EXPERTEN

10:09 | 09.05.2008
Lang & Schwarz – Daily Trader: adidas, Bayer, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Heidelberg Cement, Hochtief, Hugo Boss, Linde, Lufthansa, RWE, Siemens, Tognum, TUI, Volkswagen

adidas: Der Konzern sieht sich für das Sportjahr 2008 „bestens vorbereitet”. „Wir haben sehr zielstrebig daran gearbeitet, uns für weiteres Wachstum im Jahr 2008 zu positionieren”, sagte adidas-CEO Herbert Hainer auf der Hauptversammlung. Als Herausforderungen im laufenden Jahr bezeichnete er die Kreditkrise, die schwache Konjunktur in Nordamerika, hohe Inflationsraten und die stark steigenden Energiekosten. Die gesamte Branche sei außerdem von steigenden Rohstoff-, Arbeits- und Frachtkosten betroffen. „Aber wir sind fest entschlossen, diese Herausforderungen anzunehmen und zu gestalten. Zur anstehenden Fußball-Europameisterschaft sagte er, „adidas werde die EM prägen.” Hainer bekräftigte sein Ziel, adidas zum weltweit führenden Sportartikelunternehmen zu machen. Er räumte aber Probleme mit der US-Tochter Reebok ein. Die Entwicklung dort gehe langsamer vor sich, als man es sich bei der Übernahme 2006 erhofft habe. Die Dividende für 2007 wurde auf 0,50 (0,42) Euro je Aktie erhöht. Der Sportartikelhersteller hat sein umfassendes Engagement als Sponsor und Ausrüster der Olympischen Spiele in Peking verteidigt. adidas nehme die Debatten um die Olympischen Spiele sehr ernst, sagte Konzernchef Herbert Hainer. Das Unternehmen lasse sich aber nicht in moralische Haftung für die Zustände in China nehmen.

Bayer: Der Konzern und das Partnerunternehmen Regeneron weiten ihr gemeinsames Entwicklungsprogramm zu dem Medikament VEGF Trap-Eye gegen Augenerkrankungen aus. Mit VIEW 2 hat nun eine zweite klinische Phase-III-Studie begonnen, die die Wirksamkeit von VEGF Trap-Eye bei der Behandlung der neovaskulären Form der altersbedingten Makula-Degeneration untersucht.

Deutsche Bank: Die Bank hält seit dem 07.05.2008 mit 4,7% nun weniger als 5% an eigenen Aktien. Der Grund für das Unterschreiten der Meldegrenze ist die Gewährung von Aktienrechten an Mitarbeiter, die mit eigenen Aktien abgesichert wurden.

Deutsche Telekom: Der Konzern will die Gerüchte über eine mögliche Übernahme des US-Mobilfunkbetreibers Sprint Nextel nicht kommentieren. CEO Rene Obermann sagte während einer Telefonkonferenz, die Akquisitionspolitik sei unverändert. Spekulationen über Zukäufe kommentiere man aber grundsätzlich nicht. Der Einstieg des Konzerns bei der griechischen OTE ist nach Angaben aus Regierungskreisen in greifbare Nähe gerückt. Die Transaktion könnte in der kommenden Woche unter Dach und Fach gebracht werden, verlautete am Donnerstag aus den Kreisen. Das Bundeskartellamt hat das Missbrauchsverfahren gegen den Konzern wegen Engpässen bei der Freischaltung von DSL-Anschlüssen eingestellt. „Die Einstellung der Verfahren konnte nur erfolgen, weil die Deutsche Telekom unter dem Druck möglicher Entscheidungen den Auftragsstau abgebaut hat”, sagte Behördenchef Matthias Kurth.

HeidelbergCement: Der Umsatz kletterte in Q1 2008 um 72% auf 3,06 Mrd. Euro, vor allem wegen der Einbeziehung von Hanson. Ohne Berücksichtigung von Währungs- und Konsolidierungseffekten nahm der Umsatz um knapp 11% zu. Das operative Ergebnis wuchs auf 190 (142) Mio. Euro. Der Jahresüberschuss nach Minderheiten betrug 1,26 (109) Mrd. Euro. Im Überschuss machte sich der Verkauf vom maxit an die französische Saint Gobain bemerkbar, den HeidelbergCement im März abgeschlossen hatte und der zu einem Buchgewinn von 1,28 Mrd. Euro geführt hatte. Bereinigt um diesen Effekt sank der Nettogewinn auf 11 (104) Mio. Euro. Der Konzern erwartet für das Geschäftsjahr 2008 ein prozentual zweistellige Steigerung beim Ergebnis sowie einen Konzernumsatz von knapp 15 Mrd. Euro.

Hochtief: Der Baukonzern rechnet im Geschäftsjahr 2008 mit rückläufigen Auftragseingängen. Dabei werde sich der starke Euro bei der Umrechnung aus Fremdwährungen auswirken, sagte CEO Herbert Lütkestratkötter bei der Hauptversammlung. Beim Konzernumsatz geht Hochtief im laufenden Jahr davon aus, das Niveau des Vorjahres mit Erlösen von rund 16,45 Mrd. Euro zu halten. Der Konzerngewinn, der 2007 um 58% auf 140,7 Mio. Euro gestiegen sei, werde auch 2008 weiter zunehmen, kündigte Lütkestratkötter an.

