KOLUMNEN

15:25 | 22.10.2010
Deutsche Rohstoff AG mit gewaltigem Potenzial im Öl- und Gassektor
Deutsche Rohstoff AG mit gewaltigem Potenzial im Öl- und Gassektor Erst vor Kurzem hat die Deutsche Rohstoff AG (WKN A0XYG7) mit dem Abbau des Golderzes auf ihrem australischen Goldprojekt Georgetown begonnen und will ab November dort auch Gold produzieren. Doch das Unternehmen aus dem beschaulichen Heidelberg hat deutlich mehr zu bieten als „nur“ Gold. Insbesondere der Unternehmensbereich Öl und Gas – die DRAG konzentriert sich dabei auf Süddeutschland – erscheint äußerst viel versprechend.

Dieser wird über das Tochterunternehmen Rhein Petroleum GmbH  abgewickelt. Die DRAG hält 80% der Anteile, die verbleibenden 20% liegen bei Herzford International Ltd. Die DRAG stellt mit Dr. Titus Gebel einen von zwei Geschäftsführern der Rhein Petroleum, während der zweite Geschäftsführerposten von Prof. Dr. Franz Nieberding eingenommen wird, dem ehemaligen Explorationsleiter der Preussag Energie und einem sehr erfahrenen Erdölgeologen.

Entgegen der landläufigen Meinung verfügt Deutschland bereits seit Langem (1859) über eine eigene Öl- und Gasförderung. Im vergangenen Jahr konnten immerhin 18% des Gasbedarfs und 3% des Ölbedarfs aus heimischen Quellen gedeckt werden!

Entsprechend konzentriert sich Rhein Petroleum auf die Exploration und Produktion von Erdöl und Erdgas in Süddeutschland. Bekannte Öl- und Gasregionen sind dort zum Beispiel das Rheintal und das Alpenvorland. Dort gibt es heute noch fünf produzierende Ölfelder: Landau, Eich, neuerdings auch Speyer im Rheintal sowie Hebertshausen und Großaitingen im bayerischen Alpenvorland. In den Hochzeiten der 60er-Jahre, als Deutschland der größte Erdölproduzent Europas war, waren in Süddeutschland über 50 Öl- und Gasfelder im Betrieb!

Spektakuläre Neufunde wie vor kurzem im pfälzischen Speyer – hier wurden 50 Mio. Barrel förderbares Öl gefunden, und zwar aus Zufall bei Geothermiebohrungen – haben Süddeutschland nun wieder interessant gemacht. Denn diese Reservenzahlen wurden erst im Januar 2010 veröffentlicht. Seither herrscht wieder „Ölfieber“ am Rhein. Denn mit einem aktuellen Wert von Rund 1,5 Milliarden Euro handelt es sich hier um den größten Ölfund, der je in Süddeutschland gemacht wurde. Bereits die Entdeckung eines Ölfeldes von einem Zehntel (!) der Größe Speyers würde den aktuellen Börsenwert der DRAG etwa verdreifachen.

Darüber hinaus ist die Wiedererschließung alter Felder eine sehr interessante Option, im Wesentlichen aus drei Gründen: Erstens ist die Produktion auf vielen süddeutschen Ölfeldern meistens nicht wegen deren Erschöpfung, sondern aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt worden – zum Beispiel als der Ölpreis nur 10-15 USD pro Barrel betrug. Bei heutigen Ölpreisen um 80 USD pro Barrel aber stellt sich die Wirtschaftlichkeit dieser alten Felder aber ganz anders dar, da die durchschnittliche Förderkosten in Deutschland aktuell unter 20 USD je Barrel liegen!

Zweitens ist mit der heutzutage verfügbaren Fördertechnologie eine deutlich höhere Ausbeute möglich. Während früher maximal 30% des vorhandenen Öls aus einem Feld gefördert werden konnten, sind heute „Entölungsraten“ von 50% und mehr keine Seltenheit.

Drittens erlaubt insbesondere die neue 3D-Seismik einen „Blick in den Untergrund“ der früher so nicht möglich war. Auch innerhalb einer Lagerstätte kann dadurch viel zielgerichteter gebohrt und auch neues Potenzial entdeckt werden.

Die Projekte von Rhein Petroleum in Süddeutschland

Der Clou an der Geschichte: Mit mehr als 4.000 Quadratkilometern Fläche ist Rhein Petroleum der größte Lizenzinhaber im Bereich Öl und Gas in Süddeutschland und verfügt dort über zahlreiche Projekte!

Dazu gehört beispielsweise Rieden, dass Rhein Petroleum in einem Joint Venture mit der BASF-Tochter Wintershall, dem größten deutschen Öl- und Gasproduzent, betreibt. Rieden umfasst das ehemals größte bayerische Ölfeld Arlesried, dessen geschätzte Restreserven sich auf 3 Mio. Barrel belaufen. Eine erste Wiedererschließungsbohrung („Bedernau 1“) erreichte am 25. Dezember 2009 ihre Endtiefe bei 1.525 Metern und traf dort Erdöl führenden Schichten an. Im Rahmen einer Testförderung im Februar 2010 konnte bereits Öl gefördert werden, allerdings war die Verwässerungsrate bisher zu hoch. Derzeit untersuchen die Partner ein neues Konzept, um das Feld unter Einschluss der Bohrung in die Produktion zu bringen.

