EXPERTEN

12:56 | 25.09.2018
HSBC T&B – Und sonst?

– Eurozone: EZB-Präsident Mario Draghi zeigte sich gestern in einer Rede vor dem
Ausschuss für Wirtschaft und Währung des EU-Parlaments vergleichsweise „hawkish“
bezüglich der geldpolitischen Lagebewertung. Demnach dürfte der zugrundeliegende
Preisdruck durch die angespannten Arbeitsmärkte und die zunehmend steigenden
Löhne in den kommenden Monaten „relativ stark“ anziehen. Gleichzeitig geht die EZB
laut Draghi weiter von einem breit angelegten Wachstum der Wirtschaft in der Eurozone
aus. Am Wochenende hatte sich EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny bereits für
eine etwas raschere Normalisierung der Geldpolitik als derzeit geplant ausgesprochen.
Dabei zeigte sich Nowotny nach eigener Aussage optimistischer als die Mehrheit im
EZB-Gremium in Bezug auf die Inflationsentwicklung.

– Schweden: Bereits am heutigen Dienstag soll sich Ministerpräsident Löfven im neu
gewählten Parlament (349 Sitze) einer Vertrauensabstimmung stellen. Der Ausgang
der Wahl ist offen. So hatten bei der Reichstagswahl vom 9. September weder das bisherige
rot-grüne Minderheitsbündnis (144 Sitze) noch das bürgerliche Lager aus vier
Zentrumsparteien (143 Sitze) eine eigene Sitzmehrheit erringen können. Somit sind
beide Lager von der Zustimmung der jeweiligen Gegenseite oder der populistischen
Schwedendemokraten (62 Sitze) abhängig. Für den Fall, dass sich eine Mehrheit der
Abgeordneten gegen den bisherigen Regierungschef ausspricht, wird dieser das Amt
lediglich noch kommissarisch führen, bis ein etwaiger Nachfolger eine tragfähige neue
Regierung präsentiert. Das könnte indes ggf. auch wieder Löfven sein.

– Großbritannien: Die Delegierten der oppositionellen „Labour“-Partei präferieren im
Zuge der „Brexit“-Diskussionen eine neuerlich vorgezogene Parlamentsneuwahl, um
dann mit der erhofften eigenen Mehrheit den EU-Austritt neu zu verhandeln. Ist eine
Neuwahl nicht durchsetzbar und spricht sich das Parlament gegen das möglicherweise
erreichte Verhandlungsergebnis der aktuellen „Tory-Regierung aus, will die Partei alle
Optionen inklusive einer Kampagne für ein zweites Referendum auf dem Tisch lassen.
Über diesen Vorschlag wird heute auf dem Parteitag abgestimmt. Unklar bleibt, was in
einem entsprechenden zweiten Referendum konkret zur Abstimmung gestellt würde
und ob dabei ein „Remain“ eine potentielle Antwortmöglichkeit darstellen soll.

EXPERTEN

12:03 | 21.09.2018
HSBC T&B – Und sonst?

– Brasilien: Die heutigen Inflationsdaten für die erste September-Hälfte dürften wie im
Vormonat einen Anstieg um 4,3 % gg. Vj. zeigen. Insgesamt rechnen wir infolge des
jüngsten Preisauftriebs mit einer Leitzinserhöhung am 31. Oktober um 50 BP auf
7,0 %. Maßgeblich für brasilianische Anleihen ist aber vor allem der Anfang Oktober
bevorstehende Wahltermin. Durch die politischen Unsicherheiten verlieren brasilianische
Staatspapiere trotz vergleichsweise hoher Kupons an Attraktivität.

– Devisenmarkt: Der Euro legte an den vergangenen Tagen nicht nur deutlich zum USDollar
zu, sondern verzeichnete auch zum japanischen Yen markante Kurszuwächse
und stieg in Richtung von 133 JPY je EUR und damit den höchsten Stand seit April
dieses Jahrs an. Der etwas stärker als erwartete Inflationsanstieg in Japan von 0,9 %
auf 1,3% gg. Vj. im September (Konsens: 1,1 %) generierte keine nachhaltigen Effekte.

– Neuseeland: Der neuseeländische Dollar konnte sich an den letzten im Vergleich zum
Euro leicht erholen. Dabei dürfte sich das überraschend kräftige BIP-Wachstum von
1,0% gg. Vq. im 2. Quartal stützend ausgewirkt haben. Insgesamt hat sich die Stimmung
in der Wirtschaft aber über die vergangenen Monate deutlich verschlechtert, so
dass wir mit einer ersten Zinserhöhung in Neuseeland erst Ende 2019 rechnen.


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