EXPERTEN

10:10 | 24.06.2010
JRC-FDax Ausblick: DAX Future – Einkommenserwartungen in Deutschland sinken

Rückblick:
Den dritten Monat in Folge stagniert der von der GfK ermittelte Konsumklimaindex in Deutschland. Der für Juli vorausberechnete Index notiert bei 3,5 Punkten und damit leicht über den Erwartungen. Dramatisch gesunken ist hingegen der Index für die Einkommenserwartungen. Nachdem der Index schon im Juni um 11,5 Punkte sank, ging er für den Juli noch einmal um kräftige 15,5 Punkte auf nun nur noch 8,2 Punkte zurück. Gestiegen ist hingegen der Index für die Anschaffungsneigung. Er steht nach einem Plus von 12,3 Punkten bei 30,4. Dass trotz der kollabierenden Einkommenserwartungen die Anschaffungsneigung steigen kann, erklärt die GfK lapidar mit der Fussball-WM.

Wichtiger als der GfK Konsumklimaindex dürften jedoch die Zahlen vom US-Immobilienmarkt sein. Nachdem schon die Verkäufe für Bestandsimmobilien unerwartet sanken, brach der Absatz neuer Immobilien regelrecht zusammen. Im Vergleich zum Vormonat wurden im Mai ein Drittel weniger Immobilien verkauft. Mit auf das Jahr hochgerechneten 300.000 Vertragsabschlüssen werden so wenig Häuser verkauft wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1963. Analysten erwarteten nicht weniger als 50% mehr Verkäufe und scheinen damit in ihrer Urteilsfähigkeit ähnlich getrübt wie vor Beginn der Immobilienkrise.

Dass die Marktteilnehmer im Gegensatz zu den Analysten mit einer weiteren Abschwächung des Marktes gerechnet hatten, zeigen die Notierungen an den Aktienmärkten. Die Notierungen gaben nicht etwa nach, sondern blieben mit einem Gewinn von sechs Punkten oder 0,1% stabil.

Ausblick:
Die Zaghaftigkeit, mit der sich der DAX Future bisher seinem Jahreshoch nähert und die Tasache, dass er nach Erreichen davon nach unten abprallte, mahnen zur Vorsicht. Aktienmärkte neigen am Hoch zu Seitwärtsphasen, auf die umfassende Korrekturen folgen. Beim DAX Future besteht darüber hinaus die Gefahr, dass ein Doppeltop im Bereich von 6330 Punkten gebildet wird. Bleiben die Marktteilnehmer bei ihrer zögerlichen Haltung, sollte mit weiteren Abgaben gerechnet werden. Kurzfristig erhält der DAX Future Unterstützung bei 6210 und 6170 Punkten. Bei 6140 bildete sich eine Kreuzunterstützung bestehend aus altem Abwärtstrend und Horizontalunterstützung. Gleiches findet man bei 6040, nur dass dort der kurzfristige Aufwärts- statt Abwärtstrend verläuft.

Geschützt wird das Jahreshoch noch vom neuen kurzfristigen Abwärtstrend bei rund 6240-6260 und vom Widerstand bei 6290 Punkten. Aber auch das Überschreiten des bisherigen Hochs bei 6330-60 Punkten eröffnet dem DAX Future nur begrenztes Potential. Bis rund 6400 Punkte erstreckt sich eine Widerstandszone, die es zunächst zu überwinden gilt. Anschließend hätte der DAX Future freie Hand bis 6750 Punkte.


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