Das Gasfeld Kinsau wurde bereits 1983 von Mobil Oil entdeckt. Aus wirtschaftlichen Gründen unterblieb damals aber die Produktion. Rhein Petroleum erwarb 2009 die Altdaten von EXXON Mobil und hat anhand dessen bereits die förderbare Gasmenge für die Bohrung Kinsau 1 berechnet. Demnach betragen allein aus dieser Bohrung die Gasreserven 240 Mio. Kubikmeter und 300.000 Barrel Kondensat. Darüberhinaus besteht auch das Potenzial auf Ölfunde. Eine Wiedererschließungsbohrung ist hier bereits in Planung.

Im Zuge der Aufbereitung alter Seismikdaten mit neuer Technologie für das Feld Rieden wurden zusätzlich mehrere Zielgebiete identifiziert, die in der Vergangenheit nicht erkannt worden waren. Diese Ziele sollen nun im Rahmen eines neuen Joint Ventures zwischen Rhein Petroleum und der Wintershall auf Erdöl erkundet werden. Im Westen der Lizenz liegt das Teilgebiet Boos, das nicht vom Joint Venture umfasst wird und exklusiv der Rhein Petroleum zusteht. Darin befinden sich gleich mehrere Altfelder mit Restreserven!

Die Aufsuchungserlaubnis “Nördlicher Oberrhein” grenzt nördlich an die Rhein Petroleum-Lizenz Heidelberg-Weinheim an. In nur 20 Kilometer Entfernung wurde in Speyer kürzlich das größte Erdölfeld entdeckt, das jemals im Rheingraben gefunden wurde. Innerhalb der Lizenz „Nördlicher Oberrhein“ befinden sich mehrere Altfelder. Besonders hervorzuheben ist hier als Kandidat für eine Wiedererschließung das ehemalige Ölfeld Stockstadt (geschätzte Restreserven von 1,5 Mio. Barrel). Für 2011 ist eine großflächige 3D-Seismik-Untersuchung vorgesehen, da es laut Rhein Petroleum durchaus auch Potenzial für Neuentdeckungen gibt.

Zur Ermittlung des Potenzials der Lizenz „Heidelberg-Weinheim“ hat Rhein Petroleum bereits eine Studie in Auftrag gegeben, zu der EXXON MOBIL vorhandene Altdaten beisteuert und dafür Zugang zu den Ergebnissen erhält. Die Studie, welche die Lizenzgebiete Nördlicher Oberrhein und Heidelberg-Weinheim umfasst, wurde kürzlich abgeschlossen. Mehrere Strukturen sind interessant und werden voraussichtlich 2011/2012 mit einer 3D-Seismik näher untersucht werden.

Das Lizenzgebiet Mittlerer Oberrhein umschließt das ehemalige Erdölfeld Offenburg, auf dem Anfang der 80er-Jahre nur eine Testproduktion erfolgte und wo vermutlich 15 bis 30 Mio. Barrel förderbares Öl vorhanden sind. Eine von Rhein Petroleum in Auftrag gegebene Untersuchung hat darüber hinaus weiteres Potenzial im Bereich der “Kehler Mulde” nördlich Offenburg identifiziert. Derzeit werden, so das Unternehmen, weitere Daten ausgewertet, um einzelne Explorationsziele näher zu definieren.

Bei der Lizenz „Schwaben-Süd“ handelt es sich um eine sogenannte „Großräumige Aufsuchungserlaubnis“, die nur zu einer allgemeinen Untersuchung berechtigt, nicht aber zu Bohrungen. Um nach Öl- und Gas zu bohren, müssen Teilflächen gesondert als sogenannte „Gewerbliche Aufsuchungserlaubnisse“ bzw. „Bewilligungen“ beantragt werden, was im Fall von Schwaben-Süd bereits geschehen ist, nämlich mit Rieden, Kinsau und Mindelheim.

Derzeit steht die Deutsche Rohstoff AG in Verhandlungen mit weiteren potenziellen Joint Venture-Partnern, um die Erschließung und Entwicklung dieser Projekte gezielt voranzutreiben.

Wir sind der Ansicht, dass im Öl- und Gasbereich ganz erhebliches Potenzial für das erst 2006 gegründete Unternehmen besteht, das der Markt in seiner Gänze noch nicht erkannt hat. Angesichts dieser Perspektiven, des aussichtsreichen Zink-, Blei- und Silberprojekts in Kanada und der im November beginnenden Goldförderung in Australien, gehen wir davon aus, dass sich der Kurs stetig in Richtung unseres Kursziels von 15,80 Euro bewegen wird. Natürlich sind Rückschläge bei den Projekten und des Kurses nie auszuschließen, doch überwiegen unserer Ansicht nach bei der Deutschen Rohstoff AG die Chancen diese Risiken klar.

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