HSBC T&B – US-Handelsbilanzdefizit nimmt temporär wieder zu
Das US-Handelsbilanzdefizit des Monats April dürfte getrieben von gestiegenen Energie- und Benzinpreisen mit 30 Mrd. USD um 2,4 Mrd. USD über dem Vormonatswert liegen, was eine zumindest temporäre Trendumkehr bedeutet. In den vergangenen elf Monaten war es zu einer Halbierung des Handelsbilanzdefizits gekommen, in deren Verlauf im Februar 2009 der tiefste Wert seit über neun Jahren erreicht wurde. Wir erwarten mittelfristig ein in der Tendenz weiter fallendes Defizit.
Zurückzuführen sein sollte der Anstieg im April auf deutlich zurückgegangene Exporte, wobei der Effekt fallender Exportvolumina den durchschnittlichen Preisanstieg überkompensiert. Die Importe dürften dagegen nach acht Rückgängen in Folge wieder angestiegen sein. Der Konjunkturbericht der US-Notenbank (Beige Book) für den Monat Juni sollte einen etwas freundlicheren Ton als noch im April anschlagen. Wir bezweifeln allerdings, dass erste Fed-Distrikte bereits einen Zuwachs der Wirtschaftsaktivitäten vermelden können. Wir rechnen aber damit, dass die Mehrzahl der 12 Distrikte zumindest eine Verlangsamung des wirtschaftlichen Abschwungs berichtet.
Das letzte Beige Book schlug vor allem in Bezug auf gewerbliche Immobilien
einen sehr negativen Ton an. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass die wirtschaftlichen
Stützungsmaßnahmen zu ersten Verbesserungen in diesem Bereich geführt haben. Positive Signale erwarten wir auch von der Industrieproduktion aus Großbritannien für den Monat April. So rechnen wir auf Monatssicht mit dem ersten Anstieg seit November 2007. Das Plus fällt mit 0,2 % zwar recht bescheiden aus, sorgt jedoch dafür, dass sich die Jahresrate nach dem größten Rückgang der über
40-jährigen Zeitreihe im März wieder etwas freundlicher darstellt. Wir erwarteten einen Wert von -12,1 % (März: -12,4 %).