KOLUMNEN

15:21 | 22.10.2010
Dein Leben ist eine Short-Position

Als Verbraucher fragen wir ständig Güter nach: Lebensmittel, Treibstoff, Heizöl, Kleidung… Wirtschaftlich gesehen wirkt unsere Nachfrage nach Gütern wie eine Short-Position: Wir sind gezwungen, zu den jeweils gültigen Preisen zu kaufen – steigen die Preise, dann erhöhen sich unsere Kosten, d.h. wir machen Verlust. Lösungen…

Der Kapitalmarkt bietet nun die wunderbare Möglichkeit, unsere Short-Position glatt zu stellen – indem wir Gegen-Positionen aufbauen:

1.Eine Möglichkeit ist der Kauf von Call-Optionsscheinen. Die großen Finanz-Portale bieten hier gute Suchfunktionen. So können wir Calls auf einen Index für Agrarrohstoffe oder Diesel kaufen. Steigen die Preise für Lebensmittel, dann steigt auch der Wert der Optionsscheine – theoretisch ein guter Ausgleich. Jedoch gibt es zwei Haken:

a) Wird mein Einkauf im Lidl um 2 % teurer, nur weil Brokkoli teurer wurde, dann wird mein Optionsschein auf irgendeinen Agrar-Index keinen gleich großen Wertzuwachs haben. Gründe: Unterschiedliche Zusammensetzung des Warenkorbs und die Preisänderung im Geschäft muss nicht in dessen Einkaufspreis begründet sein.

b) Die Absicherung mit Optionsscheinen kostet z. B. 10 % p.a. bezogen auf die Ausgaben, die wir absichern wollen – das ist teuer. Wirtschaftlich gesehen kommt die Absicherung mit Optionsscheinen einer Erhöhung der Aufwendungen um z. B. 10 % gleich – eine kostenlose Absicherung kann es mit Optionsscheinen nicht geben. Schließlich trägt der Emittent das Risiko einer negativen Entwicklung, die er vergütet haben will. (Für Zahlen-Beispiele mit WKN siehe unseren verlinkten Artikel “Aktien mit Optionen absichern” am Ende.) Von Optionsscheinen rate ich ab.

2. Vielleicht haben Sie schon einmal beobachtet, dass die Aktien der großen Öl-Unternehmen steigen, wenn die Preise für Rohöl steigen. Folglich wird mit einer Geldanlage in Öl-Aktien einem Anstieg der Treibstoff- und Heizöl-Kosten entgegen gesteuert. Praktischerweise benutzt man hierfür einen ETF, z.B. den Amundi ETF MSCI World Energy, ISIN FR0010791145. Genauso gibt es ETFs auf Agrargüter-Aktien. Nachteil der ETF-Absicherung: Die Abweichung zwischen der Erhöhung der Treibstoff- und Heizöl-Preise und dem Wertzuwachs der ETFs ist noch größer ist als bei den Optionsscheinen. Vorteil jedoch: Es gibt keine Absicherungskosten wie bei den Optionsscheinen. Im Gegenteil: Der Wert des ETFs erhöht sich um die gezahlten Dividenden (abzüglich geringer ETF-Kosten).

Für die praktische Umsetzung müssten Sie sich überlegen: Wie viele Euro Treibstoff- und Heizkosten will ich absichern? “10.000 Euro über die nächsten 5 Jahre”. Wie verändert sich der Wert der Aktien der Öl-Unternehmen, wenn Treibstoff- und Heizkosten um 10 % steigt? “20 %” (nur grob geschätzt). Ergebnis: Sie könnten 5.000 Euro in den genannten ETF anlegen.

Ja, der Kapitalmarkt bietet Ansatzpunkte, um Unsicherheiten aus unserem Alltag zu nehmen. Bereits mein letzter Beitrag zeigte den Zusammenhang zwischen Arbeitsplatz-Risiko und Mitarbeiter-Aktien, einheimischen Aktien, und europäischen Aktien im Allgemeinen auf.

In diesem Zusammenhang interessieren Sie die Beiträge:

Arbeitsplatz-Risiko und einheimische Aktien

Aktien absichern mit Optionsscheinen

Haben Sie eine Frage/Meinung: Zum Kontaktformular oder Email an cs (at) PortfolioStrategie.net

Ihr Curtis Schneekloth


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