KOLUMNEN

11:16 | 06.12.2017
Goldaktien: Privatanleger verpassen meistens die besten Partys

Privatanleger nehmen zu schnell Gewinne mit, wie Studien aus den USA zeigen. Damit aber verpassen Sie insbesondere im Rohstoffsektor oft die ganz großen Gewinne.

Übernahmen, die sich gelohnt haben

Im Jahr 2015 konnte man die Aktien von Aurico Metals monatelang für rund 0,50 CAD einsammeln. Vor wenigen Wochen dann wurde das Unternehmen von Centerra Gold für 1,80 CAD je Anteilschein übernommen. Für Anleger der ersten Stunden ist das natürlich ein Super-Deal. Binnen zweier Jahre hat sich ihr Einsatz mehr als verdreifacht. Im Bereich von Rohstoffexplorern geht aber oft noch mehr. So konnten mutige Anleger die Papiere von Richmont Mines während der Baissejahre 2013 und 2014 regelmäßig für Kurse unter 1,30 CAD kaufen. Inzwischen wird der Titel für über 11,50 CAD das Stück gehandelt. Alamos Gold hatte nämlich im September ein Übernahmeangebot abgegeben. Wer also vor vier Jahren einige Papiere ins Depot nahm, kann sich über einen Fast-Verzehnfacher freuen. Unter Börsianer nennt man so etwas einen Tenbagger.

Anleger steigen oft zu früh aus

Doch viele Investoren sind bei solchen Bewegungen meist nur wenige Monate an Bord. Nachdem sich ein Titel verdoppelt oder verdreifacht hat, nehmen insbesondere Privatanleger die Gewinne zu früh mit. Das zeigen mehrere Studien von Onlinebanken aus den USA. Offenbar verlässt viele Anleger der Mut, sobald sie bei einem Wertpapier hohe Buchgewinne eingefahren haben. Eigentlich sollte man sich an einer alten Börsenweisheit orientieren: Gewinne sollte man laufen lassen, Verluste strikt begrenzen! Und es gibt Möglichkeiten für ein gutes Risikomanagement. So kann man bei einem Verdoppler einfach die Hälfte der Position verkaufen. So hat man seinen Einsatz wieder raus, tanzt mit 50 Prozent der Stücke aber weiter auf der Börsenparty mit.

Die beste aller Goldwelten?

Dabei könnte man jetzt von der besten aller Goldwelten sprechen. Denn zum einen hat der Bullenmarkt noch nicht begonnen, auch wenn sich der Preis für das Edelmetall derzeit wieder an die Marke von 1.300 US-Dollar je Unze heranpirscht. Zum zweiten hängen viele Explorer der Goldpreisentwicklung hinterher. Dementsprechend bekommt man die Unzen, die im Boden stecken, derzeit für einen besonders hohen Abschlag. Eine starke Aufwärtsbewegung beim Goldpreis ist aber gar nicht nötig, wie die Übernahmen von Aurico und Richmont zeigen.

Ab Frühjahr wird Gold verkauft

Daher gilt es, nun gute Gesellschaften zu identifizieren und Positionen aufzubauen. Nicht jede wird irgendwann übernommen. Aber deshalb sollte man auch auf mehrere Pferde setzen. Ein attraktives Vorkommen besitzt beispielsweise MacDonald Mines Exploration. Die Kanadier explorieren derzeit das Wawa-Holdsworth-Projekt in Ontario, keine 100 Kilometer südlich vom Hauptprojekt von Richmont Mines. MacDonald verfolgt selbst eine Zwei-Stufen-Strategie. So finden sich direkt an der Oberfläche sogenannte Oxidsandschichten, die hohe Gold- und Silbergrade aufweisen. Diese Edelmetalle will das Unternehmen ab dem Frühling abbauen. Aus dem Erlös soll dann die weitere Exploration von Wawa-Holdsworth finanziert werden. Somit wird es auch keine Verwässerung der bestehenden Aktionäre geben.

Drei attraktive Goldzonen

Denn nah an der Oberfläche befinden sich insgesamt drei Goldzonen. Die durchschnittlichen Goldgrade – nicht die Topwerte! – in zwei dieser drei Zonen liegen bei 3,45 Gramm Gold je Tonne Gestein. Zum Vergleich: mit moderner Technik lässt sich Gold schon ab Graden von 0,5 Gramm je Tonne Gestein wirtschaftlich abbauen. Laut World Gold Council liegt der Durchschnitt der heute in Betrieb befindlichen Minen bei 1,1 Gramm Gold je Tonne Gestein. Mit den Werten von MacDonald Mines ließe sich also durchaus arbeiten.

Top-Infrastruktur

In diesen Goldzonen stehen nun ein bis zwei Jahre harte Explorationsarbeit an. Dann aber könnte das Projekt auf dem Radar großer Bergbaukonzerne landen. Denn neben den hohen Goldgraden hat es zwei weitere Vorteile. Es liegt in Kanada und somit in einer sicheren Jurisdiktion. Und zum zweiten gibt es vor Ort eine gute Infrastruktur mit qualifizierten Arbeitern sowie einer guten Energie- und Verkehrsanbindung. Aktuell ist MacDonald Mines (0,065 Euro/0,095 CAD; WKN: A2DG48) umgerechnet nicht einmal 5 Mio. Euro an der Börse wert. Somit stimmen schon einmal die Rahmenbedingungen für eine gute Börsenparty. Nur Durchhalten müssen Anleger schon selbst!

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