KOLUMNEN

16:55 | 11.05.2016
Der 40-Prozenter: Berentzen schmeckt den Anlegern wieder

Verbinden Sie den Namen Berentzen noch immer in erster Linie mit dem klassischen Apfelkorn? Dann haben Sie schon länger keinen Blick mehr auf die Homepage der Berentzen-Gruppe AG (WKN 520160) geworfen. Zwar sind dort unter der Dachmarke Berentzen auch viele Variationen des in den 1970er-Jahren eingeführten Apfelkorns zu finden, längst ist die Gruppe aber wesentlich breiter aufgestellt: Neben weiteren bekannten Spirituosenmarken wie „Puschkin“ und „Bommerlunder“ tragen mittlerweile auch alkoholfreie Getränke (u. a. „Mio Mio Mate“) und Frischsaftsysteme („Citrocasa“) einen wesentlichen Teil zum Konzernumsatz und -ergebnis bei – Tendenz steigend.

 

Umsatzplus von 32 % bei Citrocasa

Vor allem der Ausbau des Geschäftsbereichs Frischsaftsysteme (Citrocasa) hat sich für Berentzen als Volltreffer erwiesen. Im ersten Quartal 2016 konnte dieser beim Umsatz kräftig um 32 % zulegen. Sehr dynamisch entwickelte sich dabei die neue und speziell für den Gastronomie-Bedarf entwickelte Maschinenlinie „Revolution“. Und auch der zu Beginn 2015 erfolgte Konzessionswechsel zur Sinalco-Unternehmensgruppe ist inzwischen verdaut, so wuchsen die Umsätze im Konzessionsgeschäft im ersten Quartal 2016 kräftig: „Wir konnten hier um 18 % gegenüber dem Vorjahresquartal zulegen. Das Wachstum beruht auf einer sehr guten Neukundenquote“, so Berentzen-Vorstandssprecher Frank Schübel.

 

„Erhebliche Steigerung“ im Gesamtjahr

Insgesamt legten die Konzernumsätze im ersten Quartal 2016 um 7,9 % auf 39,3 Mio. Euro zu. Das bereinigte Konzern-EBIT blieb mit 1,3 Mio. Euro zwar knapp hinter dem Vergleichswert des ersten Quartals 2015 (1,5 Mio. Euro) zurück, für das Gesamtjahr zeigt sich CEO Schübel jedoch unverändert optimistisch: Hinsichtlich der Konzerngesamtleistung prognostiziert er eine erhebliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 159,0 Mio. Euro. Beim Konzern-EBIT und -EBITDA stellt er ebenfalls eine deutliche Steigerung in Aussicht. Im Geschäftsjahr 2015 erzielte die Berentzen-Gruppe – jeweils bereinigt – ein EBIT von 7,6 Mio. Euro sowie ein EBITDA von 15,7 Mio. Euro.

 

Neuer Ankeraktionär Monolith

Anfang März hatte ein Teilausstieg des Großaktionärs Aurelius die Berentzen-Aktie zeitweilig unter Druck gebracht. Inzwischen hat die Münchner Beteiligungsgesellschaft durch die Abgabe eines weiteren Aktienpakets ihren Anteil auf unter 19 % abgebaut –im Gegenzug hat Berentzen mit der holländischen Investmentgesellschaft Monolith einen neuen langfristig orientierten Ankerinvestor gewonnen. Die Anleger honorierten dies mit einer wieder leicht anziehenden Notierung. Noch ist es allerdings weit bis zu den Kurszielen der Analysten: So sieht Hauck & Aufhäuser den fairen Wert der Berentzen-Aktie bei 12 Euro.

 

Kursziel 9 Euro – 40 % Kurspotenzial

Etwas konservativer ist Oddo Seydler mit einem Kursziel von 9 Euro, was beim aktuellen Kurs von 6,50 Euro einem Potenzial von rund 40 % entspricht. Analyst Martin Decot traut der Berentzen-Gruppe im laufenden Jahr ein Ergebnis je Aktie von 0,43 Euro zu, für die kommenden beiden Jahre prognostiziert er ein EPS von 0,55 Euro bzw. 0,75 Euro. Entsprechend würde das KGV von 15 im laufenden Jahr bis 2018 auf unter 9 schrumpfen. Darüber hinaus erwartet er einen Anstieg der Dividende von 0,20 Euro für 2015 auf 0,36 Euro für 2018. Auf aktuellem Kursniveau würde dies einer attraktiven Rendite von 5,5 % entsprechen. Wer sich jetzt die Ausschüttung für 2015 noch sichern möchte, muss sich allerdings beeilen: Die Berentzen-Hauptversammlung entscheidet bereits morgen in München über die aktuelle Dividende von 0,20 Euro je Aktie.


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