KOLUMNEN

9:54 | 27.10.2015
Graphen – High-Tech-Material für übermorgen

Science-Fiction flimmert täglich über die Matscheibe in unseren Wohnzimmern. Doch nicht alles was so unglaublich aussieht, ist erst in ferner Zukunft erreichbar. Ein Beispiel ist Graphen. Das australische Unternehmen Talga Resources schiebt in der Gegenwart die Zukunft des Wunder-Rohstoffs an.

Rudolstadt, eine rund 23.000 Einwohner zählende Kleinstadt in Thüringen, könnte eine High-Tech-Hochburg werden. Zumindest wenn es um den Wunderrohstoff Graphen geht. Denn in der Kleinstadt, die bereits durch das international besuchte und größte Folk-Roots-Weltmusik-Festival Deutschlands bekannt wurde, soll eben dieses Graphen in Zukunft hergestellt werden. Der australische Konzern Talga Resources (ISIN: AU000000TLG7) plant nicht nur in Rudolstadt die Produktion aufzubauen. Talga ist bereits dabei die Anlagen zu installieren.

Doch was macht dieses Material so besonders, dass Marktkenner sagen, es würde revolutionär wirken wie das Internet im 20. Jahrhundert? “Graphen leitet Daten besser als Silizium, leitet Wärme besser als Kupfer, ist zugfester als Stahl, flexibel wie Gummi, hart wie Diamant und durchsichtig – kurz der Stoff aus dem die Zukunft besteht”, war jüngst in einer Fernsehreprotage im MDR Thüringen zu hören.

Doch um die Nachfrage für Graphen auf dem Markt zu steigern braucht es zwei Dinge: Zum einen müssen Anwendungen gefunden werden, in denen die Eigenschaften von Graphen zu Geltung kommen. Und zum anderen muss das Material so günstig zu haben sein, dass sich die Verwendung von Graphen für die Anwendungen lohnt.

Letzteres Problem soll das Projekt in Rudolstadt lösen. Denn derzeit kostet ein Gramm Graphen umgerechnet etwa 44 Euro. Für die Forschung mag dies okay sein. Für kommerzielle Anwendungen ist dies einfach zu teuer. Doch in den Talga-Anlagen in Thüringen soll das Material deutlich günstiger herzustellen sein. “Wir versuchen die Preise für Graphen, die astronomisch hoch sind, zu reduzieren”, sagt Georg Hochwimmer, Geschäftsführer von Talga Advanced Materials. Von etwa einem Tausendstel des heutigen Marktpreises ist die Rede. Und wenn Graphen je Kilogramm für nur mehr 45 oder 50 Euro hergestellt werden könnte – in weiterer Zukunft vielleicht noch günstiger, dann weitet sich die Palette der Anwendungsmöglichkeiten sehr schnell.

So könnten zum Beispiel Heizschlangen in Windschutzscheiben für Autos eingebaut werden. Dabei wird das nur wenige Atomlagen umfassende Graphen auf Folie oder die Scheibe einfach aufgesprüht oder wie eine leitende “Tinte” aufgedruckt. Batterien könnten mit Graphen deutlich leistungsfähiger werden. Auf dem Bau könnte der Zusatz von Graphen Betonteilen deutlich mehr Festigkeit verleihen. Ja sogar ganze Autos könnten, wie die einzelne Scheibe, mit einer Graphen-Schicht überzogen werden, in der dann als Ersatz für die Kabelbäume die elektrischen Impulse und Ströme fließen könnten, von denen die modernen Fahrzeuge immer abhängiger sind und werden. “Grund sind die fantastischen Eigenschaften, es leitet Strom 200 mal schneller als Kupfer, ist 150 mal mechanisch stabiler als Stahl”, gibt Marktexperte Hochwimmer als Begründung.

Viele Industrieunternehmen haben daher bereits Interesse an Talgas Wundermaterial bekundet. Lauf MDR-Bericht sollen es bereits rund 70 sein, die sich als Kunde für das Graphen aus Rudolstadt anstellen. Talga plant daher einen zweistelligen Millionenbetrag in die Anlagen zur Fertigung des Graphens zu investieren. Doch wie kommt ein australisches Unternehmen auf die Idee gerade in Thüringen dieses High-Tech-Material industriell zu fertigen? Zum einen ist es Berechnung, zum anderen Zufall. Berechnung daher, dass Talga im Norden Schwedens, nahe der Eisenerzhochburg Kiruna, seine Lagerstätten an Graphit besitzt. “Dieser Grafit eignet sich für ein neues Verfahren um Graphen herzustellen”, sagt Hochwimmer. Das Graphen kann vergleichsweise einfach aus dem kaum zerkleinerten Graphit-Erz gewonnen werden. Das ergibt den Kostenvorteil. Doch dies ist nur möglich, da das Graphit in den Lagerstätten besonders hochgradig sind.

Der Zufall wollte es nun, dass Talga über ihren Verbindungsmann Hochwimmer exzellente Verbindungen zu Hochschulen in Thüringen aufgebaut hat. Dort wird an Graphen geforscht und so lag eine Pilotanlage nahe der Forschungshochburg nahe. Damit dürfte Talga das erste Unternehmen werden, dass Graphen in industriellen Mengen auf den Markt bringen kann. Das bringt zumindest einen zeitlichen Vorsprung vor der Konkurrenz, die ohnehin kaum über ein so perfektes Grundmaterial verfügen dürfte. Daher stehen die Chancen für Talga Resources gut, diesen Vorsprung auch in bare Münze umzuwandeln. Davon könnten dann auch die Anteilseigner profitieren. Für risikobereite Anleger bietet also die Talga-Aktie als Depotbeimischung ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis.

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