KOLUMNEN

10:27 | 09.10.2017
Elektroauto-Boom: China gibt den Takt vor

Nun ist es offiziell: Die Volksrepublik China wird ab 2019 eine feste Quote für elektrisch angetriebene Fahrzeuge einführen. Damit werden die Autohersteller massiv in den E-Motor und Batterien investieren müssen. Die Profiteure dieser Entwicklung sind knappe Rohstoffe wie Lithium oder Kobalt.

China führt ab 2019 Quoten ein

China ist der größte Automarkt der Welt. Hier fahren die deutschen Premiumhersteller etwa ein Drittel (BMW) bis fast die Hälfte ihrer Gewinne (Volkswagen) ein. Dementsprechend werden sie sich nun anstrengen müssen. Denn die Regierung in Beijing hat eine bindende Quote ab dem Jahr 2019 beschlossen. Die Autohersteller müssen dann mindestens zehn Prozent des Jahresumsatzes mit Elektroautos oder Hybrid-Fahrzeugen machen. 2020 steigt die Quote auf zwölf Prozent. Damit gibt man den Autokonzernen wohl genug Zeit, um sich auf die Vorgaben einzustellen. China verfolgt damit zwei Ziele: Zum einen soll die Luftverschmutzung bekämpft werden. Gleichzeitig baut man im Hintergrund die eigene Energieindustrie um und setzt mehr auf saubere Energien. Zum anderen aber will die Regierung damit die eigenen Hersteller konkurrenzfähiger machen. Beim Verbrennungsmotor hinken die den Wettbewerbern aus West und Ost nämlich hinterher. In Sachen Batterietechnologie und E-Motor aber begegnet man sich dagegen auf Augenhöhe.

Investitionen in E-Motoren und Batterietechnik

Mit dieser Vorgabe dürften die Autohersteller und die Zulieferer nun massiv in entsprechende Techniken investieren und so dem Elektroauto endgültig zum Durchbruch verhelfen. Bis 2025 wird ein E-Auto etwa die gleichen Kosten haben wie ein herkömmliches haben. Das erwartet zumindest Morgan Stanley. Besonders interessant für Anleger sind aber nicht die Autohersteller selbst, sondern jene, die die richtigen Rohstoffe liefern. So werden insbesondere Lithium und Kobalt von der zunehmenden Nachfrage profitieren. Bei Lithium haben sich die Preise seit 2014 bereits mehr als verdreifach. Der Kobaltpreis konnte innerhalb von zwei Jahren um mehr als 150 Prozent zulegen.

Lithium und Kobalt: die richtige Mischung

Investoren sollten sich daher gut positionieren, denn hier warten neue Chancen. So hat sich beispielsweise LiCo Energy Metals (WKN: A2ASW5; TSX: LIC) hat sich auf sogenannte Energiemetalle spezialisiert. Das Unternehmen ist im Besitz von vier Projekten in den USA, Kanada und Chile. Dabei setzt man auf Kobalt und Lithium. Jüngst erst haben die Kanadier einen Deal mit Glencore abgeschlossen. Sie übernahmen das sogenannte Bucke-Projekt in Ontario, dass direkt neben der eigenen Liegenschaft Teledyne liegt. Auf dem historischen Grund gab es bereits eine Kobaltförderung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Daran will LiCo anknüpfen. Glencore aber hat nicht einfach nur verkauft. Die Eidgenossen sicherten sich eine sogenannte Buy Back-Option. Wenn LiCo dort Kobalt fördert, kann Glencore im Rahmen eines Joint Ventures wieder einsteigen und die Konzentrate verkaufen.

Chinesen setzen auf Übernahmen

Das so etwas Sinn macht, zeigt der harte Wettbewerb um entsprechende Vorkommen. So gab der Autoherstellers Great Wall jüngst den Einstieg bei der australischen Pilbara Minerals bekannt. Die Chinesen werden 28 Mio. Dollar in die Firma aus down under investieren und sich so einen Großteil von deren Lithium-Produktion sichern. Volkswagen wiederum hat laut Medienberichten erst im September eine Ausschreibung zur Lieferung mit Kobalt für zehn Jahre durchgeführt. Auch in Wolfsburg weiß man um diese Abhängigkeit. Ein ähnlicher Deal für eines der Lithium- oder Kobaltprojekte von LiCo wie bei Pilbara ist durchaus denkbar. Das macht die Aktie derzeit so spannend.

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