KOLUMNEN

16:06 | 19.11.2010
Es gibt kaum Alternativen zu Gold-Investments

In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Goldnotierungen beinahe verdoppelt – im Hoch mussten zuletzt 1.414 US-Dollar für eine Feinunze gezahlt werden. Obwohl sich das glänzende Metall zuletzt nur unwesentlich verbilligt hat, sprechen viele Gründe für ein Goldinvestment.

Denn nichts ist beständiger als Gold. Einfach aufzubewahren, unzerstörbar, ein Jahrhunderte lang bewährter Schutz vor Vermögensverlust. Dafür steht Gold. Im Gegensatz dazu steuert irgendwann jedes Papiergeldsystem auf sein Ende zu. Das beweist die Geschichte. Aufgrund der enormen Verwerfungen im Finanzsystem ist es ist nicht auszuschließen, dass wir vor dem nahen Ende eines Papiergeldzyklus´ stehen.

Das wird deutlich, wenn man die Alternativen beleuchtet: Der US-Dollar wird aus meiner Sicht seine Funktion als Leitwährung verlieren: Die Finanzlage der Vereinigten Staaten ist mit einem Schuldenstand von derzeit 13 Billionen US-Dollar desaströs. Das laufende Haushaltsdefizit liegt bei 10 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. Und auf etliche der 50 Länderhaushalte kommen nahezu unlösbare Probleme zu. Zudem werden sich im Gesundheitswesen und der Sozialversicherung Verbindlichkeiten in Höhe von gut 50 Billionen US-Dollar auftürmen. Und es ist nicht geklärt, woher das Geld dafür kommen soll.

Wie sieht es mit der europäischen Gemeinschaftswährung aus? Auch der Euro ist keine Alternative. Um nach dem Ausbruch der Griechenlandkrise Spekulanten abzuwehren, haben sich die EU-Staaten und der IWF verpflichtet, notfalls bis zu 750 Milliarden Euro bereitzustellen. Neben Hellas könnten noch weitere südeuropäische Staaten auf Grund ihrer hohen Schulden ins Straucheln geraten. Das stellt den Euro als sichere Währung in Frage.

Auch Großbritannien und Japan sind kein sicherer Anker des Weltwährungssystems. Einzig China, der wirtschaftliche Wachstumsmotor der Welt, bietet hohe Währungsreserven und einen ausgeglichenen Haushalt. Doch auch dort sind die Unsicherheiten enorm: Der Renminbi ist zu anderen Währungen noch immer nicht frei konvertierbar. Auf Grund hoher Investitionen bei der zugleich sinkenden Nachfrage aus dem Ausland bestehen beträchtliche Produktionsüberkapazitäten. Die Inflation steigt.

Am Immobilienmarkt beginnen sich Spekulationsblasen zu bilden, und es bleibt schwer abzuschätzen, wie solide das wirklich ist und wie unabhängig von politischen Entscheidungen eine Notenbank im Krisenfall handeln würde.

Die Gefahr einer Inflation ist präsent. Die Finanzkrise zwang Regierungen zu enormen Hilfsmaßnahmen, um Banken zu retten und das Abgleiten in eine Depression zu verhindern. Die Geldpolitik wurde gelockert. Zeitgleich gingen die Staatseinnahmen auf Grund der Probleme in der Privatwirtschaft zurück. Die Haushaltsdefizite haben in vielen Ländern die Höhe des Bruttoinlandprodukts erreicht. Wir erwarten, dass Währungen auch weiterhin unter massiven Druck geraten können und womöglich abstürzen. Nicht zu Unrecht macht das Wort der Hyperinflation die Runde.

Es gibt einen weiteren Grund für ein Gold-Investment: So ist die Wirkung schädlicher Derivate ist nicht absehbar. Der Wert aller gehandelten Derivate ist während der Finanzkrise und in der ersten Erholungsphase danach weiter gestiegen. Dabei spielten diese Instrumente eine entscheidende Rolle beim Ausbruch der Finanzkrise. Doch alle Versuche, den Markt zu regulieren, sind gescheitert. Banken und Investmenthäuser wurden bis heute nicht verpflichtet, Derivate zu Marktpreisen zu verbuchen. Sie können selbst bei völlig wertlosen Papieren interne Modelle ansetzen. Der wahre Zustand des Finanzsektors und das ganze Ausmaß der Verluste wird damit verschleiert.

Lesen Sie in der kommenden Woche, warum die Gold-Nachfrage auch in Zukunft weiter hoch bleiben wird.


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