EXPERTEN

9:40 | 30.04.2008
Lang & Schwarz – Daily Trader: Continental, Daimler, Deutsche Telekom, Fresenius, Fresenius Medical Care, Lufthansa, Metro, SAP, Siemens, Thyssen Krupp, TUI, Vossloh, Wacker Chemie

Continental: Der Umsatz stieg, begünstigt durch die VDO-Integration, in Q1 2008 um 67,5% auf 6,64 (3,97; Marktkonsens: 6,54) Mrd. Euro. Das EBIT verbesserte sich um 4,6% auf 456,7 (437,0; Marktkonsens: 421) Mio. Euro. Die EBIT-Marge sank auf 6,3% (11,0%). Der Konzerngewinn nach Anteilen Dritter verringerte sich um 38,3% auf 167 (271; Marktkonsens: 158) Mio. Euro. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug 1,03 (1,85; Marktkonsens: 1,03) Euro. Der Konzern sieht sich für das Gesamtjahr 2008 auf Kurs, die Jahresziele zu erreichen. Das Unternehmen hat eine Trennung vom Nutzfahrzeugreifengeschäft erneut nicht ausgeschlossen. Mit einem kurzfristigen Verkauf rechnet CFO Alan Hippe aber nicht. Hippe sagte weiter, dass der Konzern im laufenden Quartal mit einem niedrigen zweistelligen Mio.-Euro-Betrag an Restrukturierungskosten rechne. Bis Ende 2009 werde insgesamt weiter mit Belastungen im niedrigen dreistelligen Mio.-Euro-Bereich gerechnet.

Daimler: Der Umsatz konnte in Q1 2008 auf 23,50 (23,37; Marktkonsens: 23,64) Mrd. Euro gesteigert werden. Der Absatz bei Pkw und Nutzfahrzeugen konnte um 9% auf 503.800 Einheiten verbessert werden. Das EBIT sank auf 1,98 (3,29; Marktkonsens: 2,13) Mrd. Euro. Das Nettoergebnis verringerte sich auf 1,33 (1,97; Marktkonsens: 1,51) Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie erreichte 1,29 (1,89; Marktkonsens: 1,50). Der Konzern hat seine Ziele für das Gesamtjahr 2008 bestätigt. Beim Autobauer hat der Pkw-Absatz im April um mehr als 10% zugelegt. Dies teilte CFO Bodo Uebber mit. In den ersten drei Monaten in 2008 war der Absatz der Pkw-Sparte um 17% gestiegen. Der Autobauer rechnet frühestens im 2. Halbjahr mit einer Erholung des schwachen Lkw-Marktes in den USA. „Auf dem nordamerikanischen Markt sehen wir derzeit noch keine Erholungstendenzen“, sagte CFO Bodo Uebber.

Deutsche Telekom: In Athen hat eine neue Runde der schwierigen Verhandlungen über den geplanten Einstieg der Deutschen Telekom beim Telefonkonzern Hellenic Telecom (OTE) begonnen. Die Gespräche verliefen nach übereinstimmenden Berichten der griechischen Presse sehr schwierig. Zudem laufe die Zeit davon: Beide Seiten hatten den 07.05. als Frist für einen Abschluss der Verhandlungen genannt. Das entscheidende Treffen zwischen den griechischen Ministern für Wirtschaft und Telekommunikation, Giorgos Alogoskoufis und Kostas Chatzidakis, mit dem Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick soll am heutigen Mittwoch stattfinden.

Fresenius: Der Umsatz wuchs in Q1 2008 auf 2,8 (2,77; Marktkonsens: 2,80) Mrd. Euro. Das EBIT sank auf 377 (380; Marktkonsens: 388) Mio. Euro. Das Nettoergebnis nach Minderheitenanteilen stieg auf 100 (93; Marktkonsens: 102) Mio. Euro. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2008 wurde bestätigt.

Fresenius Medical Care: Der Umsatz stieg in Q1 2008 auf 2,51 (2,32; Marktkonsens: 2,52) Mrd. USD. Das EBIT verbesserte sich auf 389 (365; Marktkonsens: 398) Mio. USD. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter kletterte auf 186 (160; Marktkonsens: 184) Mio. USD. FMC hat die Prognose für 2008 bestätigt.