Hugo Boss: Der Modekonzern bleibt vorerst weiter ohne Vorstandschef. Das Unternehmen suche noch nach einem Nachfolger für Bruno Sälzer, sagte Aufsichtsratschef Giuseppe Vita auf der Hauptversammlung. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Der Umsatz solle 2008 währungsbereinigt um 6% bis 8% steigen, sagte Finanzvorstand Joachim Reinhardt. Das EBIT werde voraussichtlich um 8% bis 10% zulegen. Der Konzern plant im laufenden Jahr Investitionen in Höhe von rund 120 Mio. Euro. Das Geld soll vor allem in den Ausbau des eigenen Einzelhandels fließen. HUGO BOSS werde bis Jahresende 60 neue eigene Läden eröffnen, sagte Reinhardt.

Linde: Der Technologiekonzern wird mit der Abu Dhabi National Oil Corp. (ADNOC) über sein Gemeinschaftsunternehmen Elixier zwei große Luftzerlegungsanlagen in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) errichten. Die Gesamtinvestition beträgt rund 800 Mio. USD. Der staatliche Erdöl-Konzern ADNOC hält 51 Prozent und Linde 49 Prozent der Anteile des Joint-Ventures Elixier.

Lufthansa: Der Konzern hebt seine Treibstoffzuschläge für Kurz- und Langstrecken erneut an. Für Langstreckenflüge steigt der Betrag um 5 Euro auf 82 Euro je Streckenabschnitt. Für Flüge innerhalb Deutschlands und Europas wird der Zuschlag um 4 Euro auf 21 Euro erhöht. Als Grund führte das Unternehmen die erneut gestiegenen Preise für Rohöl und Kerosin an. Die erhöhten Zuschläge gelten für alle Tickets, die ab 14.05.2008 ausgestellt werden.

RWE: Der Konzern sieht nach Angaben seines Vorstandsvorsitzenden Jürgen Großmann auf Seiten der EU-Kommission kein großes Drohpotenzial einer möglichen Kartellstrafe, mit dem das Unternehmen doch noch zum Verkauf seines Stromnetzes gedrängt werden könnte. RWE habe intern prüfen lassen, was dem Unternehmen als Kartellstrafen drohten könnten, dabei aber nur Kleinigkeiten und „nichts lebensbedrohliches” gefunden, sagte Großmann. RWE werde deshalb auch nicht präventiv sein Stromnetz veräußern.

Siemens: Die Siemens AG und die ThyssenKrupp AG haben bestätigt, dass sie nach dem Transrapid-Aus in München ihre Aktivitäten rund um die Magnetschwebebahn neu ausrichten. Das in Berlin ansässige Büro des Gemeinschaftsunternehmens Transrapid International mit seinen 38 Mitarbeitern wird zum 01.10.2008 geschlossen. Die von den beiden Gesellschaftern entsandten Mitarbeiter werden wieder in ihre Mutterhäuser zurückkehren. Siemens und ThyssenKrupp stellten zugleich klar, dass die Kernkompetenzen der Transrapid- Technologie bei den beiden Unternehmen erhalten blieben. Die Energiesparte des Konzerns hat einen Großauftrag zur Errichtung von Windparkanlagen in den USA erhalten. Demnach hat der Energieversorger FPL Energy aus Florida 218 Windturbinen mit einer installierten Leistung von 500 (MW) bestellt. Die Turbinen werden 2009 ausgeliefert und von Siemens installiert und in Betrieb genommen. Einschließlich des jüngsten Auftrages hat Siemens im laufenden Geschäftsjahr (bis 30.9.2008) aus den USA Windaufträge mit einem Gesamtvolumen von 2,4 Mrd. USD erhalten. Im Jahr 2006 hat Siemens bereits für FPL Windenergieanlagen in drei US-Bundesstaaten errichtet. In der Schmiergeldaffäre muss der Ex-CEO und langjährige Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer einem Bericht des „Handelsblatt” zufolge mit Konsequenzen von Seiten des Unternehmens rechnen. Dem Aufsichtsrat seien mindestens drei Korruptionsfälle vorgelegt worden, in denen von Pierer nicht ordnungsgemäß gehandelt und seine Pflichten damit verletzt habe, erfuhr die Zeitung aus Kreisen des Kontrollgremiums.

Tognum: Die Absage der Bodensee-Gemeinde Salem wirft den Motorenbauer beim geplanten Neubau seines Logistikzentrums um etwa ein Jahr zurück. „Wir werden jetzt nach einem anderen Standort suchen”, sagte Finanzvorstand Joachim Coers. „Das wird zu einer Verzögerung von vielleicht einem Jahr führen.”, sagte er. Kurzfristig werde dies aber nur geringe Auswirkungen auf das Geschäft haben.

TUI: Nach dem Scheitern seines Plans zur Abwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden denkt Großaktionär John Fredriksen über sein weiteres Vorgehen nach. „Wir gehen davon aus, dass wir unseren Plan in den nächsten Tagen fertig stellen werden”, sagte Fredriksens Vertrauter Tor Olav Troim.

Volkswagen: Der Betriebsrat setzt sich für eine Stärkung der Komponentenfertigung ein. Dies sei auch eine Strategie zur Beschäftigungssicherung, erklärten die rund 200 Mitglieder, die sich zu ihrer jährlichen Versammlung getroffen hatten. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie die Beschäftigung in den westeuropäischen Standorten angesichts eines stagnierenden europäischen Marktes gesichert werden kann.


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