HSBC T&B – Weiterhin robuster deutscher Arbeitsmarkt
Während in der Eurozone die ILO-Arbeitslosenquote im Dezember 2011 – wie auch schon im Vormonat -
bei 10,4 % lag, gab die entsprechende Rate für Deutschland von 5,6 % im November auf 5,5 % im Dezember
2011 nach. Die gestern von der Bundesagentur für Arbeit berechnete deutsche Arbeitslosenquote
für den Januar 2012 ermäßigte sich von 6,8 % im Dezember 2011 überraschend auf 6,7 %, ein neues
Rekordtief. Der übliche Anstieg der unbereinigten Arbeitslosenzahl im Januar fiel 2012 schwächer aus als
in den Vorjahren, der saisonbereinigte Rückgang um 34.000 Personen überstieg zudem den Durchschnittswert
der letzten fünf Jahre (17.000) deutlich. Zu beachten bleibt, dass im Dezember 2011 die
Erwerbstätigenzahl in Deutschland mit saisonbereinigt 41,255 Mio. ein neues Rekordniveau erreichte. Im
Jahresvergleich betrug der Zuwachs 520.000. Das Monatsplus von 47.000 im Dezember übertraf dabei
den im Durchschnitt des letzten Jahres verzeichneten Monatzuwachs (43.000 Personen). Die Beschäftigung
konnte in 2011 insgesamt um 1,3 % gg. Vj. zulegen. Allein bei einer Stagnation auf dem Wert zum
Jahresschluss 2011 ergibt sich für das Kalenderjahr 2012 ein Zuwachs im Jahresvergleich von 0,5 % (statistischer
Überhang). Vor diesem Hintergrund dürfte der private Verbrauch in Deutschland im Gegensatz
zur Situation in der Eurozone eine deutliche Konjunkturstütze darstellen.
In den USA musste beim Case/Shiller-Hauspreisindex (Composite-20) auch im November 2011 mit
3,7 % gg. Vj, wie schon stetig seit Oktober 2010, eine negative Jahresrate hingenommen werden. Der
Chicago PMI fiel von 62,2 Punkten im Dezember 2011 auf 60,2 Punkte im Januar 2012 zurück und enttäuschte
damit die Markteerwartungen (63,0). Zudem gab das Konsumentenvertrauen des Conference
Board zum Jahresauftakt 2012 überraschend um 3,7 auf 61,1 Punkte nach, wobei vornehmlich die Verschlechterung
der gegenwärtigen Lage zu Buche schlug.