortzusetzen. Wir erwarten weitere Zinssenkungen auf 7,25 % bis Ende 2017 und 7,00 % per Ende kommenden Jahres. Voraussichtlich machen erneut fallende Renditen die hochverzinslichen Staatsanleihen des Landes für Anleger auch weiterhin attraktiv.
– Ägypten: Die städtischen Verbraucherpreise sind im Oktober mit 30,8 % nach 31,6 % in der Jahresrechnung weniger schnell gestiegen. Im direkten Monatsvergleich bleiben die Preissteigerungen indes bei rund einem Prozent. Wir rechnen in Reaktion auf die Daten nur mit marginal höheren Renditen im Wochenvergleich. Geldpolitische Lockerungen erwarten wir frühestens ab dem 1. Quartal des kommenden Jahres (Leitzins Ende 2018 = 15,5 %).
– Deutschland: Bei nachgebenden Exporten und Importen im Monatsvergleich kletterte der Handelsbilanzüberschuss im September auf saisonbereinigt 21,8 Mrd. EUR (August: 21,3 Mrd. EUR). Im 3. Quartal 2017 konnte daher im Monatsdurchschnitt der Überschuss im Vergleich zum 2. Quartal gesteigert werden. Dies nährt die Hoffnung, dass vom Nettoexport im Zeitraum von Juli bis September keine retardierenden Wachstumseffekte auf das BIP ausgingen.
– Deutschland: Gemäß dem Arbeitskreis Steuerschätzungen können Bund, Länder und Gemeinden auch in den kommenden Jahren mit höheren Steuereinnahmen rechnen. Für den Bund ergeben sich für die nächsten vier Jahre rund 15 Mrd. EUR zusätzliche Steuereinnahmen, verglichen mit der Mai-Schätzung. Zusammen mit den bereits vorhandenen Spielräumen in der Finanzplanung von ebenfalls rund 15 Mrd. EUR bedeutet dies für die neue Legislaturperiode einen finanzpolitischen Rahmen von rund 30 Mrd. EUR, den man nutzen könne, ohne ungebührliche haushalterische Risiken einzugehen, so der geschäftsführende Bundesfinanzminister Peter Altmeier.
– EZB: Die Notenbank erwägt laut der obersten EZB-Bankenaufseherin, Danile Nouy, Änderungen beim umstrittenen Plan für künftige Problemkredite. Demnach könnten die verschärften neuen Regeln auch erst nach dem 1. Januar 2018 in Kraft treten. Kritik am EZB-Vorstoß zum Abbau von Problemkrediten kommt vor allem vom EU-Parlament und aus Italien.


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