KOLUMNEN

18:24 | 23.01.2011
Chinas Pharma-Markt: 25 Prozent Wachstum pro Jahr

Der steigende Wohlstand in China kombiniert mit einer
Milliardenbevölkerung führt dazu, dass sich dort für viele Branchen
gewaltige Absatzmärkte auftun. Einer der interessantesten Bereiche ist
derzeit der chinesische Pharmasektor.

In den vergangenen Jahrzehnten konnten sich die Chinesen nur selten
Medikamente leisten. Dies beginnt sich aber massiv zu ändern. 2001 gab
der Durchschnittsbürger dort lediglich umgerechnet 21 Dollar pro Jahr
für pharmazeutische Präparate aus. Bis 2009 haben sich die
Pharma-Ausgaben pro Kopf allerdings bereits auf 67 Dollar verdreifacht.
Dieses Wachstum wird sich fortsetzen. Zum einen liegen die
Durchschnittsausgaben für Medikamente immer noch deutlich unter dem im
Westen üblichen Niveau. Zum anderen treten in China immer mehr typische
Zivilisationskrankheiten auf, und die Gesellschaft altert wegen der
notorischen Ein-Kind-Politik. Analysten prognostizieren dem chinesischen
Pharmasektor bis 2020 ein Wachstum von 18 bis 25 Prozent pro Jahr. Dazu
sollte vor allem das jüngst eingeführte Krankenversicherungssystem
beitragen, das inzwischen 1,2 Milliarden Menschen, oder rund 90 Prozent
der Bevölkerung abdeckt. Der staatliche Zuschuss, mit dem das
Gesundheitssystem unterstützt wird, liegt aktuell bei der unglaublichen
Summe von 125 Milliarden Dollar pro Jahr.

Neben vielen Anbietern, die in erster Linie Pflanzensubstrate zusammen
mischen, entstand in den vergangenen Jahren eine moderne und äußerst
leistungsfähige Pharmaindustrie. Die neuen Planer betreiben
Arzneimittelforschung auf hohem Niveau, und tätigen außerdem enorme
Investitionen in den Aufbau landesweiter Vertriebsnetze. Dies macht
diese Unternehmen zu idealen Kooperations-Partnern für die
internationale Pharmaindustrie (mit entsprechenden Ertragsperspektiven).
Daneben wird es in dem Sektor künftig auch immer häufiger zu Übernahmen
kommen.

Auch die chinesische Biotech-Branche macht große Fortschritte.
Gesellschaften, die über interessante Produkte verfügen, können in
diesem Markt künftig gewaltige Umsätze generieren. Interessant ist auch,
dass die Biotech-Unternehmen verstärkt die Auslandsmärkte ins Visier
nehmen. 2009 exportierte die Branche bereits Vorprodukte und Wirkstoffe
im Wert von 1,45 Milliarden Dollar was gegenüber dem Vorjahr einem
Anstieg um mehr als 60 Prozent entsprach.

Eine weitere wichtige Entwicklung ist der Trend zur Auslagerung von
Wirkstoff- und Arzneimittelforschung nach China. Die chinesischen Labors
arbeiten auf höchstem Niveau, und das Heer der Pharma-Spezialisten im
Land wird immer größer. Zugleich liegen die Kosten aber weiterhin
deutlich unter dem amerikanischen und europäischen Niveau. Auch dieser
Sektor zieht zunehmend die Aufmerksamkeit der globalen Pharmariesen auf
sich wie das Beispiel eines sehr interessanten Unternehmens zeigt, das
wir Ihnen in der heutigen Ausgabe von ASIEN-Trends vorstellen.

Alles in allem bietet Chinas Pharmasektor nicht nur erhebliche
Wachstumsperspektiven, sondern genießt auch umfangreiche staatliche
Unterstützung. Daneben dürfte dieser Markt sein Wachstum auch unabhängig
von etwaigen Leitzinserhöhungen und Inflationssorgen fortsetzen. Dies
macht Investments in chinesische Pharmawerte momentan besonders
interessant.

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