EXPERTEN |
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9:28 | 13.11.2008
HSBC T&B: US-Handelsbilanz: Positive Auswirkungen der wirtschaftlichen Talfahrt
Die Vermögensverluste als Konsequenz aus den Preisrückgängen am US-Immobilienmarkt, die spürbare Verschlechterung der Lage am heimischen Arbeitsmarkt, die hohen Kreditbelastungen und die anhaltende Unsicherheit in Bezug auf die wirtschaftlichen Perspektiven haben in den vergangenen Wochen zu einer veränderten Konsumhaltung der US-Verbraucher geführt. War bis zum Sommer – begünstigt u. a. durch die Steuerschecks der US-Regierung – noch ein positiver Wachstumsbeitrag vom Konsum generiert worden, ist nach dem Einbruch im 3. Quartal auch in den Folgequartalen ein schwaches Momentum einzukalkulieren. Wir rechnen noch bis zur Jahresmitte 2009 mit einer negativen BIP-Entwicklung. Als Folge der geringeren Konsumneigung in den USA dürften sich als positive Begleiterscheinung die Handels- und Leistungsbilanz verbessern. Eine niedrigere Importnachfrage sollte zusammen mit den deutlich gesunkenen Energiepreisen bereits im Berichtsmonat September ein geringeres Defizit in der Handelsbilanz mit sich gebracht haben. In den Folgemonaten rechnen wir mit einer weiteren Reduzierung des Negativsaldos. Das im September beschlossene Hilfsprogramm der US-Regierung zur Rettung systemrelevanter Banken dürfte sich im Oktober bereits haushaltswirksam ausgewirkt haben. Dabei könnte das Haushaltsdefizit im Berichtsmonat bis zu 200 Mrd. USD groß gewesen sein (Oktober 2007: -56,8 Mrd. USD). Für das gesamte Fiskaljahr (bis September 2009) droht ein defizitärer Haushalt von bis zu 800 Mrd. USD (2007/08: -454,8 Mrd. USD). Insgesamt dürften die staatlichen Maßnahmenpakete die rezessiven Tendenzen zwar abmildern, eine längere wirtschaftliche Talfahrt aber nicht verhindern. In Deutschland sollte die BIP-Schnellschätzung für das 3. Quartal erneut ein Minus ausweisen. Damit wäre die klassische Definition einer Rezession – zwei Quartale mit negativen Wachstumsraten in Folge – erfüllt. |
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