HSBC T&B – USA: Inflation, Disinflation oder Deflation?
Der Preisdruck in den USA ist gering. Zuletzt erwog die US-Notenbank im Fall einer
erneuten Abschwächung der Wirtschaftsdynamik sogar zusätzliche geldpolitische
Maßnahmen – z. B. den Kauf von Staatsanleihen – zu ergreifen, um ein Deflationsszenario
zu vermeiden. Nachdem die Jahresrate der Konsumentenpreise im Verlauf
von 2009 bereits erstmals seit den 1950er Jahren temporär in den negativen Bereich
abgerutscht war, nähert sich die Teuerung der Nullmarke aktuell wieder von oben an.
Zwar zeichnet sich für August aufgrund steigender Benzin- und höherer Nahrungsmittelpreise
ein Monatsplus von 0,3 % ab, die Jahresrate würde damit aber dennoch
weiter von 1,2 % auf 1,1 % nachgeben. Zudem rechnen wir in der Kerninflationsrate
(ex Energie und Nahrungsmittel) nur mit einem moderaten Anstieg im Monatsvergleich.
Die Jahresrate liegt hier bei 0,9 % und zeigt, dass in einem Umfeld, in dem die
Verbraucher ihre Konsumneigung der verschlechterten Wirtschaftslage anpassen und
weniger konsumieren, höhere Preise kaum durchzusetzen sind. Das Konsumentenvertrauen
der Universität Michigan – der Index liegt mit rund 70 Punkten klar unterhalb
des Durchschnitts (87,4 Punkte) seit Bestehen der Zeitreihe (November 1952) und ist
nur mit einem moderaten Konsumplus kompatibel – verdeutlicht dieses Bild. Trotz des
erwarteten leichten Anstiegs des Index im September muss in den kommenden
Quartalen von einem unterdurchschnittlichen US-Konsumwachstum und einem magerem
Plus der Wirtschaftsaktivitäten insgesamt ausgegangen werden. Für die beiden
Schlussquartale 2010 rechnen wir nur mit BIP-Zuwachsraten von 1,5 %-2,0 % (ann.).