Lufthansa: Die Fluggesellschaft will an den Rekordgewinn des vergangenen Jahres dauerhaft anknüpfen. „Das Rekordjahr 2007 soll keine Eintagsfliege bleiben. Wir setzen auf Stetigkeit“, sagte CEO Wolfgang Mayrhuber bei der Hauptversammlung des Konzerns. Sofern das wirtschaftliche Umfeld intakt bleibe, solle das operative Ergebnis 2008 mindestens auf der Höhe von 2007 liegen. Für 2007 wurde den Aktionären eine Dividende von 1,25 Euro vorgeschlagen. Vor allem von der Neuausrichtung des konzernweiten Einkaufs verspricht sich Mayrhuber mittelfristig Ergebnisbeiträge in dreistelliger Millionenhöhe. Er ergänzte weiter, dass das Jahr 2008 kein leichtes Jahr sei, der Konzern sich aber den Veränderungen stellen werde. Mayrhuber ergänzte außerdem, dass er 2010 seinen Posten als CEO niederlegen wird. Der Konzern lässt sich angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Perspektiven mit möglichen Zukäufen Zeit. Konzernchef Wolfgang Mayrhuber verteidigte gestern auf der Hauptversammlung die Zurückhaltung des Konzerns bei Übernahmen, versicherte aber gleichzeitig, die Lufthansa werde nicht tatenlos bleiben.

Metro: Der Handelskonzern sieht sich bei der Trennung von seinen Kaufhof-Warenhäusern nicht unter Zeitdruck. „Wir sind in einer komfortablen Position und stehen nicht unter Zeitdruck“, sagte Vorstandschef Eckhard Cordes. Wann sich der Konzern von Kaufhof trennen werde, sei auch abhängig von der Lage auf den Finanzmärkten.

SAP: Der Umsatz stieg in Q1 2008 nach vorläufigen Zahlen auf 2,46 (2,16; Marktkonsens: 2,54) Mrd. Euro. Dabei wuchsen die Softwareerlöse auf 622 (562; Marktkonsens: 673) Mio. Euro. Die Produkterlöse kletterten auf 1,74 (1,52; Marktkonsens: 1,81) Mrd. Euro. Das operative Ergebnis sank auf 356 (436; Marktkonsens: 424) Mio. Euro. Das Ergebnis nach Steuern verringerte sich auf 242 (310; Marktkonsens: 296) Mio. Euro. Das Umsatzziel für 2008 wurde bestätigt. Das Margenziel wurde auf 28,5% bis 29% (zuvor: 27,5% bis 28%) angehoben.

Siemens: Der ehemalige taiwanesische Elektronikkonzern BenQ, heute Qisda, hat den Technologiekonzern im Zusammenhang mit der Übernahme der Handysparte verklagt. Die Taiwaner verlangten „beträchtlichen Schadenersatz“, teilte Siemens mit. Der Konzern hat zwischen Januar und März im Zuge der Schmiergeldaffäre 175 Mio. Euro für Anwälte gezahlt. Bislang hat Siemens die Schmiergeldaffäre damit rund 1,8 Mrd. Euro gekostet. Das Unternehmen warnte vor weiteren Kosten durch die Aufklärung der Schmiergeldaffäre sowie vor möglichen Strafen. Unter anderem droht von der US-Börsenaufsicht SEC eine Milliardenstrafe. Der Aufsichtsrat des Konzerns hat dem Vorstand trotz immer neuer Enthüllungen in der Schmiergeld-Affäre „erneut sein volles Vertrauen“ ausgesprochen.

ThyssenKrupp: Das neue Werk in Brasilien wird laut „FTD“ teurer als geplant. Nach Angaben von ThyssenKrupp Steel-Chef Karl- Ulrich Köhler lagen die Kosten um mehrere hundert Mio. Euro über Plan.

TUI: Der Reisekonzern will künftig auch mit Kreuzfahrten kräftig wachsen. Die TUI gab gestern den Startschuss für TUI Cruises, ein Joint Venture mit dem US-Anbieter Royal Caribbean. Das erste Schiff soll im Mai 2009 starten. Rund 3 Mio. potenzielle Kunden sieht TUI Cruises-Geschäftsführer Richard Vogel in Deutschland.

Vossloh: Der Umsatz stieg in Q1 2008 auf 344,8 (267,7; Marktkonsens: 319,9) Mio. Euro. Das EBIT nahm auf 32,9 (20,7; Marktkonsens: 28,7) Mio. Euro zu. Der Überschuss konnte auf 19,4 (12,0; Marktkonsens: 16,8) Mio. Euro gesteigert werden. Die Jahresprognosen 2008 und 2009 behält Vossloh bei.

Wacker Chemie: Der Umsatz stieg in Q1 2008 auf 1,02 (0,94; Marktkonsens: 1,08) Mrd. Euro. Das EBITDA verbesserte sich auf 291,1 (265,5; Marktkonsens: 281,2) Mio. Euro. Das EBIT wurde auf 198,7 (187,9; Marktkonsens: 187,7) Mio. Euro gesteigert. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter kletterte auf auf 130,6 (114,5; Marktkonsens: 121,8) Mio. Euro. Der Ausblick für 2008 wurde bekräftigt.


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