HSBC T&B – USA: Regionale Notenbanken wohl weniger optimistisch
Im jüngsten Konjunkturbericht der US-Notenbank hatten alle 12 Fed-Distrikte über ein
moderates Wachstum der Wirtschaft in ihrer Region berichtet. In der aktuellen Ausgabe
des Beige Book, das die Daten bis zum 19. Juli beinhaltet, dürfte dies ein wenig
anders aussehen. So enttäuschten die meisten Konjunkturdaten in den vergangenen
Wochen und deuteten auf ein Nachlassen der Wachstumsdynamik hin. Sowohl bei
den Konsumausgaben als auch bei der Industrieproduktion kam es zu Rückschlägen,
die sich in den Kommentaren der regionalen Notenbanken wiederfinden dürften. Per
Saldo rechnen wir mit einer gedämpfteren Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung.
Die zuletzt weniger optimistischen Stimmungsumfragewerte im industriellen
Sektor werden wohl in den Auftragseingängen für langlebige Gebrauchsgüter zum
Ausdruck kommen. Zwar ist aufgrund der guten Orderlage beim Flugzeughersteller
Boeing im Juni in der allgemeinen Rate ein kräftiges Monatsplus (Prognose: 1,0 %) zu
erwarten; bereinigt um diese relativ volatile Komponente erwarten wir aber ein Minus
von 1,2 % gg. Vm. Im Vergleich zum schwachen Vorjahresergebnis ergeben sich
dadurch zwar weiterhin klar zweistellige Werte, gegenüber dem Vorkrisenniveau von
Ende 2007 fehlen aber noch rund 15 % bis 20 %. Die Reserve Bank von Neuseeland
(RBNZ) hat mit Blick auf die anhaltende Erholung der heimischen Wirtschaft im Juni
die „official cash rate“ (OCR) erstmals seit dem Herbst 2007 – um 25 BP auf 2,75 % –
wieder angehoben. Im Frühjahr 2008 hatte die OCR noch bei 8,25 % gelegen. Auch
wenn die Notenbank keine Notwendigkeit sieht, die Leitzinsen so stark anzuheben,
wie in früheren Zinszyklen, dürfte der eingeleitete Weg heute mit einer erneuten Verschärfung
der Geldpolitik fortgesetzt werden. Bis zum Jahresende 2010 erwarten wir
dann noch eine weitere Zinsanhebung auf 3,25 %.