HSBC T&B – USA: Moderates Plus bei der Industrieproduktion
Am Donnerstag wird China seine BIP-Zahlen für das 3. Quartal veröffentlichen. Dabei
rechnen wir für den Zeitraum Juli bis September „nur“ noch mit einem Zuwachs der
Wirtschaftsaktivität um 9,5 % gg. Vj., nach zweistelligen Jahreszuwachsraten im
1. Halbjahr 2010. Die in den vergangenen Monaten eingeleiteten Bremsmaßnahmen
der Fiskal- und Geldpolitik zur Abkühlung eines überhitzten Wachstums dürften ihre
Wirkung entfalten und auch perspektivisch für ein niedrigeres Wachstum als im Durchschnitt
der Jahre 2003 bis 2009 (10,5 %) sorgen. Einen Konjunktureinbruch in China
erwarten wir aber nicht. 2011 und 2012 sollte immer noch ein BIP-Wachstum von rund
9 % realisiert werden (2010e: 10,0 %). Damit reduziert sich auch das Risiko eines
„double dip“ in den USA. Hier hat sich die Abhängigkeit von den chinesischen Warenund
Finanzströmen in den letzten Jahren spürbar erhöht. So profitiert der US-Exportsektor
von den gestiegenen Handelsverflechtungen mit China (Exportanteil 2009: rund
4,5 %, 2000: 1,5 %) und der von Asien ausgehenden globalen Konjunkturbelebung.
Dies hat dazu beigetragen, dass sich die Kapazitätsauslastung der US-Industrie seit
dem Tief vom Juni 2009 (68,2 %) zuletzt wieder auf knapp 75 % erhöht hat. Dies liegt
aber weiter klar unter dem langfristigen Durchschnitt seit 1967 (81,0 %). Mit Blick auf
die Vorlaufindikatoren ist perspektivisch nur eine moderate Zunahme der Industrieproduktion
zu erwarten. Im September rechnen wir mit einem Monatsplus von 0,1 %.