HSBC T&B – USA: Kaum weniger Anträge auf Arbeitslosenhilfe
Von fundamentaler Seite gestaltet sich der heutige Tag noch einmal ruhiger, bevor das
Augenmerk zum Wochenende hin bereits zunehmend auf die am Freitag zur Veröffentlichung
anstehenden US-Arbeitsmarktdaten schwenkt. Laut ADP-Arbeitsmarktbericht
wurden zu Jahresbeginn 170.000 Stellen in der Privatwirtschaft geschaffen. Dies sind
deutlich weniger als noch im Dezember. Der langsamere Stellenaufbau dürfte richtungweisend
für den offiziellen Arbeitsmarktbericht sein: auch hier rechnen wir mit einer deutlichen
Erlahmung der Neueinstellungen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es rund um
das Weihnachtsgeschäft einen großen Mehrbedarf an Kurierdienstleistern und Lieferanten
zu verzeichnen gab, der die die monatliche Zahl der neugeschaffenen Zahlen deutlich
nach oben getrieben hat. Die Nachfrage war allerdings nur temporärer Natur und sollte
bereits im Januar wieder entfallen. Mit den von uns erwarteten 115.000 neuen Stellen
zeigt sich der Arbeitsmarkt damit zwar weiter solide, allerdings reicht ein solcher Jobaufbau
langfristig nicht einmal aus, die Arbeitslosenquote auch nur konstant zu halten. Dass
nicht mit großen Sprüngen zu rechnen ist, darauf deutet auch die Entwicklung der Erstanträge
auf Arbeitslosenhilfe. Wir rechnen mit 377.000 neuen Anträgen und damit nicht mit
deutlich wenigern, als in den Vorwochen.
In den vergangenen Wochen kursierten derweil gleich mehrfach Gerüchte, dass eine Einigung
Griechenlands mit dem internationalen Bankenverband über die Ausgestaltung der
Privatsektorbeteiligung kurz bevor steht. Mit Blick darauf, dass am kommenden Montag
überraschend ein weiteres Treffen der Eurogruppe geplant ist, bei dem auch der
griechische Schuldenschnitt auf der Agenda steht, scheint ein Durchbruch nun tatsächlich
kurz bevor zu stehen. So betonte der griechische Finanzminister Venizelos jüngst, dass
der Verlust des privaten Sektors auf mehr als 70 % steigen könnte. Zwar wird sich der
Schuldenschnitt nach wie vor auf die geplanten 50 % belaufen, da aber der Tausch in Anleihen
erfolge, die wohl mit weniger als 4 % verzinst sind, würde der Abschreibungsbedarf
deutlich darüber hinausgehen. Wir gehen davon aus, dass die Ergebnisse der
Einigung noch in dieser Woche präsentiert werden.