KOLUMNEN

12:14 | 21.05.2014
Barrick Gold schiebt Restart von Problemprojekt an

Durch weitere Gesprächsrunden mit neuen Delegierten von Chile’s Minenministerium, visiert der größte Goldproduzent der Welt die Wiederaufnahme des kolossalen und höchst umstrittenen Wachstumsprojekts in Südamerika an.

Das massive Pascua-Lama Projekt im hohen Gebirge (Anden) an der Grenze zwischen Chile und Argentinien hat in den letzten Jahren für sehr viele Schlagzeilen rund um den Globus gesorgt. Meistens waren es äußerst negative.

Das riesige Projekt, an dem große Wachstumsambitionen des Goldkonzerns hingen und das eine der größten Gold- und Silberminen der Welt werden sollte, konnte bis dato die schwerwiegenden Widerstände der lokalen Bevölkerungsgruppen und Umweltaktivisten nicht brechen.

Im Fokus der Debatten standen u.a. die Unsicherheitsfaktoren über die Belastung von Umwelt, Wasser inklusive der tangierten Gletscher. In den letzten Jahren tobte ein wahrer und erbitterter Kampf von zahlreichen, unterschiedlichen Interessensgruppen.

Parallel sorgte das höchst kontroverse Mega-Projekt für geopolitische und überregionale Spannungen zwischen den Regierungen der Minenstaaten Chile und Argentinien. So war es bspw. temporär der Fall, dass seitens Argentiniens grünes Licht für die Konstruktion und Produktionsvorbereitung gegeben wurde, auf chilenischem Boden jedoch quasi alles still stand.

Dies ist vor allem so brisant, da der Großteil der Minen-Infrastruktur zwar auf Argentinien’s Boden stehen würde, der überwiegende Anteil der kolossalen Gold- und Silber-Ressourcen hingegen auf dem chilenischen Staatsgebiet unter der Oberfläche schlummert.

Vor diesem Hintergrund und einem der größten, potentiellen Steuer- und Arbeitsplatz-„Generatoren“ auf regionaler Ebene, scheint die wilde Debatte zwischen Regierungsvertretern, lokalen „Stammesführern“, dazu gezogenen Expertenteams und dem Goldkonzern mehr als nachvollziehbar.

Seit Herbst 2013 ist es ruhiger um das Problemprojekt von Major Barrick Gold (NYE:ABX) geworden, da die Konstruktionsarbeiten seither weitgehend eingestellt wurden.

Hauptgrund für die „temporäre“ Einstellung bzw. Einfrierung des Projekts war neben den Widerständen und Kostenexplosionen, vor allem die angeschlagene Bilanzseite des Goldgiganten. Bis dato hat der tief gefallene Goldriese mehr als 5 Mrd. USD in das brisante Projekt investiert und nach wie vor steht ein Payback dieses Investments komplett in Frage. Kein Wunder, dass diesbezüglich auch der Druck von der Aktionärsseite massiv zunahm. Ohne klare und verlässliche Ziel- und Meilenstein-Fahrpläne konnte es nachvollziehbar nicht mehr weitergehen.

Wegen massiver Kostenexplosionen, irrwitzigen Fehlkalkulationen, massiver Widerstände und unzähligen Verschiebungen stiegen die prognostizierten Gesamtkosten von Pascua Pama in den letzten 10 Jahren von einst rund 1,5 Mrd. USD auf jetzt ca. 9 Mrd. USD (letzte Prognose) an. Einige Analysten sehen bereits das Überschreiten der 10 Mrd. Dollar-Marke kommen. Bis dato geht das Projekt als eines der größten Fehlgriffe der Goldminen-Branche in die Geschichte ein.

Nun erhofft sich Barrick mit neuen Delegierten des Minenministeriums in Chile bei der Beilegung der Widerstände vor Ort Fortschritte zu erzielen. Chile’s frischer Frontmann in Sachen Mining, Aurora Williams, der seit Frühjahr 2014 von der neuen Präsidentin Michele Bachelet berufen wurde, teilte der Presse mit, an neuen Lösungswegen mit Barrick Gold zu arbeiten.

So werden neue Nachrichten und Entwicklungen in den nächsten Wochen erwartet, und nicht nur die kanadische Minenbranche wird den Schicksalsweg von Pascua Lama genau verfolgen.

Hier steht in puncto Länderrisiken und der Brisanz des Managements und der Kontrolle von stabilen und nachhaltigen Multi-Milliarden Projekten in einst so sicheren und stabilen Minennationen wie Chile für die Zukunft schließlich sehr viel auf dem Spiel – und das eben global. Weiter beeinflussen Mega-Projekte wie PL nachhaltig ebenso auch das Angebot der Gold- und Silberminen-Branche.

Denn sollte Pascua Lama irgendwann die kommerzielle Förderung erreichen wird, läge die anvisierte Jahres-Förderung bei gigantischen 800.000-850.000 Unzen Gold und 35 Mio. Unzen Silber in den ersten 5 Jahren der mehr als 25-jährigen Minenlaufzeit. Kein Wunder, das bei diesem potentiellen Umsatzgiganten die Gemüter weiterhin hochkochen werden.


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