HSBC T&B – Weiterhin nur moderate Erholung am US-Arbeitsmarkt
Der US-Arbeitsmarkt kann weiterhin nur partiell von der globalen konjunkturellen Erholung
profitieren und sorgt damit für Unbehagen bei der Notenbank. Deren Aufgabe
ist neben der Gewährleistung der Preisstabilität auch das Mandat, das Umfeld für eine
maximale Beschäftigung zu schaffen. In der Vergangenheit war die Federal Reserve
von einer inflationsstabilen Arbeitslosenquote von rund 5 % ausgegangen. Auch wenn
sich diese „NAIRU“ zuletzt leicht erhöht haben dürfte, wird das Vollbeschäftigungsziel
trotz der seit längerer Zeit extrem expansiven Geldpolitik massiv verfehlt. Auch im Juni
dürfte sich an dieser Tatsache wenig geändert haben, so dass die Notenbank ihre
Nullzinspolitik auf absehbare Zeit fortsetzen wird. Im Betrachtungszeitraum sind insgesamt
wohl gut 100.000 neue Beschäftigungsverhältnisse entstanden, die Arbeitslosenquote
dürfte aber nur moderat von 9,1 % auf 9,0 % zurückgegangen sein. Dabei
kehren einige Arbeitnehmer als Nachfrager auf den Arbeitsmarkt zurück, die im Zuge
der Finanz- und Wirtschaftskrise aus Frustration keine Stelle mehr gesucht hatten. In
den kommenden Monaten rechnen wir daher nur mit einem langsamen Rückgang der
Arbeitslosenquote. In Deutschland ist die Stimmung bei den Exporteuren – gemessen
an den ifo Exporterwartungen – zuletzt spürbar zurückgegangen. Dies deutet darauf
hin, dass der Überschuss in der Handelsbilanz – bei einer zunehmenden Bedeutung
der Binnennachfrage – perspektivisch geringer ausfällt als noch im Monatsdurchschnitt
des 1. Quartals (12,7 Mrd. EUR). Im Mai sollte sich das Plus auf 12,5 Mrd.
EUR belaufen haben (April: 11,9 Mrd. EUR).